X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte von BIBB.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

Deutsch-Italienische Berufsbildungskooperation – überraschend, kompetent und lebendig!

Gruppe von Personen vor Didacta Italia Banner

Was haben Ministerin Karliczek, BIBB-Präsident Prof. Esser und Martin Schulz gemeinsam? Die Besucher der Bildungsmesse didacta Italia fanden das einfach „incredibile – unglaublich“! Und auch darüber hinaus sorgte GOVET für allerlei Einsichten zum dualen System, für Kontakte und stolze Azubis.

„Unglaublich! Was für eine Überraschung“, so klangen die erstaunten Ausrufe der Messebesucher, die sich am GOVET-Quiz zum deutschen Berufsbildungssystem beteiligten. Neues lernen über duale Berufsbildung, Kontakte knüpfen und Erfahrungen teilen – deshalb war GOVET in diesem Jahr auf der didacta Italia vertreten, dem italienischen Ableger der weltweit größten Bildungsmesse didacta. An einem Gemeinschaftsstand bündelte GOVET im Auftrag des BMBF die Kompetenzen der Akteure der deutsch-italienischen Berufsbildungskooperation und präsentierte zusammen mit der Deutsch-Italienischen Auslandshandelskammer und dem italienischen Goethe-Institut ein vielfältiges Programm zu Kooperationsprojekten, Auslandsaufenthalten und Berufsbildungs-Know-how.

Zwei Damen am GOVET Stand
Dr. Caroline Baumgarten, bei GOVET verantwortlich für die Anfragenkoordination und Elena Höwer, Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau, versorgten die Besucher mit Informationsmaterialien und halfen bei der Suche nach Kooperationspartnern.

„Womit haben Sie im Gastland nicht gerechnet? Was hat Sie überrascht?“, fragte Sara-Julia Blöchle, die bei GOVET für die Kooperation mit Italien verantwortlich ist, Christian Kretschmar, einen jungen angehenden Tischler aus Paderborn, der eigens für die Podiumsdiskussion zum Thema Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung angereist war. Er hatte im März 2018 ein Praktikum in der italienischen Holzverarbeitungshochburg Cantù absolviert. „Ehrlich gesagt, habe ich mich zunächst über die langen Pausen gewundert. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass dadurch nicht weniger, sondern nur einfach länger gearbeitet und gerne Zeit miteinander verbracht wird. Ich habe mich mit den Kollegen sofort super verstanden und habe diesen Rhythmus ganz schnell selbst übernommen.“ Diego Chiari, der im Mai 2018 ein Praktikum im Mechatronikbereich bei MAN in Salzgitter absolvierte, hatte sich vor seiner Reise nach Deutschland in Gedanken schon einmal auf einen vermeintlich typisch deutschen kalten Empfang vorbereitet: „Und dann kam es ganz anders – wir wurden sehr herzlich empfangen und mit viel Engagement betreut“, berichtet er von seiner überraschenden Erfahrung.

Ein Sitzkreis
Die jungen Azubis und Berufsschüler, die in Deutschland und Italien während eines Berufspraktikums über den nationalen Tellerrand geschaut haben (v.l.n.r.): Damian Schymalla, Alina Bußmann, Valentina Rigoli (AHK Mailand), Roman Deeß, Christian Kretschmar, Francesca Vullo, Luca Buonarrivo, Sara-Julia Blöchle (GOVET), Francesco Luche, Diego Chiari.

Trotz geringen oder gar fehlenden Kenntnissen der Sprache des Gastlandes zogen die acht Auszubildenden aus Italien und Deutschland eine ausnahmslos positive Bilanz ihrer Auslandsaufenthalte, und alle hatten den Wunsch, bald wieder eine Zeit im Ausland zu verbringen. Was die Zuhörer jedoch besonders erstaunte, war die Erkenntnis, dass die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb des Gastlandes auch ohne die als notwendig erachteten Sprachkenntnisse recht reibungslos funktionierte. Hier wie dort gleichen sich die erlernten Kompetenzen, und was in der jeweiligen Arbeitssituation zu tun ist, versteht sich, wie die jungen Leute versicherten, fast stets von selbst.
Auch der Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren deutsch-italienischer Kooperationsprojekte in der Berufsbildung kam nicht zu kurz. Nicht nur aktuelle Aktivitäten wie die nationale Qualifizierungsoffensive von beruflichem Bildungspersonal und das Netzwerkprojekt Startnet in der Region Apulien wurden vorgestellt. Von dem bereits seit einem Jahr abgeschlossenen Kooperationsprojekt FITT! in der Region Venetien interessierte, welche neuen Strukturen und Prozesse sich seitdem in der Region etablieren konnten. Tatsächlich hat die Regionalregierung Venetien im Projekt FITT! entwickelte Verfahren zur Entwicklung und Umsetzung einheitlicher Ausbildungsstandards als Impuls aufgenommen und unmittelbar mit Projektende als regionale Referenz übernommen. Denn letztlich ist jedes Projekt nur so gut, wie es nachhaltig Wirkung zeigt.

Workshop, eine Moderatorin steht vorne
Sara-Julia Blöchle, bei GOVET verantwortlich für die Kooperation mit Italien, moderierte die Workshops und stand den Besuchern täglich in Fachvorträgen und persönlich Rede und Antwort.

Alle Programmpunkte weckten lebhaftes Interesse beim Messepublikum, wobei eine der GOVET-Veranstaltungen sogar eine ganze Schulklasse anzog. Besondere Aufmerksamkeit erhielt aber das von GOVET angebotene Quiz zum deutschen dualen System. Das größte Stirnrunzeln verursachte bei den Quizteilnehmern ein ums andere Mal die Frage „Welche dieser deutschen Persönlichkeiten hat eine duale Ausbildung durchlaufen? Die Bildungsministerin Anja Karliczek, der Präsident des BIBB, Professor Friedrich Hubert Esser, oder Martin Schulz, der Ex-Präsident des Europäischen Parlaments?“ Und die Verblüffung war jedes Mal groß bei der Antwort: „Alle miteinander!“