BP:
 

USA / Vereinigte Staaten

USA / Vereinigte Staaten

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen: 

  • Gemeinsame Absichtserklärung vom 5. Juni 2015 zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie dem US-Department of Labor (DoL), dem US-Department of Commerce (DoC) und dem US-Department of Education (DoE) zur Vertiefung der Berufsbildungskooperation; Verlängerung für weitere drei Jahre im Juli 2019 beschlossen bisher mit dem Status pending
  • Bilaterale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit
  • Executive Committee (entspricht einer bilateralen AG)
  • Kooperationsvereinbarung zwischen BIBB und der American Association of Community Colleges (AACC)
  • Zeitraum: Langjährige Zusammenarbeit in der Berufsbildung; laufende Kooperation durch Absichtserklärung mit der neuen Joint Declaration of Intent (2019/2020) noch weiter vertieft

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Fachkräftemangel der Wirtschaft
  • Ausbildung und Qualifizierung der bisherigen Bildungswege entsprechen oft nicht dem Bedarf der Wirtschaft
  • Überschuldung der Universitätsabgänger*innen durch hohe Studiengebühren;
  • Anhaltend hohes Interesse der US-Administration sowie amerikanischer und deutscher Wirtschaftsvertreter an einer Vertiefung des Austauschs in Schlüsselbereichen wie der verarbeitenden Industrie, an den Stärken deutscher Innovationspolitik sowie an dualer Berufsausbildung

Bundesressorts

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Umsetzung und Weiterentwicklung dualer Strukturen der Berufsausbildung ist durch den deutschen Beitrag fachlich unterstützt. Im Rahmen der „Skills Initiative“ der Deutschen Botschaft in Washington DC fanden in der Vergangenheit gemeinsame Fachveranstaltungen, Seminare und Informationsbesuche sowohl in Deutschland als auch in den USA statt.
Lokaler Partner: Department of Labor (DoL), Department of Commerce (DoC) und Department of Education (DoE)
Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2015), Verlängerung (2019/2020)
  • Strategiepapier der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand (2013)
  • Bilaterale Arbeitsgruppe/Executive Committee (seit 2016)
  • Auftrag an folgende regierungsnahe Einrichtungen (2015): GOVET/BIBB
  • Projekte Förderrichtlinie des BMBF zur „Internationalisierung der Berufsbildung“, administriert durch DLR-PT

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Umsetzung und Weiterentwicklung dualer Strukturen der Berufsausbildung ist durch den deutschen Beitrag fachlich unterstützt.
Lokaler Partner: Department of Labor (DoL), Department of Commerce (DoC) und Department of Education (DoE)
Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2015), Verlängerung (2019/2020)
  • Strategiepapier der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand (2013)
  • Bilaterale Arbeitsgruppe/Executive Committee (2016)

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Umsetzung und Weiterentwicklung dualer Strukturen der Berufsausbildung ist durch den deutschen Beitrag fachlich unterstützt.
Lokaler Partner: Department of Labor (DoL), Department of Commerce (DoC) und Department of Education (DoE)
Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2015), Verlängerung (2019/2020)
  • Strategiepapier der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand (2013)
  • Bilaterale Arbeitsgruppe/Executive Committee (2016)

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Bundesinstitut für Berufsbildung
Ziel der Zusammenarbeit: Das BIBB unterzeichnete 2003 mit der American Association of Community Colleges (AACC) eine Kooperationsvereinbarung. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit fanden in der Vergangenheit gemeinsame Fachveranstaltungen, Seminare und Informationsbesuche sowohl in Deutschland als auch in den USA statt.
Lokaler Partner: AACC (www.aacc.nche.edu)
Zeitraum: seit 2003
Link zur Kooperation in der GOVET Datenbank
Link zur Kooperation

GOVET (im Auftrag des BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Partner tauschen sich zu praxisorientierten Berufsbildung aus und entwickeln Ausbildungsprogramme nach Bedarf der Wirtschaft weiter. Hierzu gehört die Entwicklung starker Partnerschaften zwischen Arbeitgebern, Regierungen, Bildungssystemen und anderen relevanten Interessengruppen. Die Teilnehmer teilen das Ziel einer Zusammenarbeit zur Förderung der Lehrlingsausbildung sowie der beruflichen und technischen Ausbildung (CTE) .

Lokaler Partner:

  • Department of Labor (DoL)
  • Department of Commerce (DoC)
  • Department of Education (DoE)
  • National Governors Association (NGA)
  • American Association of Community Colleges (AACC)

Zeitraum: Seit 2012

Link zur Kooperation

Auswärtiges Amt – Deutsche Botschaft Washington DC
Die “Skills Initiative” fördert einen aktiven Dialog zwischen verschiedenen Akteuren in den USA bezüglich der Berufsbildung bzw. Lehrlingsausbildung.

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutsch-amerikanische Auslandshandelskammer (AHK) 

Die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (GACC USA) fördern die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA mit sieben Niederlassungen in New York, Atlanta, Chicago, Detroit, Philadelphia, Houston und San Francisco und einer Vertretung in Washington. (www.ahk-usa.com)

Mit Schwerpunkten im Bereich der dualen Berufsausbildung arbeiten besonders die AHK Chicago (www.gaccmidwest.org) und die AHK Atlanta (www.gaccsouth.com).


Deutsche Firmen/Deutsche Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung

  • Seit Jahren sind zahlreiche deutsche Unternehmen und die Auslandshandelskammern (besonders in Atlanta und Chicago) im Bereich der beruflichen Ausbildung aktiv. Auch wenn sich Zahlen der Ausbildungsplätze nach dem deutschen Modell nicht exakt erfassen lassen, war in den letzten Jahren eine weitere Verbreitung in den USA festzustellen. Das lässt sich bereits an den von den deutschen AHKs initiierten Projekten ablesen, z.B. bei in Atlanta, in Illinois (ICATT-Programm), Michigan (MAT2-Programm) und Kentucky (KY-FAME-Programm). Politisch werden diese Aktivitäten durch die Deutsche Botschaft und die jeweiligen Generalkonsulate flankiert.
  • Deutsche Unternehmen wie Volkswagen, Bosch, Siemens und Stihl haben ebenfalls das duale Modell aus Theorie und Praxis in die USA getragen. Insgesamt sind in den USA etwa 3.700 deutsche (Tochter-) Unternehmen aktiv, die 672.000 Arbeitnehmer beschäftigen (weitere Informationen hier). Sie benötigen den Standort und gut ausgebildete Fachkräfte, um auf dem amerikanischen Markt erfolgreich zu sein. Sie beklagen jedoch einen substanziellen Fachkräftemangel für die Produktion, Bedienung und Wartung ihrer zumeist technologisch hochwertigen Produkte.
  • Die Anzahl an deutschen Unternehmen und Konsortien (z.B. Apprenticeship 2000-Programm), die eine Ausbildung nach deutschem Vorbild anbieten, wächst seit Jahren. Dabei schließen sie sich in der Regel mit einem Community College zusammen, das den theoretischen Teil der Ausbildung übernimmt. 
  • DIAG USA (www.diag-speyer.de) als NGO mit deutschem Ursprung möchte amerikanischen Jugendlichen durch anerkannte praxisorientierte Ausbildung berufliche Karrieren ermöglichen und bietet zusammen mit dem California Apprenticeship College (CA) und dem Los Angeles Trade Technical College (LATTC), Advanced Manufacturing and Transportation Apprenticeships California (AMTAC) dual ausgerichtete Ausbildungen im Bereich Automotive und IT an.

Wirtschaft

  • Trotz der Corona Krise, die zu einem Rückgang der Stellen führte, konnten die verbleibenden Stellen, für die Fachkräfte gesucht wurden, nicht besetzt werden
    (www.tradingeconomics.org). Offene Stellen 6,8 Mio mit einem Delta von 130.000 gegenüber dem Vormonat. Die meisten Arbeitslosen sind in Kalifornien, Texas, Georgia und New York mit rund 23 Mio. (www.bea.gov)
  • In 2019 betrugen die Direktinvestition von Deutschland in den USA 324,2 Milliarden US Dollar;
  • Einige Unternehmen (z.B. Catarpillar, Harley Davidson) haben begonnen, das duale Ausbildungssystem zu adaptieren. Hier dienten unter anderem die „Insellösungen“ von VW als Beispiel.
  • BIP: 2016: 1,6%; 2017: 2,2%; 2018: 2,9%;2020: 0,3%
  • Inflationsrate: 2017: 2,1; 2018: 2,4; 2019: 2,1; 2020: 1,5% (tradingeconomics.org)
  • Deutschland wichtigster Handelspartner in der EU

Gesellschaft

  • Arbeitslosenquote: 2017: 4,4 %; 2018: 3,8 %; 2019: 3,5 %; 2020: 14,7 % (www.tradingeconomics.org)
  • Jugendarbeitslosenquote (15-24-Jährige):  27,40% (tradingeconomics.org)
  • Mindeststundenlohn 7,25 US$
  • 82% der Bevölkerung lebt in der Stadt (www.worldometers.info, 2019) Nicht spanischstämmige weiße Amerikaner*innen machen 60% der Gesamtbevölkerung aus. Bedeutende Rolle der Religion im Alltag der US-amerikanischen Bevölkerung. Die USA gelten als religiösestes Land der westlichen Industriestaaten.
  • Altersstruktur: 0-14 Jahre: 18,7 %; 15-24 Jahre: 13,3%; 25-54 Jahre: 39,5 %; 55-64 Jahre: 12,9 %; 65 Jahre und älter: 15,6%

Staat

  • Der ehem. US-Präsident Obama kündigte 2012 in seiner Rede zur Lage der Nation bereits die Bereitstellung von acht Milliarden US-Dollar für Berufs- und Weiterbildungsmaßnahmen an.
  • In seiner Rede zur Lage der Nation 2013 sprach Obama zudem das deutsche System der dualen Berufsbildung prominent an.
  • Mitte 2014 bewilligte die US-Administrationein Budget von weiteren sechs Milliarden US-Dollar zur Weiterentwicklung der Berufsbildung.
  • Wie die Vorgängeradministration zeigt auch US-Präsident Trump großes Interesse an der dualen Berufsbildung. Dies wurde nicht nur bei dem Termin am 17.03.2017 zwischen Merkel und Trump im Weißen Haus deutlich, bei dem Berufsbildung ein zentrales Thema war, sondern auch durch den darauffolgenden Erlass einer Executive Order im Juni 2017, die eine Reform und Ausweitung existierender Apprenticeship-Modelle vorsah. Unternehmen wurde ein stärkerer Einfluss auf die Gestaltung ihrer Ausbildungsprogramme eingeräumt, und es wurde eine Task Force „Apprenticeship“ im Department of Labor eingerichtet, die u.a. Wege zu einer besseren Nachfrageorientierung („Industry Recognition“), nationalen Standardisierung und Anerkennung aufzeigen sollte. Die Task Force unter Leitung von Arbeitsminister Acosta legte ihren Bericht im Mai 2018 vor. Im Juli 2018 unterzeichnete Präsident Trump eine weitere „Executive Order“ zur Gründung des National Council for the American Worker, dessen Ziel es ist, gemeinsam mit der Industrie eine nationale Strategie zur Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräften in den USA zu erarbeiten.
  • Einige Bundesstaaten haben duale Ausbildungsstrukturen in ihr Community College-System eingebaut, z.B. Wisconsin, Michigan, Texas
  • Laut Department of Labor, Employment and Training Administration (www.doleata.org) haben im Jahr 2018 fast 600.000 Auszubildende eine registrierte Lehre absolviert (Elektrik, Holz, Bau, Sanitär, Transport etc.)

Berufsbildungssystem

  • In Amerika schließen Schülerinnen und Schülermit 18 Jahren die HighsSchool ab. Danach können sie entweder direkt in einem Unternehmen einsteigen oder auf ein College gehen.
  • Die Community Colleges bieten nach zwei Jahren ein praxisorientiertes Associate Degree (mit einem zu erwarteten Jahreseinkommen von durchschnittlich ca. 50.000 US $ im Vergleich zu einem Einkommen von rund 40.000 US Dollar mit High-School-Abschluss) an. An den Community Colleges  können die Studierenden außerdem einen Bachelor absolvieren (das zu erwartende Jahreseinkommen liegt durchschnittlich bei etwa  65.500 US Dollar). Hier sind geringere Studiengebühren zu erwarten, die meist von Arbeitgebern oder Stipendien übernommen werden. Auch bieten die Community Colleges die Möglichkeit, Zertifikate zu erwerben. Das Durchschnittsalter liegt bei Mitte 20, der Anteil des Weißen liegt bei 45 % Weiß, der Anteil schwarzer Studierender bei 13 %  und der Anteil von Hispanics bei  26 % , die meisten von ihnen gehören zur ersten Generation, die ein College besuchen (29%). Alleinerziehende machen 15 % aus, Menschen mit Einschränkungen 20 % und 8 % der Studierenden haben bereits ein universitären Bachelor erhalten. Zwischen 60 %-70 % der Studierenden finden nach Beendigung der Ausbildung einen Arbeitsplatz www.aacc.nche.edu
  • Die Arbeits- und Ausbildungsverwaltung des US-Arbeitsministeriums (DOL) hat die endgültige Regelung für branchenweit anerkannte Lehrlingsausbildungsprogramme (IRAPs) im Frühjahr 2020 veröffentlicht. https://www.apprenticeship.gov/industry-recognized-apprenticeship-program

Herausforderungen für die Berufsbildung

  • Die USA nehmen zwar im Bereich der akademischen Bildung weltweit eine Spitzenstellung ein, gleichzeitig besteht aber ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften und Nachholbedarf im Bereich beruflicher Bildung.
  • Voctaional Education-Lehrberufe haben kein gutes Image.
  • Akademisierungstrend bei gleichzeitiger Überschuldung der Abgängerinnen und Abgänger
  • Vergleichbarkeit und Anerkennung von Abschlüssen nicht national standardisiert.
  • Die Berufsausbildung ist noch wenig formalisiert. In den High Schools werden zwar oftmals beruflich orientierte Bildungsinhalte angeboten, diese beschränken sich jedoch meist auf eine schulische Vermittlung von allgemeinbildenden und naturwissenschaftlich-technischen Grundkenntnissen.

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

Bildung

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Wirtschaft

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Allgemeine Informationen

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Nachrichten/Artikel/Studien

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Deutsches Engagement/Kooperationen

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Berufsbildung

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Deutsche und US-amerikanische Berufsbildungsexpert*innen im Austausch zu den Auswirkungen von COVID-19
Donnerstag, 25. Juni 2020

Deutsche und US-amerikanische Berufsbildungsexpert*innen im Austausch zu den Auswirkungen von COVID-19

Angestoßen durch die internationale GOVET-Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Berufsbildung und Arbeitsmarkt initiierte das US-Arbeitsministerium einen digitalen Round Table zum Thema. BIBB-Forschungsdirektor Prof. Hubert Ertl eröffnete den fundierten internationalen Fachaustausch.

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USA: Wachsendes Interesse an deutscher Expertise
Freitag, 31. Januar 2020

USA: Wachsendes Interesse an deutscher Expertise

Die Einführung dualer Ausbildungselemente nimmt in den USA an Fahrt auf. Die Regierung möchte das Modell stärken und ausweiten. So steht das Thema verstärkt im Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Eine Entwicklung, die in der bilateralen Zusammenarbeit mit den USA spürbar ist.

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