BP:
 

Brasilien

Brasilien

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

 

  • Rahmen: Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit in der beruflichen Bildung (BMZ)
  • Zeitraum: Laufende Zusammenarbeit besteht seit 2012, aktuell geplant bis 2018

  • Rahmen: Kooperationsvereinbarung BIBB – SENAI
  • Zeitrahmen: Laufende Zusammenarbeit besteht seit 1998.

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften, darunter Techniker und Produktionsfachkräfte, im gewerblich-technischen Bereich
  • Mangel an Fachkräften in grünen Berufen:
    Der Ausbau von Wind-, Solarenergie und Energieeffizienz in Brasilien steht vor einem großen Aufschwung. Die dadurch aufkommende Nachfrage nach ausreichend qualifizierten Fachkräften kann bisher nicht gedeckt werden. Grund: Im beruflichen (Aus-) Bildungssystem sind die notwendigen Berufsbildungsangebote bisher nicht verankert. Es existieren bisher nur punktuelle und regional begrenzte Maßnahmen unterschiedlicher Akteure. Die entstehenden Fachkräfteengpässe konterkarieren die Implementierungsdynamik für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Brasilien.
  • Immer noch große soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten trotz Reduzierung der Armut
  • Ziel des von der Industrie getragenen Berufsbildungsanbieters SENAI ist es, duale Berufsbildungsstrukturen pilothaft in ausgewählten Regionen einzuführen

Bundesressorts

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ziele der Zusammenarbeit:

  • Die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienz in Brasilien sind geschaffen. (Technische Zusammenarbeit)
  • Schaffung der didaktischen/methodischen Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung (Sequa)

Lokaler Partner: Ministério de Educação (MEC), Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial (SENAI), Centro Paula Souza, Institutos Federais de Educação, Ciência e Tecnologia.

Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Rahmenabkommen für Technische Zusammenarbeit
  • Regierungsverhandlungen
  • Umsetzung durch folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe 2.2.):
    • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
    • Sequa gGmbH

Durchführungsorganisationen und regierungsnahe Einrichtungen

Bundesinstitut für Berufsbildung

Ziel der Zusammenarbeit: Die Qualität der beruflichen Aus- und Fortbildung in ausgewählten Berufen in Brasilien ist dem Bedarf der Unternehmen entsprechend weiterentwickelt. Damit soll ein nachhaltiger Beitrag zur Reform der brasilianischen Berufsausbildung geleistet werden.
Lokaler Partner: Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial
Zeitraum: seit 1998 besteht ein Kooperationsabkommen zwischen dem BIBB und SENAI


Link zum Brasilianischen Partnerinstitut (BIBB)
 

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Vorhaben: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (ProFREE), Komponente Berufliche Bildung
Ziel: Die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienz in Brasilien sind geschaffen.
Politischer Träger: Empresa de Presquisa Energética EPE
Durchführungspartner in der Komponente Berufliche Bildung: Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial (SENAI) (auf nationaler Ebene sowie in 6 Pilot-Regionen Brasiliens), Ministério de Educação (MEC), Centro Paula Souza, Institutos Federais de Educação, Ciência e Tecnologia
Zeitraum: Erste Phase: 2012 – 2014, zweite Phase 2015-2018


Link zur Website der GIZ

Link zur Website Energypedia

Sequa gGmbH
Vorhaben: Berufsbildungspartnerschaft
Ziele: Schaffung der didaktischen/methodischen Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung 1. Ausbildung der Ausbilder; 2. Inbetriebnahme eines Bildungszentrums; 3. betriebliche Ausbildung gemäß dem deutschen Dualen Model

Partner:

  • Handwerkskammer (HWK) Ulm
  • Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial (SENAI) Rondonia

Zeitraum: Erste Phase 2012 – 2015, zweite Phase 2016 – 2018

Link zum Projekt  "Berufsbildungspartnerschaft HWK Ulm und Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial Rondonia (SENAI-RO) in Brasilien" in der GOVET Datenbank

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK):


VETNET (gefördert duch BMBF)
Ziel: Entwicklung und Erprobung von Elementen dualer Berufsbildung und Vorbereitung von pilothaften dualen Ausbildungsgängen gemeinsam mit Unternehmen.
Zeitraum: 2013 - 2015

Instituto de Formação Profissional Administrativa (IFPA)

  • aufgrund der Partnerschaft der Auslandsschule Colégio Humboldt, der AHK und dem Generalkonsulat São Paolo gegründet
  • Durch die Partnerschaft entstand 1979 ein kaufmännischer Zweig am Colégio Humboldt, der seit 1992 als eigenständige Berufsschule „IFPA“ arbeitet.

Wirtschaft

  • Kontinuierliches Wirtschaftswachstum, seit 2012 allerdings deutliche Abschwächung , seit 2014 wirtschaftliche und politische Krise in Brasilien
  • Steigender Energiebedarf und Entwicklung alternativer Energiequellen
  • Fachkräftebedarf in neuen Berufsprofilen und „grünen“ Sektoren
  • Private Investitionen weiterhin durch bürokratische Hürden und Strukturungleichheiten gehemmt

Gesellschaft

  • Steigender Wohlstand und steigender Konsum
  • Große regionale und soziale Ungleichheiten
  • Große Einkommensunterschiede
  • Alphabetisierungsrate bei 90,1%

Staat

  • Regierung und Industrie möchten:
    • duale Berufsbildungsstrukturen aufbauen
    • umweltrelevant qualifizieren
    • grüne Wirtschaft als Wachstumssektor ausbauen
  • Folgende Institutionen hauptsächlich für Berufsbildung zuständig:
    • Bildungsministerium (“Ministerio de Educacao”) – Abteilung für Berufsbildung und Technologie
    • Nationaler Bildungsrat ("Conselho Nacional de Educação")
    • Bildungsrat jedes einzelnen Bundeslands (für die Überwachung der Grund-, Sekundar-, und Berufsschulen zuständig)
    • Nationaler Bildungsdienstleister der Industrie („Serviço Nacional de Aprendizagem Industrial (SENAI)“)
    • Institutos Federais de Educação, Ciência e Tecnologia

Berufsbildungssystem

  • Wahlmöglichkeiten nach Abschluss des allgemeinen Schulsystems (Klasse 9):
    • 1 – 2-jährige ganzheitliche Ausbildung in Ausbildungszentren, Abschluss Techniker („técnico“) mittleren Grades, danach optional Weiterbildung zum Techniker höheren Grades, (1 – 3 Jahre), ermöglicht in Kombination mit allgemeiner Sekundarbildung den Zugang zur Universität
    • 3 – 4-jährige Mischform aus allgemeiner Schulbildung und Berufsbildung an einer technischen Schule, Abschluss Techniker mittleren Grades und Zeugnis der Sekundarbildung mit Spezialisierung, danach optional Weiterbildung zum Techniker höheren Grades, (1 – 3 Jahr), ermöglicht Zugang zur Universität
    • 3 – 4-jähriger Besuch einer allgemeinen Sekundarschule sowie zusätzlicher Kurse an einem Berufsbildungszentrum, Abschluss Techniker mittleren Grades und Zeugnis der Sekundarbildung mit Spezialisierung, danach optional Weiterbildung zum Techniker höheren Grades (1 – 3 Jahr), ermöglicht Zugang zur Universität
    • Auch ohne Abschluss der allgemeinen Grundbildung für Arbeitnehmer mir geringer Grundbildung: Grundlegende Berufsbildung. Die Dauer variiert von einigen Monaten bis mehreren Jahren, Abschluss Techniker einfachen Grades, ermöglicht Übergang zu den anderen Berufsbildungsmöglichkeiten
    • 3-jährige allgemeine Sekundarstufe, Hochschulzugangsberechtigung
    • Eintritt in den Arbeitsmarkt als ungelernte Kraft
  • Herausforderungen für die Berufsbildung
    • Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für Duale Ausbildungsmodelle schaffen
    • Beteiligung von Unternehmen an der Umsetzung der Berufsausbildung stärken
    • Zertifizierung und Akkreditierung: Berufsbildungsstandards um Qualität der Abschlüsse zu gewährleisten
    • Qualifizierung in neuen Berufen, z.B. Monteure und Wartungspersonal in neuen grünen Technologien
    • Multiplikatorenausbildung für die grüne Wirtschaft
    • Lehrkräfte in den neuen Berufsfeldern fortbilden
    • Entwicklung von Aus- und Fortbildungsstandards sowie von Unterrichtsmaterial für neue Berufsfelder

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

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