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Projektsteckbrief

Sachsen

Verbundpartner
• Handwerkskammer Dresden (Verbundkoordinator)
• Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V., Dresden
• Handwerkskammer zu Leipzig
• Handwerkskammer Chemnitz
• Haus des Kfz-Gewerbes GmbH

Zielsetzung
• Viele Interessenten für das Thema Elektromobilität gewinnen
• Module entwickeln und verantworten
• Workshops zu verschiedenen Themen durchführen

Vorgehensweise
Die Kursinhalte wurden während der Projektlaufzeit modular aufgebaut, so dass die Kursteilnehmer/-innen sich auch für die Teilnahme an einzelnen Modulen entscheiden konnten, ohne sich auf den Gesamtkurs festlegen zu müssen.
Das Projekt "Smart Advisor" verlief in vier Phasen. Die erste Phase begann mit der Entwicklung der Kursunterlagen. Dafür konnte auf ein zuverlässiges und kompetentes Netzwerk zurückgegriffen werden. Die Handwerkskammer Dresden entwickelte das Modul 4 (Marketing im Tätigkeitsfeld Berater/in für Elektromobilität). Durchgängig erfolgte der Abgleich mit den Entwicklern der übrigen Module. Obwohl die einzelnen Einheiten grundsätzlich voneinander unabhängig gelehrt werden können, wurde großer Wert darauf gelegt, dass die inhaltlichen Schwerpunkte immer wieder Bezüge zueinander finden und das Gelernte gefestigt werden kann. Auch Absprachen zu verwendeten physikalischen Größen, finanzmathematischen Kennzahlen oder gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden kontinuierlich getroffen.
Nach der Freigabe der Schulungsunterlagen durch die Entwickler und den Projektleiter erfolgte in Phase 2 eine interne Erprobung. Bei dieser internen Erprobung wurde das Modul einmal vollständig vor einem interessierten Kreis aus Kernteammitgliedern, Entwicklern und Dozenten durchgeführt. Nach dieser Erprobung erfolgten auf Basis der Hinweise noch eine Überarbeitung und die anschließende Freigabe durch den Projektleiter. Danach erfolgt noch die Überprüfung der Zielstellung. So wurde bei der ersten Vorstellung der Module mit den ausgearbeiteten Inhalten diskutiert, inwieweit man fachlich bei manchen Themen in die Tiefe gehen sollte.
In der dritten Phase konnten die Kurse mit Kursteilnehmer/-innen aus Handwerk, Industrie und Forschung durchgeführt werden. Dies erfolgte an allen drei sächsischen Standorten. In Dresden konnten mit der Einbindung des Hauses des Kfz-Gewerbes GmbH und dem Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V. fachspezifische und damit hervorragende Lernbedingungen geboten werden. Nach jedem durchgeführten Modul wurde mit Hilfe eines Fragebogens evaluiert, wie die Teilnehmenden mit den Kursinhalten und –unterlagen zufrieden waren, welche zeitlichen Aufteilungen angepasst werden müssen.
Begleitend zur Ausbildung zum/zur „Berater/in für Elektromobilität“ (HWK) wurden in der vierten Phase so genannte Sensibilisierungsworkshops durchgeführt. Dabei handelt es sich um meist zwei- bis dreistündige Veranstaltungen mit hohem Praxisanteil. Ziel war es zum einen, Elektromobilität aus möglichst vielen Blickwinkeln darzustellen und Handwerker darauf neugierig zu machen.

Erkenntnisse / Ergebnisse
Das Kurskonzept zum/zur „Berater/in für Elektromobilität“ wurde während des Projekts erarbeitet und erprobt. Aufgrund der schnellen Änderungen wird jährlich ein bestimmter Aktualisierungs-bedarf vorhanden sein. Innerhalb des Verbundprojektes „Smart Advisor“ wurde mit der Machbarkeitsstudie für das Visualisierungs- und Beratungstool die Möglichkeit eines Beratungstools ermittelt und ein erstes schulungstaugliches Tool entwickelt. Zusammenfassend hat das Projekt Smart Advisor bundesweit einen respektablen Ruf und die Partner konsequent daran mitgearbeitet haben, die Idee einer umweltfreundlichen vernetzten Mobilität weiterzutragen und Potentiale für das Handwerk aufzuzeigen. Entstanden ist ein hochwertiges gewerkübergreifendes Weiterbildungsprogramm, ein weites Netzwerk an Multiplikatoren und eine sehr positive Wahrnehmung des Projektes und der Schaufenster-Initiative in der Öffentlichkeit.

Verwertbarkeit
Aufgrund der aktuell geringen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, nehmen noch nicht viele Unternehmen dieses Geschäftsfeld als neue Marktchance wahr. Das zurückhaltende Verhalten der Automobilhersteller kann sich jetzt ändern. Viele Autohersteller haben bereits angekündigt, dass sie an der Entwicklung von neuen Hybrid- und Elektrofahrzeugen arbeiten. Ebenso wird der Beschluss der Bundesregierung zur Förderung der Elektrofahrzeuge den Markt positiv beeinflussen. Das beschlossene Förderprogramm ist ein erster guter Schritt, um das Ziel zu erreichen, eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 auf deutsche Straßen zu bringen. Die Verwertbarkeit des Weiterbildungsprogramms „Berater/in für Elektromobilität“ (HWK) wird mit ansteigendem Markt einen positiven Ruf haben.

Angaben zum Projekt
Name: Heidi Barzik
Mail: Heidi.barzik@hwk-dresden.de
Nummer: 0351 4640-504

                                                                                                                                                                          

Bayern

Verbundpartner
Handwerkskammer für München und Oberbayern
Kfz-Innung München-Oberbayern
Innung für Elektro- und Informationstechnik München
Handwerkskammer für Mittelfranken
Kfz-Innung Mittelfranken
Innung für Elektro- und Informationstechnik Nürnberg-Fürth
Handwerkskammer Dresden mit Handwerkskammern Chemnitz und Leipzig,
HAUS DES KFZ-GEWERBES GmbH, Dresden
Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V., Dresden

Zielsetzung
Entwicklung und Erprobung des Weiterbildungsprogramms Berater/in für Elektromobilität (HWK). Kursteilnehmer werden befähigt, Konzepte für die Integration von Elektro-/Hybridfahrzeugen in Fuhrparks und dezentrale Energieversorgungsstrukturen zu entwickeln sowie deren Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz zu bewerten.

Vorgehensweise
Die Notwendigkeit eines systemischen Ansatzes für die Industrialisierung der Elektromobilität wurde bereits frühzeitig erkannt. Daraus resultierte die Idee, ein gewerkübergreifendes Weiterbildungsprogramm im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung vergleichbar dem Gebäudeenergieberater zu entwickeln.
Diese Idee fand Unterstützung in den Arbeitskreisen für Weiterbildung des Bayerischen Handwerkstages BHT und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks ZDH. Im Rahmen des Förderprojektes innoQua konnte im bundesweiten Zusammenwirken mehrerer Handwerkskammern in 2011 ein erstes Grobkonzept für das Weiterbildungsprogramm Berater/in für Elektromobilität (HWK) entwickelt und im Rahmen eines verkürzten Pilotkurses erprobt werden.
2012 gelang es, das Verbundprojekt Smart Advisor im Schaufenster Bayern-Sachsen ELEKTROMOBILITÄT VERBINDET zu platzieren. In Kooperation von fünf Handwerkskammern und sechs Innungen sowie mit Einbindung von lokalen Kompetenzträgern und wissenschaftlichen Einrichtungen wurde das Weiterbildungsprogramm in Form von 10 handlungsorientiert ausgestalteten Modulen entwickelt und erprobt. Kursteilnehmer konnten durch persönliche Beiträge und Feedback Einfluss auf die Lehrgangsentwicklung nehmen. Sie wurden durch intensive Öffentlichkeitsarbeit über Sensibilisierungsworkshops gewonnen. Mit diesem Vorgehen war es möglich, den Wissensgewinn in den Schaufenstern den Zielgruppen der Handwerksorganisationen zu vermitteln und Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen und erforderlicher Ladeinfrastruktur zu ermöglichen.
Das Weiterbildungsprogramm wurde mit pädagogisch-didaktischer Unterstützung durch die Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk, ZWH in mehreren Stufen konkretisiert und weiterentwickelt.
Inhaltlich spannt das Weiterbildungsprogramm einen weiten Bogen. Am Anfang steht eine intensive Auseinandersetzung mit Rahmenbedingungen der Energiewende und der in der Nationalen Plattform Elektromobilität NPE konkretisierten Vision und Roadmap Elektromobilität 2020. Dies ermöglicht letztendlich die Einschätzung relevanter Entwicklungstrends und Perspektiven in Bezug auf zu erwartende Rahmenbedingungen. Zur Beurteilung der Potenziale des Einsatzes von Elektromobilität werden verschiedene Methoden der Analyse von Fahrprofilen geschult. Bei der Auswahl von Fahrzeugen ist insbesondere die erforderliche Batteriekapazität in Verbindung mit der zu installierenden Ladeinfrastruktur sowie auch fahrzeugseitig unterstützenden On-Board-Ladetechnologie abzuwägen. Darauf aufbauend werden Fragen der Systemintegration in lokale Energieversorgungsstrukturen ggf. in Kombination mit eigenerzeugten regenerativen Energien und Batteriespeichern untersucht.
Die erstellten Lehrgangsunterlagen sollen nach Abschluss des Projektes bundesweite Verbreitung finden. Ein Kooperationsvertrag zum bundesweiten Vertrieb und zur Aktualisierung/Weiterentwicklung des gewerkübergreifenden Weiterbildungsprogramms Berater/in für Elektromobilität (HWK) wurde geschlossen.
Im nächsten Schritt wird es erforderlich sein, das innovative Berufsbild der Berater/in für Elektromobilität (HWK) am Markt zu platzieren. Eine Förderung der Beratung und Begleitung von Endkunden, Betrieben und Kommunen bei der Umstellung auf Elektromobilität wird dringend empfohlen.
Im Bereich der Simulationswerkzeuge wird F&E-Bedarf erkannt.

Erkenntnisse / Ergebnisse
Ein gewerkübergreifendes Weiterbildungsprogramm, welches die gesamte Breite der erforderlichen systemischen Betrachtung ausgehend von Rahmenbedingungen, Mobilitätsanalysen über Fahrzeugauswahl bis hin zu Simulationen der Systemintegration von Flotten in dezentrale Energieversorgungsstrukturen behandelt, ist derzeit weder in der beruflichen noch in der akademischen Weiterbildung bekannt.
Insbesondere der im Rahmen einer Machbarkeitsstudie entwickelte Visualisierungs- und Beratungstool und die damit ermöglichten Übungsaufgaben statten das Weiterbildungsprogramm zu Berater/in für Elektromobilität (HWK) mit Alleinstellungsmerkmalen aus, welche auf sinnvolle Anwendungen in der Zukunft hoffen lassen. Das Weiterbildungsprogramm ist damit dem am Markt verfügbaren Stand der Technik voraus. Die Kursteilnehmer werden bezüglich der zu erwartenden Entwicklungen sensibilisiert und in die Lage versetzt, Investitionen in erforderliche Infrastrukturen und Fahrzeuge vorausschauend zu empfehlen und damit mittelfristig tragfähige Lösungsvorschläge zu entwickeln.
Aktuelle Informationen der Automobilhersteller bezüglich anstehender Modellüberarbeitungen und Neuentwicklungen, sowie im Bereich der Ladeinfrastrukturanbieter erkennbare Produktinnovationen lassen kurzfristig marktverfügbare Lösungen für die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen mit den Energieversorgungsstrukturen erwarten.
Insbesondere gesetzgeberische Weichenstellungen zu Elektromobilität und Energiewende erfolgen jedoch sehr verspätet bezogen auf die Empfehlungen und Roadmaps der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Dies hat zur Folge, dass die nationalen Ansprüche Leitanbieterschaft und Leitmarkt gefährdet sind und auch direkte Auswirkung auf die Nachfrage des innovativen Weiterbildungsprogramms zu Berater/in für Elektromobilität (HWK).
Viele Funktionen der smarten Vernetzung der Bereiche Energieversorgung, Elektrofahrzeug, Verkehr könnten sich bei verbesserten Rahmenbedingungen schneller entwickeln.

Verwertbarkeit
Nach Projektabschluss ist – vor dem Hintergrund des weiterhin schleppenden Markthochlaufs und retardierender Elemente bei der Umsetzung der Energiewende – die Nachfrage des nun kostenpflichtig anzubietenden Weiterbildungsprogramms zu Berater/in für Elektromobilität (HWK) mit einem Präsenzumfang von über 200 Unterrichtseinheiten nicht ausreichend hoch. Verschiedene in 2016 an den Standorten der Partnerorganisationen angebotene Kurse mussten aufgrund zu geringer Teilnehmeranzahl abgesagt oder verschoben werden. Andere Handwerkskammern bleiben abwartend bezüglich der Übernahme des Weiterbildungsprogramms gegen eine geringe jährliche Lizenzgebühr von ZWH.
Im Bereich der Entwicklung von Batteriesystemen werden die zu Projektbeginn prognostizierten Eigenschaften und Kostensenkungen übertroffen. Leider gelang es bisher nicht, entsprechende Wertschöpfung in der Bundesrepublik Deutschland aufzubauen. Es ist jedoch zu erwarten, dass mit den jetzt in Serienentwicklung befindlichen Konzepten nur wenige Jahre nach 2020 Kostenparität von elektro- zu verbrennungsmotorisch angetriebenen Fahrzeugkonzepten entstehen wird. Es ist zu hoffen, dass es der Automobilindustrie gelingen wird, an diesen neuen Marktsegmenten in gewohnter Weise zu partizipieren und daraus die für den unausweichlichen Strukturwandel erforderliche Kraft zu schöpfen.
Im Bereich der Energieversorgung wird versucht, durch zunehmende Verschärfung der Rahmenbedingungen den etablierten zentral organisierten Energieversorgungsstrukturen ein Überleben zu sichern. Dies wird Privatleute und Unternehmen jedoch nicht daran hindern, bei zunehmender Kostendegression und funktionaler Anreicherung durch Aufbau dezentraler, intelligent gesteuerter Energieversorgungsstrukturen, den Grad der Eigenversorgung zu erhöhen und sich damit unabhängig von Energieversorgern und fossilen Energieträgern zu machen. Möglichkeiten im Rahmen der Neuausrichtung, die Eigenversorgung und CO2-Bilanz auch in den Bereichen Wärme und Mobilität zu erhöhen, werden zunehmend Beachtung finden.
Die Wertigkeit des Weiterbildungsprogramms wird durch die Kursteilnehmer bestätigt. Es wird fortlaufend zu aktualisieren und weiter zu entwickeln sein. Dazu erforderliche Mittel sollen aus der Lizenzvergabe des Weiterbildungsprogramms an andere Bildungseinrichtungen generiert werden. Die Bereitschaft dazu ist jedoch direkt von der Marktnachfrage abhängig, welche bei weiterhin schleppendem Markthochlauf der Elektromobilität und weiterhin gebremster Energiewende nicht gegeben ist.
In den nächsten Monaten wird es unser Bestreben sein, die im Rahmen des Verbundprojektes Smart Advisor zertifizierten Berater/in für Elektromobilität (HWK) bei ihrem Markteintritt zu unterstützen, um mit erfolgreich durchgeführten Beratungsprojekten das innovative Berufsbild bekannt zu machen. Dazu wurde auch die Förderung der Beratung bei Betrieben durch Ausgabe von Beratungsgutscheinen vorgeschlagen.
Aus Projektarbeiten an realen Anwendungsbeispielen und ersten Beratungsprojekten werden sich in Verbindung mit zu erwartenden technischen Entwicklungen viele Weiterentwicklungspotenziale ableiten lassen, über deren Umsetzung dann im Kreis der Kooperationspartner zu entscheiden ist.

Angaben zum Projekt
Name: Dr. Wolfgang Christl
Mail: wolfgang.christl@hwk-muenchen.de