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12/2025 | 17.12.2025
© AdobeStock - Robert Kneschke

Angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Die aktuellen Analysen des BIBB zeigen für das Berichtsjahr 2025 eine spürbare Verschlechterung auf dem Ausbildungsmarkt. Bundesweit wurden rund 476.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklungen unterscheiden sich zwischen den Bereichen: Während die Neuverträge in den Freien Berufen (+4,6 %) und im Handwerk (+0,4 %) zunahmen, verzeichneten Industrie und Handel (-4,6 %) sowie der Öffentliche Dienst (-2 %) Rückgänge.

Das Ausbildungsangebot lag mit 530.300 Stellen um -4,6 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang betraf vor allem das betriebliche Angebot. Gleichzeitig stieg die Nachfrage von Bewerberinnen und Bewerbern leicht um 0,7 Prozent auf 560.300.

Auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze entwickelte sich rückläufig: Zum Stichtag 30. September blieben 54.400 Stellen vakant – 21,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Parallel dazu suchten 84.400 Jugendliche weiterhin eine Ausbildungsstelle – der höchste Wert seit 2010.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung einer kontinuierlichen Ausbildungsbeteiligung der Betriebe, um zukünftige Fachkräftebedarfe zu sichern: „Wer heute nicht ausbildet, dem fehlen morgen die Fachkräfte.“

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© BIBB/zynd

Neue zyndfunken-Folge: Ausbildung mit Beeinträchtigung

Cedric, 21 Jahre alt, ist mitten in seiner Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker – und lebt mit der chronischen Erkrankung Morbus Crohn. In der neuen Folge des zyndfunken-Podcasts, dem Podcast des BIBB-Portals zynd für berufliche Orientierung und Übergangsgestaltung, berichtet er, wie er trotz gesundheitlicher Herausforderungen seinen Ausbildungsweg erfolgreich geht.

Für Cedric sind Offenheit im Betrieb und in der Berufsschule sowie die Unterstützung durch Familie und Fachberatung entscheidend, um seinen Weg zu meistern. Zudem kommt Christian Jakobitz, Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer Cottbus, zu Wort. Er erklärt, wie maßgeschneiderte Lösungen den entscheidenden Unterschied bei der Unterstützung von Auszubildenden machen können.

© Maxi Strauss

BIBB-Projekt erhält Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Das vom BIBB fachlich betreute Projekt „BBNE-PfleGe“ (Praxisanleitende in Pflege- und Gesundheitsberufen als Schlüsselpersonen für BBNE) ist Anfang Dezember mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) in der Kategorie Gesundheit ausgezeichnet worden. BBNE steht für Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung und setzt genau hier an: Das Projekt stärkt die Handlungskompetenz von Pflegefachpersonen, um Nachhaltigkeit im Pflegealltag zu verankern und die sozial-ökologische Transformation aktiv mitzugestalten.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) ist „BBNE-PfleGe“ eines von mehreren Umsetzungsprojekten im Programm „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“ (NIB). Ziel des Projekts ist es, die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, um nachhaltiges Handeln in Betrieben zu verankern und die Wirtschaft zukunftsfähig zu gestalten.

v.l.n.r.: Alex Eder, Friedrich Hermann, Wolfgang Wengel, Falk Schmidt, Sabine Dolp
© Sylvia Rustler, Landratsamt Unterallgäu

VerAplus gewinnt den Sozialpreis Unterallgäu 2025

Das Mentoringprogramm VerAplus (Verbesserung von Ausbildungserfolgen) wurde bei der diesjährigen Verleihung des Unterallgäuer Sozialpreises im Bereich Integration mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Das Programm ist Teil der vom BIBB koordinierten Initiative Bildungsketten und konnte mit seiner langjährigen und erfolgreichen Arbeit in der Unterstützung von Jugendlichen während ihrer Ausbildung überzeugen.

Die mit 3.000 EUR dotierte Auszeichnung wurde im Landratsamt Mindelheim im bayerischen Unterallgäu überreicht. VerAplus wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

© BIBB

Ergebnisse der InnoVET-Begleitforschung: Impulse für die Berufsbildung

Die InnoVET-Begleitforschung stellte am BIBB in Bonn ihre Ergebnisse zu innovativen Bildungsformaten, wirksamen Innovationsprozessen und erfolgreichen Transferstrategien vor. Im Fokus standen dabei insbesondere die Verzahnung beruflicher und akademischer Bildung sowie die Gestaltung nachhaltiger Innovations- und Transferprozesse. Getragen wird die InnoVET-Begleitforschung von Forschungsteams am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sowie an den Universitäten Magdeburg und Paderborn. Auf der Abschlusstagung wurden zentrale Perspektiven für die Weiterentwicklung von Berufsbildungsprogrammen diskutiert.

© AdobeStock - simona

Forschung zu stereotypen Altersbildern

Eine neue BIBB-Untersuchung zeigt, dass Betriebe die Leistungsfähigkeit älterer Beschäftigter häufig positiv einschätzen, jedoch deren Anpassungsfähigkeit eher kritisch sehen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen, die ältere Beschäftigte tendenziell negativer bewerten, auch weniger Personen dieser Altersgruppe beschäftigen.

Um Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken, wird es laut den Studienautorinnen und -autoren künftig noch wichtiger, die Potenziale älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt zu fördern und zu nutzen.

© BIBB

Abschlusskonferenz des EU-Projekts „Skills2Capabilities“

Im November fand die Abschlusskonferenz des EU-geförderten Projekts „Skills2Capabilities“ an der Universität Maastricht statt. Rund 80 Teilnehmende diskutierten, wie Ausbildungs- und Qualifizierungssysteme zukunftssicher und resilient gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich europäische Arbeitsmärkte und Qualifikationssysteme weiterentwickeln müssen, um das Qualifikationsmissverhältnis zu verringern.

Das BIBB war an vier von sieben Arbeitspaketen des Projekts beteiligt und präsentierte unter anderem Forschungsergebnisse zur Einflussnahme regionaler Faktoren auf die Nachfrage nach Fertigkeiten sowie zur Analyse von Ausbildungsordnungen. Neben Keynotes und Diskussionen bot eine Poster-Session vertiefende Einblicke in die Forschungsergebnisse.

Neue Chancen für die Fachkräftesicherung in der Altenpflege

Eine neue Studie des BIBB-Anerkennungsmonitorings zeigt, wie Anpassungsmaßnahmen zur Anerkennung internationaler Pflegeabschlüsse in der Altenpflege neue Chancen für die Fachkräftesicherung bieten. Seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020 haben Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, internationale Pflegekräfte vor Ort zu qualifizieren und langfristig zu binden.

Die Studie macht jedoch auch deutlich, dass die Umsetzung der neuen Regelungen in den Pflegeeinrichtungen sehr unterschiedlich ausfällt.

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Kompass für das vielfältige Berufsbildungssystem

Die deutsche Berufsbildung ist vielfältig und geprägt von verästelten Wegenetzen mit unterschiedlichen rechtlichen Grundlagen und Zuständigkeiten. Mit dem „Kompendium zur Berufsausbildung nach Bundes- und Landesrecht“ schafft das BIBB erstmals einen umfassenden Überblick über das komplexe Gesamtsystem. Strukturen, Ordnungsprozesse und Abschlussprüfungen werden darin vergleichend dargestellt. Die Publikation hebt Gemeinsamkeiten und Unterschiede hervor und soll dazu anregen, aus dem jeweils anderen System zu lernen.

© AdobeStock - Rawpixel.com

Rechtliche Fragen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der beruflichen Bildung

Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Lehren, Lernen und Verwalten in der beruflichen Bildung grundlegend. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wie dieser Einsatz gestaltet werden kann. Hierzu enthält die neue EU-KI-Verordnung wichtige Hinweise. BIBB-Autor Christoph Junggeburth fasst in der Ausgabe 4/2025 der BIBB-Fachzeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP)“ die für Berufsbildungseinrichtungen relevanten Punkte zusammen und benennt Leitfragen, die für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz hilfreiche Orientierung geben.

© BIBB/Hagedorn

Ausbildungsabbrüche in der Pflege wirksam verhindern

Hohe Abbruchquoten stellen die Pflegeausbildung vor große Herausforderungen. Die neue BIBB-Handreichung „Verstehen. Verändern. Verhindern.“ bietet praxisnahe Lösungen, um Auszubildende gezielt zu begleiten und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Im Mittelpunkt steht das Modell des „Hauses der guten Ausbildung“, ergänzt durch erprobte Maßnahmen wie Mentoring, Reflexionsgespräche, lernförderliche Umgebungen und Checklisten.

Die Publikation richtet sich an Lehrende, Praxisanleitende und Entscheidungsträgerinnen und -träger und unterstützt sie dabei, Ausbildungsqualität zu sichern und eine nachhaltige Lernkultur zu fördern.

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Frohe und besinnliche Weihnachtstage und alles Gute für 2026!

Liebe Abonnentinnen und -Abonnenten,

wir blicken auf ein Jahr zurück, in dem sich die berufliche Bildung spürbar verändert hat. Künstliche Intelligenz, digitale Werkzeuge und neue Lernformate haben 2025 zentrale Impulse gesetzt – und gleichzeitig gezeigt, wie wichtig verlässliche Strukturen, qualifizierte Fachkräfte und eine starke internationale Zusammenarbeit bleiben.

Ob bei der Weiterentwicklung der dualen Ausbildung, neuen KI-Kompetenzmodellen, Projekten zur Digitalisierung oder im Austausch mit Partnern weltweit: das BIBB hat auch in diesem Jahr gemeinsam mit vielen Akteurinnen und Akteuren daran gearbeitet, berufliche Bildung zukunftsfähig zu gestalten und Orientierung im Wandel zu geben. Wir hoffen, dass wir Sie dabei gut informieren und begleiten konnten.

Das Team von BIBBaktuell bedankt sich herzlich für Ihr Interesse, Ihre Rückmeldungen und den konstruktiven Dialog.

Wir wünschen Ihnen frohe und erholsame Feiertage, einen gelungenen Jahreswechsel und für 2026 vor allem Gesundheit, Inspiration, neue Perspektiven und erfolgreiche Projekte.

Jana Ronzhes
im Namen der BIBBaktuell-Redaktion

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Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Friedrich-Ebert-Allee 114-116
53113 Bonn

Verantwortlich:
Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser (Präsident)

Redaktion:
Jana Ronzhes

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