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Slowakei

Slowakei

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

  • Rahmen: Gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem slowakischen Bildungsministerium (MinEdu), um die Weiterentwicklung des slowakischen Modells der dualen Berufsausbildung zu begleiten;
  • Bilaterale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung
  • Deutsch-slowakische bilaterale Arbeitsgruppe
  • Kooperationsvereinbarung zwischen BIBB und dem Staatliches Institut für Berufsbildung (SIOV)
  • Zeitraum: Langjährige Zusammenarbeit in der Berufsbildung; laufende Zusammenarbeit seit 2012, 2015 verlängert, 2019 erneuert

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Initiierung und Unterstützung von Berufsbildungsprojekten mit Partizipation von Schulen, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen und weiteren relevanten Akteuren wie Arbeitgeberverbänden und weiteren Partnern (Unterstützung der öffentlich-privaten Partnerschaft).
  • Förderung der Partizipation der Arbeitgeber so wie auch der Arbeitgeberverbände bei der Information und Beratung von Schülern und bei der Erhöhung der Attraktivität beruflicher Bildung.
  • Unterstützung der Zusammenarbeit von Arbeitgeberverbänden und Kammern beider Länder mit berufsbildenden Schulen und Ministeriumsorganisationen in Bezug auf einen Abgleich und eine Abstimmung von Berufsbildungsinhalten;
  • Erhöhung der Qualität von beruflicher Erstausbildung und Weiterbildung;
  • Unterstützung bei der Entwicklung und Einführung von Weiterbildungsmöglichkeiten z.B. auf der Grundlage des deutschen Industriemeisters.
  • Aufsetzen von Bildungsprogrammen und zugehörigen Finanzierungsplanungen für die (Weiter-) Qualifizierungen von Berufsbildungspersonal.
  • Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildungsforschung und Maßnahmen zur Förderung der Passung von Angebot und Nachfrage im Bereich der beruflichen Erstausbildung (Arbeitsmarktorientierung).
  • Förderung der Mobilität von Berufsschülern, Bildungspersonal und Betriebsvertretern im Rahmen von europäischen Programmen – insbesondere Erasmus+ 

 

Bundes- und Landesministerien

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Umsetzung und Weiterentwicklung des slowakischen Modells der dualen Berufsausbildung ist durch den deutschen Beitrag fachlich unterstützt.
Lokaler Partner: Slowakisches Bildungs-/Wissenschafts-/Sportministerium (MinEdu)
Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2012, verlängert 2015 und erneuert 2019)
  • Strategiepapier der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand (2013)
  • Bilaterale Arbeitsgruppe (2. Sitzung 2015)
  • Auftrag an folgende regierungsnahe Einrichtungen (2012): GOVET/BIBB

Kultusministerium Baden-Württemberg (BMWI)
Ziel der Zusammenarbeit: Umsetzung der Donauraumstrategie
Lokaler Partner: Ministerium für Bildung/Wissenschaft- und Sport
Grundlagen der Zusammenarbeit: Makroregionale Strategie der Europäischen Kommission
Themen: Berufsausbildung innerhalb des Pfeilers „Aufbau von Wohlstand im Donauraum“

 

 

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Bundesinstitut für Berufsbildung

Vorhaben 1

Ziel der Zusammenarbeit: Einführung dualer Elemente
Lokaler Partner: SIOV, slowakisches Bildungsministerium
Zeitraum: seit 2013
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Vorhaben 2

Duale Ausbildung als betriebliche Strategie der Fachkräftesicherung – Fallstudien zu Motivation und Organisation im internationalen Vergleich
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

GOVET (im Auftrag des BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Umsetzung und Weiterentwicklung des slowakischen Modells der Dualen Berufsausbildung ist im Rahmen der deutsch-slowakischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung
Lokaler Partner: MinEdu
Themen: Berufsorientierung, Forecasting, Qualität in der Berufsbildung, Aufstiegsqualifikationen, Digitalisierung, Kompetenzen und Fachkräftebedarf, Einbindung der Unternehmen in die berufliche Bildung
Zeitraum: 2013-2018

 

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer (DSIH)
Die DSIH hat zunächst bis 2018 deutsche und slowakische Unternehmen bei der Festlegung und Umsetzung der Grundzüge des slowakischen Modells der Dualen Berufsausbildung insbesondere bei der Standardentwicklung, Prüfung und Zertifizierung innerhalb des Srategieprojektes des BMBF “Vetnet” beraten und entwickelt das Geschäftsmodell seitdem selbständig weiter.
 

 Deutsche Firmen/Deutsche Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung
In der beruflichen Bildung aktiv sind z.B. VW, Manz, Vaccumschmelze, Hella, ecco, Gabor

Wirtschaft

  • Großer Fachkräftemangel bei leichtem Wirtschaftswachstum: reales BIP 2015: 3,8 %; 2016: 3,3 %; 2017: 3,3 %; 2018: 3,8 %; 2019: 2,3 %; 2020: - 6,2 %
  • Arbeitslosigkeit liegt bei 7,9%, davon Jugendliche 15,7 %
  • Der Anteil von Industrie und Baugewerbe beträgt ca. 35 % des Bruttoinlandsprodukts; über 60 % macht der Dienstleistungssektor aus, der Anteil der Landwirtschaft liegt bei etwa 3 %.
  • Arbeitsmarkt- und Berufsbildungssystem können nicht genügend arbeitsmarktfähige Fachkräfte für bestehende Wirtschaft ausbilden (Februar 2020, 90.000 gemeldete Vakanzen);
  • Deutsche Firmen, die ausbilden: u.a. VW, ecco, Gabor, Vaccumschmelze, Manz, Hella, Telecom Systems, Brose Bremsen, webasto; österreichische Firmen, die ausbilden: Wertheim, ZKW, MIBA
  • Inflationsrate: 2016: -0,5 %; 2017: 1,3 %; 2018: 1,7 %, 2019: 2,6 %, 2020: 2,09 %
  • ​​​​​​​Deutschland wichtigster Handelspartner: Handelsvolumen 27,1 Mrd.

Gesellschaft

  • Internetnutzung:  85%
  • ​​​​​​​Erwerbstätige Bevölkerung 4,3 mio (ca. 2016), Landwirtschaft: 3.6%, Industrie: 31.6%, Dienstleistung: 64,8% (2016, CIA Fact Book)
  • ​​​​​​​Export von Gütern und Dienstleistungen: 94.8%
  • ​​​​​​​Import von Gütern und Dienstleistungen: -91.6% (2016)
  • ​​​​​​​40% Automobilproduktion und Zulieferung
  • Jugendarbeitslosigkeit 15,7​​​​​​​​​​​​​​​​​​​
  • ​​​​​​​Altersstruktur: 0-14 Jahre: 15,5 %; 15-24 Jahre: 10,9 %; 25-54 Jahre: 45,1 %; 55-64 Jahre: 13,4 %; 65 Jahre und darüber: 15,6 %
  • ​​​​​​​Arbeitslosenquote: 2017: 8,1 %; 2018: 6,5 %; 2019: 5,8 %, 2020:5,5 %
  • ​​​​​​​​​​​​​​Rund 300.000 Slowakinnen und Slowaken arbeiten im Ausland

Staat

 Regierung will

  • das duale Berufsbildungssystem weiterentwickeln;
  • eine nachhaltige Wirtschaft fördern und Fachkräfte als Indikator für Investitionen nachhalten.

Ministerien hauptsächlich für Berufsbildung zuständig: Bildungs/Wissenschafts/Sportministerium (MinEdu und regionale Strukturen)

Nachgeordnete Behörden zuständig für Berufsbildung:

  • Das Nationale Institut für Bildung (SPÙ, Státny pedagogický ústav), das im Bereich der beruflichen Bildung Unterstützung bei Curriculumsentwicklung der allgemeinbildenden Fächer an den beruflichen Schulen leistet.
  • Das Staatliche Institut für berufliche Bildung (SIOV, Státny institút odborného vzdelávania), leistet Unterstützung bei der Entwicklung der beruflichen Schulcurricula und ist verantwortlich für die Entwicklung der nationalen Rahmencurricula.

Berufsbildungssystem

  • Im September 2015 wurde ein neues duales Ausbildungssystem mit der Option „Dualer Ausbildung“ eingeführt. Die insgesamt vierjährige Ausbildung hat einen Praxisanteil von 50 % und führt zu einem doppelten Abschluss (Abitur und Berufsabschluss). Die Betriebe wählen ihre Auszubildenden aus und schließen mit ihnen einen Lehrvertrag, der die Dauer und die Inhalte der Ausbildung regelt.
  • Die gesetzlichen Grundlagen sind am 01. April 2015 in Kraft getreten.
  • Die beruflichen Sekundarbildungen (nižšie stredné odborné vzdelanie, Sek I und Sek II) vermitteln entweder in einem zweijährigen oder drei- oder vierjährigem Programm allgemeine und berufsbezogene Fächer. In bestimmten Lehrlingsfächern kann der Abschluss zusätzlich aus einem Lehrbrief sog. „Certificate of Apprenticeship“ (výučný list) bestehen.
  • Die berufliche Sekundarbildung mit Reifezeugnis (úplné stredné odborné vzdělanie, Sek. II) vermittelt in einem mindestens vier- bis fünfjährigen Programm allgemeine und berufsbezogene Fächer und schließt für den erreichten Bildungsgrad und die erreichte Qualifikation mit dem Reifezeugnis "Maturita" ab, das den Zugang zu den Hochschulen ermöglicht. In bestimmten Studienfächern beinhaltet der Abschluss zusätzlich ein Lehrbrief.

Herausforderungen für die Berufsbildung:

  • Neu eingeführtes duales Berufsbildungssystemmodell nachhaltig in allen slowakischen Regionen institutionalisieren;
  • Ausbildungsbereitschaft bei Unternehmen fördern;
  • Berufsbildungseinrichtungen darauf vorbereiten, Fachkräfte für die Wirtschaft bereitzustellen;
  • Reform ist nicht darauf ausgelegt, Kleinunternehmertum zu fördern.
  • Image des dualen Ausbildungssystems verbessern
  • Einführung von digitalen Elementen in die Berufsausbildung
  • Höhere Berufsbildung

Seit Sommer 2019 gibt es eine Gesetzesnovelle. Zentrales Ziel ist es, die Verbindung zwischen Praxis und Schule zu vereinfachen sowie die Bedingungen für Arbeitgeber zu vereinfachen, eine Ausbildung anzubieten. Dazu wurden verschiedene Aspekte einbezogen: 

  • Keine Kürzung der Finanzen für die Schulen
  • Abschaffung administrativer Hürden
  • Zusammenschluss von kleinen Unternehmern wird erleichtert
  • Mehr Zeit in der praktischen Ausbildung: 60% frei gestaltbar in den staatlichen Programmen
  • Schaffung eigener Betriebsschulen
  • Einführung eines „Haupt- Instruktors“ in den Betrieben
  • Neue Regelung zur Eröffnung von Klassen: Zuständigkeit nicht mehr in den Regionen, sondern beim Ministerium; zusammen mit den Regionen werden die Aufnahmeprüfungen entwickelt
  • Finanzielle Förderung der Unternehmen: Unternehmen direkt bekommen Förderung, nicht mehr durch Steuern; 300-1000 EUR pro Jahr
  • Karriere- Beratung angepasst: Pilotprojekt beim SIOV (Slowakisches Institut für Berufsbildung)
  • Die im ursprünglichen Gesetz geplanten Fonds zur Förderung beruflicher Bildung wurden vollständig gestrichen.

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

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Slowakei: Gemeinsam die Herausforderungen meistern
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Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung am 11. September 2019 in Bratislava wird die Berufsbildungskooperation zwischen Deutschland und der Slowakei fortgesetzt. Seit 2012 begleitet das BMBF die tiefgehende Reform des Bildungssystems bei der Einführung eines dualen Ausbildungsansatzes.

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