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Schweizerische, österreichische und deutsche Zusammenarbeit zieht bei der Einführung von dualer Berufsbildung in Serbien an einem Strang

Unterzeichnung des Memorandum of Understanding
v.l.n.r.: Ursula Läubli, Schweizer Kooperationsbüro, Ann-Kathrin Hentschel, GIZ, und Dr. Erika Teoman-Brenner, Wirtschaftsdelegierte der österreichischen Botschaft.© GIZ

Das Schweizer Kooperationsbüro in Serbien, die Wirtschaftsdelegierte der Österreichischen Botschaft und das Projekt “Reform der beruflichen Bildung in Serbien” der Deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben am 26.4.2017 in Belgrad ein Memorandum of Understanding unterzeichnet.

Ziel des MoU zwischen dem Schweizer Kooperationsbüro, der österreichischen Zusammenarbeit und dem von der GIZ implementierten Projekt „Reform der beruflichen Bildung in Serbien“ ist es, eine kontinuierliche Kommunikation und Zusammenarbeit sowie einen regelmäßigen Austausch von Erfahrungen und Informationen zwischen der Organisationen bezüglich der Maßnahmen, Ergebnissen und weiteren Plänen im Bereich der Einführung von Elementen der dualen Ausbildung in das Bildungssystem in Serbien zu ermöglichen. Gemeinsam wird die Entwicklung eines Gesetzes zu dualer Beruflicher Bildung unterstützt.

Deutschland, Österreich und die Schweiz unterstützen die Regierung der Republik Serbien – insbesondere die serbische Wirtschaftskammer und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und technologische Entwicklung – bei deren Bestrebungen, die Elemente der dualen Ausbildung erfolgreich in das serbische System der beruflichen Bildung einzuführen.

Im Rahmen des Projektes „Reform der beruflichen Bildung in Serbien“, das von der Deutschen Bundesregierung finanziert und vom serbischen Bildungsministerium und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt wird, wurden bis jetzt 3 modernisierte Ausbildungsgänge eingeführt: Schlosser-Schweißer, Elektriker und Industriemechaniker. „Derzeit werden nach dem kooperativen Ausbildungsmodell mit den Elementen der dualen Ausbildung rund 800 Schüler an 16 Berufsschulen in ganz Serbien ausgebildet, woran auch rund 50 Unternehmen beteiligt sind – dazu zählen sowohl deutsche als auch serbische große, mittelständische sowie kleine Unternehmen“, so Ann-Kathrin Hentschel von der GIZ, die hinzugefügt hat, dass die an diesem Projekt beteiligten Unternehmen ihr Engagement als eine Investition in die Zukunft ansehen.

Das Schweizer Projekt „von der Bildung zu Beschäftigung“ (Education to Employment) fokussiert sich auf die Unterstützung des kürzlich verabschiedeten Beschäftigungs- und Sozialreformprogramms. Das Programm schlägt innovative Vorschläge zur Bewältigung der rechtlichen Hürden hinsichtlich der Einführung einer dualen Bildung vor. In Westserbien wurde mit der Unterstützung der Holzindustrie die Unterrichtsmethodik in Schulen angepasst und der Praxisanteil in Betrieben erhöht.
Auch die österreichische Zusammenarbeit unterstützt die Einführung von Elementen der dualen Ausbildung in die berufliche Bildung in Serbien. Wie Dr. Erika Teoman-Brenner, Wirtschaftsdelegierte der österreichischen Botschaft in Serbien, betont, arbeite man im Projekt derzeit an den Ausbildungsgängen „Einzelhandelskaufmann“ und „Speditionskaufmann“, wobei
der Schwerpunkt, ähnlich wie bei den Projekten der deutschen und schweizerischen EZ auf einem hochwertigeren Praxisanteil liegt, der auch in den Betrieben unter Anleitung von qualifizierten Ausbildern durchgeführt wird.

Allen Projektansätzen ist gemein, dass die Kooperationsprojekte zur Entwicklung eines serbischen Modells der beruflichen Bildung beitragen, welches keine Kopie aus dem einem oder anderen Land darstellen soll, sondern die Erfahrungen und Elemente, die dem Bedarf der Wirtschaft und den Umständen in Serbien am besten entsprechen, nutzen wird.

Die Zusammenarbeit der drei Organisationen ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie gelebte Kooperation zwischen Geberorganisationen aussehen kann und passt gut in den Kontext des „Geberkomittees für duale Berufsbildung“ (DC dVET), welches 2016 von Vertreterinnen der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Deutschland ins Leben gerufen wurde.