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Slowakei: Mehr Auszubildende durch gezielte Berufsorientierung

Auszubildende der Manz AG aus dem Stammhaus in Reutlingen erarbeiten mit ihren slowakischen Kollegen ein Roboterprojekt.
Insgesamt 9 Jugendliche lassen sich derzeit bei der slowakischen Produktionsstätte des Hanauer Magnetwerkstoff-Herstellers Vacuumschmelze dual ausbilden.© Hannelore Kress / GOVET

Die Weichen für duale Berufsausbildung sind in der Slowakei längst gestellt. Viele Firmen bilden bereits dual aus. Doch die Rekrutierung von Auszubildenden läuft nur schleppend. Gezielte Maßnahmen sollen nun mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung begeistern.

Die slowakische Wirtschaft erlebt einen Aufschwung. Die Investitionen in das Land an der Donau steigen, neue Produktionsstandorte entstehen und mit ihnen neue Jobs. Was der Slowakei jedoch fehlt, sind gut ausgebildete Fachkräfte. Doch die braucht es, damit die Wirtschaft langfristig stabil bleibt. Eine Lösung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sieht die Slowakei im dualen Ausbildungssystem. Unterstützt durch Beratung aus Deutschland, dessen duale Ausbildung international als vorbildhaft gilt, hat die Slowakei eine duale Ausbildung entwickelt. Vor zwei Jahren hat das Land ein Bildungsgesetz verabschiedet, das die Option zur dualen Ausbildung erweitert. Das neue Ausbildungsmodell wurde als Ergänzung zum bestehenden, weitgehend schulischen Ausbildungsmodell eingeführt.

Auszubildende der Manz AG aus dem Stammhaus in Reutlingen erarbeiten mit ihren slowakischen Kollegen ein Roboterprojekt.
Auszubildende der Manz AG aus dem Stammhaus in Reutlingen erarbeiten mit ihren slowakischen Kollegen ein Roboterprojekt.© Hannelore Kress / GOVET

Deutsche, in der Slowakei ansässige, Firmen sowie slowakische Firmen setzen bereits auf die qualifizierte duale Ausbildung von jungen Fachkräften. Die positive Einstellung, gerade auch der deutschen Firmen wie Manz, Vaccumschmelze, Brose und Gabor auszubilden, stößt jedoch immer noch auf die Skepsis der Jugendlichen und ihrer Eltern. Berufsbildung wird weiterhin mit dunklen Produktionshallen assoziiert, in denen schwere körperliche Arbeit ohne weitere berufliche Perspektive geleistet wird. So werden die neuen Ausbildungsangebote kaum oder nur zögerlich wahrgenommen. Dem sollen Mechanismen der strategischen Berufsorientierung entgegenwirken: Berufsorientierung an Schulen und in Unternehmen, Werkstatt-Tage, Girls Days oder spezielle Aktionen für die Eltern.

Das Thema „Berufsorientierung“ stand im Fokus der Diskussion eines Technical Meetings Brastislava am 7. Juni 2017. Das slowakische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Sport (MSVVaS), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET) haben bei diesem Treffen Maßnahmen entwickelt, um gezielt das Image der beruflichen Bildung zu verbessern.

Der Reformprozess in der slowakischen Berufsbildung dauert an. In einem Dialog mit den Arbeitgeberverbänden, regionalen Verwaltungen und dem Bildungsministerium wird eine Novellierung mit Vorschlägen zur einer weiteren Verbesserung im Herbst auf den Weg in die parlamentarische Diskussion gebracht.