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Berufsbildung und Beschäftigung in Ägypten besser verzahnen

Bildungsminister Dr. Tarek Shawky eröffnet die nationale Berufsbildungskonferenz der ägyptisch-deutschen Zusammenarbeit.© Egyptian Broadcast Systems; Kairo, Ägypten

Auf Erreichtes zurückblicken und darauf aufbauend in die Zukunft schauen – dies war Anlass der nationalen Berufsbildungskonferenz der ägyptisch-deutschen Zusammenarbeit am 20. September 2017 in Kairo.

Veranstaltet von der Deutschen Botschaft Kairo mit Unterstützung der GIZ und der KfW kamen 235 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Privatwirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Geberlandschaft zusammen, um die Wirkungen der ägyptisch-deutschen Berufsbildungszusammenarbeit zu reflektieren und in die Herausforderungen und Potenziale des ägyptischen Berufsbildungssystems einzuordnen.

Nach den Eröffnungsworten des Bildungsministers Dr. Tarek Shawky sowie des deutschen Botschafters Julius Georg Luy betonte der stellvertretende Minister für Berufsbildung Dr. Ahmed El Geushey in seiner programmatischen Rede die Bedeutung eines systematischen Ansatzes bei der Stärkung der Berufsbildung in Ägypten. Dabei rückte er insbesondere die Vermittlung von Kompetenzen in den Mittelpunkt, welche durch ein vermehrtes Lernen am Arbeitsplatz gestärkt werden müssen. Den Rahmen für einen schärferen politischen Fokus auf Berufsbildung steckte daraufhin Prof. Dr. Ute Clement von der Universität Kassel ab, indem sie anschaulich die volkswirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz eines effizienten und attraktiven Berufsbildungssystems aufzeigte.

Zentraler Faktor Beschäftigungsfähigkeit und Dienstleistungen für den Übergang in den Beruf

Ein wiederkehrendes Motiv während der gesamten Konferenz war die Rolle der Berufsbildung als Mittel zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen, um der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Ägypten entgegenzutreten. Auf großes Interesse stießen dabei die Erfahrungen im Auf- und Ausbau des ägyptischen dualen Systems. Das in den Neunzigerjahren im Zuge der so genannten Mubarak-Kohl-Initiative in Ägypten eingeführte Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild erfährt erneut große politische Aufmerksamkeit, was sich unter anderem in den ambitionierten Zielen des Bildungsministeriums widerspiegelt, die Anzahl der Berufsschüler im dualen System in den kommenden Jahren zu verdoppeln.
Doch auch die Suche nach dem richtigen Beruf nimmt eine bedeutende Stellung in der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen ein. Karriereberatung an technischen Sekundarschulen hilft den Schülerinnen und Schülern dabei, bewusste und informierte Entscheidungen über ihren beruflichen Werdegang nach Schulabschluss treffen zu können. Gleichzeitig fördert Unterricht in unternehmerischen Grundkompetenzen Kreativität und Unternehmensgeist, um langfristig die berufliche Option Selbstständigkeit aufzuzeigen.

Erfolge greifbar machen

Doch abseits der Konferenzbühne wurden die Erfolge der ägyptisch-deutschen Berufsbildungszusammenarbeit greifbar: Schülerinnen und Schüler, Ausbilder, sowie Lehrerinnen und Lehrer aus dualem System, Karriereberatung, Vermittlung unternehmerischer Grundkompetenzen, wie auch des von der KfW im Auftrag des BMZ unterstützten Integrierten Ausbildungszentrums im oberägyptischen Assiut teilten an kreativ und informativ gestalteten Ständen ihre Erfahrungen mit den Konferenzteilnehmenden. Ebenso wurden Kurzfilme, die die Zielgruppe der Arbeit in den verschiedenen Bereichen zu Wort kommen lassen, erstmalig gezeigt. Denn gute Berufsbildung wird letzten Endes an gut ausgebildeten Menschen gemessen – auch in Ägypten.