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Govet

Zwölftes Treffen der deutsch-russischen Arbeitsgruppe Berufsbildung

Zwei Teilnehmer und eine Teilnehmerin der deutsch-russischen AG
Im Bild l.n.r: J. Müller, Hauptgschäftsführer Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks, Robert Fuhs, Obermeister Rhein-Sieg und zuständig für Berufsbildung im Verband, Maria Yurgelas, stellv. Direktorin NARK

Am 27. und 28. Juni traf sich zum 12. Mal die deutsch-russische Arbeitsgruppe Berufsbildung. Turnusgemäß war Deutschland dieses Mal in Hamburg Gastgeber. In Anwesenheit der Generaldirektorin für Berufsbildung im russischen Bildungsministerium, Dr. Inna Chernuskutova, und des Unterabteilungsleiters im BMBF, Frithjof A. Männel, stellten russische und deutsche Partner vielfältige Aktivitäten zur Neuorientierung der Berufsbildung vor.

Die deutsch-russische Zusammenarbeit in der Berufsbildung zeigt Erfolge in der Einführung von Elementen des dualen Aus- und Weiterbildungssystems. Eindrucksvoll sind die Fortschritte in Russland insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Energie- und Kraftfahrzeugsektor. Zurzeit werden an die 40.000 junge Leute in 50 Profilberufen dual ausgebildet. Im thematischen Fokus stehen zudem: der Ausbau nachhaltiger Strukturen, die Durchführung unabhängiger Prüfungen, Sicherung der Qualität, Einbindung von kleinen und mittelständischen Unternehmen und vor allem auch die Digitalisierung in der Berufsbildung. Die Agentur für Strategische Initiativen (ASI) bietet hier die Rahmenbedingungen für die Vernetzung der russischen Partner. Zu Beginn der AG stellte Abteilungsleiterin Julia Khanzhina die sogenannten „Boiling Points“ der Agentur vor. In diesen regionalen Treffpunkten für Projekte, Aktionen, Seminare bietet die ASI die Rahmenbedingungen für Workshops u.a. zu aktuellen Themen, wie der Fachkräftesicherung. Künftig bietet sich hier auch deutschen Partnern die Möglichkeit, sich vor Ort zu vernetzen und lokale Akteurinnen und Akteure besser kennenzulernen.

Zwei Herren und Damen von deutscher Seite an einem Tisch
Vertreter des BMBF während der Sitzung

Auch die Ausbildungsleiterin des größten russischen Röhrenherstellers „Chelpipe“, Anna Polyako, war während des Besuchs dabei. Sie schilderte die Entwicklungen im dualen Ausbildungsmodell des Werks. So berichtete die Ausbildungsleiterin von erhöhten Bewerberzahlen und einer damit verbundenen Steigerung des Wettbewerbs um die Ausbildungsplätze. Aus der Entwicklung und Einführung des russlandweiten Standards resultiere die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Schulen. Schließlich hätte dies, zumindest bis Ende 2018, eine intensivere Qualifizierung der betrieblichen Ausbilderinnen und Ausbilder und eine Erhöhung der Investitionen in der Personalentwicklung zur Folge.

Des Weiteren stellte die Agentur für die Entwicklung von Qualifikationen (NARK) das gemeinsame Friseurprojekt vor. Der russischen Fachverband „Frisur/Schönheit“ und die NARK führen dieses Projekt zusammen mit der deutschen Arbeitgeberseite im Friseurhandwerk und GOVET durch. Hauptsächlich geht es um die gemeinsame Erarbeitung einer Demonstrationsprüfung für das zweite Ausbildungslehrjahr auf der deutschen und russischen Seite. So sollen im Herbst jeweils fünf Auszubildende beider Nationalitäten an der Prüfung teilnehmen. Die Berufsverbände wollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Prüfungsabläufen herausarbeiten. Die Resultate wollen beide Seiten nutzen, um ihre Regelwerke zu überarbeiten. Des Weiteren wird zusammen mit dem Deutsch-Russischen Jugendaustausch (DRJA) ein Fachtag zu „Mobilität mit Russland“ am 2.11.2018 in Berlin stattfinden. Berufsschulen und Unternehmen sollen in beiden Ländern ermutigt werden, den Austausch von Personal und gerade jungen Auszubildenden zu fördern.

Herr Lücking steht neben einem Flipchart und erläutert die berufliche Bildung
Vortrag von Thomas Lücking

Im Rahmen des Begleitprogramms wurde die BS12, Berufsschule Friseur, in Hamburg besucht. Der zuständige Abteilungsleiter, Thomas Lücking, beindruckte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das innovative Konzeptklassen-Modell. Hier werden die Auszubildenden individuell dort abgeholt, wo sie sind: lernhungrig, schnell, gestalterisch oder eher praktisch orientiert. Die Auszubildenden werden so mit Fokus auf die jeweiligen Stärken und ihren Bedarfen auf die für alle gleich Prüfung vorbereitet.