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Bedarfsanalyse zur dualen Ausbildung in Russland erschienen

Gruppe von vier Männern in einer Werkstatt

Mit besonderem Fokus auf berufliche Bildung widmet sich eine aktuelle Bedarfsanalyse der Auslandshandelskammer Moskau (AHK) der Fachkräftesicherung in Russland. Hierzu befragte die AHK insgesamt 57 russische und deutsche Unternehmen.

Die duale Ausbildung in Russland befindet sich in Bewegung: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte von 2013 bis 2018 an elf Auslandshandelskammern, darunter in Moskau, das „VETnet-Projekt“, das sich mit Berufsbildung und Einführung von Elementen der dualen Aus- und Weiterbildung beschäftigte. In Russland war VETnet ein großer Erfolg und kam zeitlich genau richtig zur 2012 startenden Reform der Berufsbildung durch die russische Regierung; so wurden in diesem Zusammenhang wichtige Rahmenbedingungen für die praxisorientierte Ausbildung geschaffen. Grundlegend für die weitere Entwicklung war auch die Entscheidung von Präsident Putin, „neue, effiziente Bildungsmodelle einzuführen, um die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte gewährleisten zu können“.

Vor diesem Hintergrund organisierte die deutsche AHK Moskau für deutsche Unternehmen in Russland duale Ausbildungsgänge in mehreren Unternehmen wie der Globus-Gruppe, Bertelsmann und Bautex. Zugleich arbeitete sie mit allen relevanten russischen Akteuren wie der Agentur für Strategische Initiativen (ASI), dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation (MON), dem Föderalen Institut für Bildungsentwicklung (FIRO) sowie einzelnen Regionalverwaltungen zusammen. GOVET war ebenfalls aktiv und ergänzte mit dem Aufbau der Online-Plattform „prof-mayak“, Workshops, Study Visits und dem Aufbau eines Pools von Wissensträgerinnen und Wissensträgern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren das Projekt der AHK.

Im Laufe der Jahre zeigte sich, dass der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften nicht nur bei den deutschen Produzenten und Dienstleistern sowie anderen internationalen Unternehmen in der Föderation groß ist. Auch russische Unternehmen sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, geeignete Fachkräfte zu gewinnen und interessieren sich verstärkt für praxisorientierte Ausbildung. Zu Beginn des Projekts wurde zunächst das Berufsbildungspersonal in Schulen und Unternehmen weitergebildet und für die veränderten Aufgaben qualifiziert. Die Ausbildungen in den Bereichen Mechatronik, Logistik, Call-Center, Fleischverarbeitung, Backwaren, Konditorei sowie im kaufmännischen Bereich erfuhren so eine Modernisierung. Anschließend wurde mit der Ausbildung angehender Fachkräfte begonnen. 50 junge Absolventen haben bis heute die neue Ausbildungsform erfolgreich abgeschlossen.

Eine Zwischenbilanz der Novellierung der letzten Jahre liegt nun mit der Bedarfsanalyse „Bildungslandschaft in Russland“ vor. Sie liefert nicht nur einen umfassenden Überblick über die bildungspolitischen Änderungen in Russland in den letzten fünf Jahren, sondern auch konkrete Hinweise und Best-Practice-Beispiele zur Realisierung von dualen Ausbildungsmodellen in anderen Ländern.