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Die Rolle der Ausbilder – Deutsch-russische Konferenz in Moskau

Mehr als 150 Vertreter deutscher und russischer Unternehmen und Einrichtungen der beruflichen Bildung diskutierten über die Stellung des Ausbilderberufs. Dabei kamen nicht nur die positiven Aspekte zur Sprache.

Am 26.09.2018 fand in der Deutschen Botschaft Moskau eine Konferenz zum Thema: „Aufgaben, Stellung und Rolle der Ausbilder im System der dualen Berufsbildung“ statt. Organisiert hatte die Veranstaltung das Sozialreferat der Botschaft mit Unterstützung des Föderalen Instituts für Berufsbildung (FIRP RANHIGS) und der Russisch-Deutschen Auslandshandelskammer (AHK Moskau). Zur Teilnahme waren mehr als 150 Vertreter deutscher und russischer Unternehmen sowie Einrichtungen der beruflichen Bildung und der Bildungsverwaltung eingeladen.

In drei Blöcken diskutierten die Experten über rechtliche Rahmenbedingungen, sozialpädagogische Herausforderungen und verschiedene Modelle der Zuordnung der Ausbilder in den Unternehmen. Die Perspektive des deutschsprachigen Raumes vertraten Frau Dr. Hannelore Kress von GOVET, Herr Alexander Siegenthaler, stellvertretender Leiter der Abteilung für Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft der Schweizer Botschaft in Moskau, und Herr Rudolf Lukavsky, Leiter der Handelsabteilung der Botschaft der Republik Österreich in Moskau.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhren im Rahmen der Konferenz Anwerbung und Motivation der Ausbilder, ihre Bedürfnisse und die Anforderungen an sie sowie der Bereich Aus-und Weiterbildung im Unternehmen. Im Laufe des Meinungsaustauschs wurden nicht nur die positiven Erfahrungen der Ausbilder im Bildungs-und Arbeitsprozess beschrieben, sondern auch die bestehenden Herausforderungen und Probleme diskutiert. Dazu zählen unter anderem die mangelnde gesetzliche Verankerung der Rolle der Ausbilder, die geringe Bezahlung ihrer Arbeit und die mangelnden Anreize von Seiten der Unternehmen und des Staates.
Die russischen Referenten aus den Bereichen Wirtschaft, Berufsschule und Bildungsverwaltung stellten zahlreiche Bildungsprojekte und Experimente vor, die eine Fortentwicklung der Modelle der dualen Berufsausbildung in Russland belegen.

Im Anschluss an die Konferenz fand auf Einladung der ständigen Vertreterin des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Moskau, Frau Beate Grzeski, eine feierliche Verleihung der Ehrenurkunden der AHK Moskau an die besten Ausbildenden und Auszubildenden aus dem Projekt VETnet statt. Die AHK Moskau erarbeitete seit 2014 im Rahmen des Projektes VETnet zehn duale Ausbildungsprogramme in sieben Regionen Russlands und führte diese auch durch: Ebenso wie ihre Ausbilderinnen und Ausbilder erhielten die besten von insgesamt 77 Absolventinnen und Absolventen des Schuljahres 2017/18 im Rahmen der feierlichen Zeremonie und in Anwesenheit des AHK Vorstandsvorsitzenden eine Auszeichnung. Als neue Projektteilnehmer wurden die Unternehmen „Claass“ und „Ikea“ begrüßt.

Der zweite Teil der Konferenz fand am 27. September in den Räumlichkeiten des Föderalen Institutes für Berufsbildung statt. Im Austausch mit Experten aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung und dem DLR Projektträger besprachen Vertreter der russischen Einrichtungen die didaktischen Aspekte der dualen Berufsausbildung und tauschten sich über Ideen zur möglichen Weiterentwicklung gemeinsamer Projekte aus. Im Laufe der Diskussionen trat die Notwendigkeit der gesetzlichen Verankerung der Rolle der Ausbilder und der gegenseitigen Anerkennung der Diplome zwischen Deutschland und Russland deutlich hervor.