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BMBF und iranisches Arbeitsministerium unterzeichnen Absichtserklärung

Botschafter Michael Klor-Berchtold mit TVTO-Präsident Dr. Soleiman Pakseresht© iMOVE

GOVET wird Iran bei den geplanten Berufsbildungsreformen beraten. Auf einem von GOVET mitorganisierten Workshop in Teheran unterzeichneten die zuständigen Ministerien eine entsprechende Absichtserklärung über die künftige deutsch-iranische Berufsbildungskooperation.

Im Februar 2019 veranstalteten die Iran Technical & Vocational Training Organization (TVTO) und GOVET einen gemeinsamen Workshop. Auf Einladung der TVTO reiste BIBB-Präsident Professor Dr. Friedrich Hubert Esser in Begleitung von Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie einer Expertendelegation der internationalen Abteilung des BIBB nach Teheran. Das Treffen diente dem fachlichen Austausch mit dem „High Council of Technical and Vocational Education and Training“ (High Council of TVET) zum deutschen dualen System und den iranischen Berufsbildungsreformen. Während des Treffens unterzeichneten das BMBF und das Ministry of Cooperatives, Labour and Social Welfare (MCLS) eine gemeinsame Absichtserklärung über eine deutsch-iranische Berufsbildungskooperation. Anwesend waren neben dem iranischen Arbeitsminister Mohammad Shariatmadari und TVTO-Präsident Dr. Soleiman Pakseresht auch der deutsche Botschafter Michael Klor-Berchtold sowie Vertreter der Mitgliedsorganisationen des High Council of TVET.

Botschafter Klor-Berchthold und BIBB-Präsident Esser im Gespräch mit den iranischen Vertretern© iMOVE

„Mit den Ende 2017 initiierten Reformvorhaben hat die iranische Regierung erhebliche Anstrengungen unternommen, die Berufsbildung weiterzuentwickeln. Die Vorschläge zur Umsetzung eines einheitlichen Berufsbildungssystems sind vielversprechend. Vor allem die Stärkung der Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist ein Ansatz, der in Deutschland Tradition hat und stets ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Gestaltung beruflicher Bildung ist“, erklärte BIBB-Präsident Esser in seiner Keynote zur Eröffnung des gemeinsamen Workshops.

Ein zentrales Vorhaben der iranischen Reformpläne bildet die Einrichtung des „High Council of Technical and Vocational Education and Training“. Ministerien, weitere Regierungsvertreter und Vertreter von Kammerorganisationen sollen in diesem Gremium zu zentralen Fragen der Steuerung und Weiterentwicklung der iranischen Berufsbildung beraten. Die verstärkte Zusammenarbeit soll dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit junger Iraner zu erhöhen und bei der Qualifizierung von Fachkräften den Anforderungen der Wirtschaft gerecht zu werden.

„Die TVTO hat uns darum gebeten, bei der Entwicklung des High Council zu beraten. Dies möchten wir von deutscher Seite unterstützen. Dabei greifen wir zurück auf unsere Erfahrungen aus der gemeinschaftlichen Gestaltung und Weiterentwicklung des dualen Systems mit Wirtschafts- und Sozialpartnern, aber auch auf unsere Erfahrungen aus der internationalen Kooperation zu genau diesen Themen. Auf dieser Grundlage möchten wir Impulse für die Entwicklung eines iranischen Ansatzes geben“, betonte BIBB-Präsident Esser.

In dem von GOVET und TVTO gemeinsam vorbereiteten Workshop ging es zunächst darum, die Reformprozesse im Iran darzustellen. Schwerpunkte lagen auf der bisherigen Beteiligung der iranischen Akteure an der beruflichen Bildung und auf Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit im Sinne eines zukünftig ganzheitlichen Berufsbildungssystems. Die iranische Seite bekundete großes Interesse an den deutschen Erfahrungen im dualen System. Sie zeigte sich zugleich bereit, in einen offenen Dialog mit den deutschen Partnern über die Reformbedarfe ihres Berufsbildungssystems einzutreten. Eine zentrale Rolle wird dabei das Sekretariat des „High Council of TVET“ spielen, das innerhalb der TVTO die Zusammenarbeit der iranischen Berufsbildungsakteure koordinieren soll.

Deutsche Delegation und Vertreter TVTO© iMOVE

Den politischen Rahmen für die deutsch-iranische Kooperation bildet die von BMBF und MCLS am 7. Februar 2019 unterzeichnete gemeinsame Absichtserklärung. Sie ist Ergebnis intensiver Gespräche zum Ausbau der deutsch-iranischen Kooperation in der Berufsbildung. Vereinbart wurden neben Beratungsleistungen durch GOVET auch die Fortführung der Zusammenarbeit mit iMOVE im BIBB. iMOVE unterstützt deutsche Bildungsanbieter beim Markteintritt in Iran.

Seit dem Ende der Sanktionen gegen Iran im Jahr 2016 wurde die Zusammenarbeit in der Berufsbildung zwischen Deutschland und dem Land wiederbelebt: Das im September 2017 angelaufene Projekt „Iran Innovates“ hat sich zum Ziel gesetzt, Innovationsprozesse in der beruflichen Bildung in Iran zu initiieren. Das Projekt wird im Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig in Kooperation mit der Universität Leipzig umgesetzt. Im Projekt „CC Iran“ soll gemeinsam mit iranischen Partnern eine Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Mechatronikern für Kälte-Klima-Technik erreicht werden. Projektpartner sind hier das Informationszentrum für Kälte-, Klima- und Energietechnik gGmbH und das Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention e.V. Das Projekt läuft seit August 2017. Gefördert werden beide Projekte durch Mittel des BMBF.

Seit Oktober 2017 fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Berufsbildungspartnerschaft zwischen der Stiftung Bildung & Handwerk (SBH) und der Iran Chamber of Commerce and Industry, Mines and Agriculture in Kooperation mit der TVTO. Die SBH berät die iranischen Partner im Projekt darin, wie Wirtschaft und Regierung zusammenarbeiten können, um Elemente dualer Berufsbildung einzuführen. Teil des Projektes war auch eine Studienreise nach Deutschland und ein Besuch bei GOVET im Februar. Im Rahmen dieser Reise tauschten sich die Teilnehmenden bei einem Workshop mit GOVET unter anderem zu Kosten und Nutzen dualer Berufsbildung aus.