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  • Georgien

Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

  • Rahmen: Regionale Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Kaukasus-Initiative (BMZ): Laufende Zusammenarbeit von 2013-2017 als Teil der Kaukasusinitiative mit den Länder Armenien, Aserbaidschan und Georgien

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit

  • Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems und Verbesserung der Strukturen
  • Neuentwicklung und Anpassung von Curricula an internationale Standards
  • Verbesserung von Lehrmethoden: mehr Praxisnähe und besserer Transfer von Qualifikationszielen in Curricula in berufliche Handlungskompetenzen
  • Verbesserung des Managements in zentralen Bildungseinrichtungen
  • Verbesserung des Qualitätsmanagements
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
  • Unterstützung von insb. kleinen Betrieben für die Ausbildung und Qualifikation ihrer Arbeitnehmer
  • Erhöhung des Lernanteils in Betrieben um Schlüsselkompetenzen wie Entrepreneurship
  • Fremdsprachen und IT-Kenntnisse zu vermitteln (in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern)
  • Übergang von Schule zu Beruf durch die Entwicklung von Strukturen zur Berufsorientierungs- und Karriereberatung

Bundesressorts

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Vorhaben: Regionale Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Kaukasus-Initiative


Ziele der regionalen Entwicklungszusammenarbeit

  • Übergeordnete Ziele im Kontext der Kaukasus-Initiative (seit 2001): Stärkung von Stabilität, Sicherheit und Wohlstand im Umfeld Europas

  • Ein Schwerpunkt ist die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, insb. die privatwirtschaftliche Entwicklung bei kleineren und mittleren Unternehmen

  • Darunter befinden sich Förderprogramme, die auf die berufliche Qualifizierung in den Branchen Tourismus und Bau abzielen und von der GIZ in Kooperation mit der Sequa GmbH umgesetzt werden

 Lokale Partner

  • Ministry of Economy and Sustainable Development

  • Ministry of Education and Science

 Auftrag an folgende Durchführungsorganisationen (Vorhaben siehe unten):

  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • Sequa GmbH

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Vorhaben: Privatwirtschaftsentwicklung im Südkaukasus (im Auftrag des BMZ in Kooperation mit Sequa GmbH)

 

Ziele
Die Voraussetzungen für die Entwicklung ausgewählter, außenhandelsorientierter Wirtschaftsbereiche für breitenwirksames Wachstum haben sich verbessert.

 

Maßnahmen

  • Beratung beim Aufbau eines landesweiten Qualitätssystems nach EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management) und ISO 29990
  • Kooperative Berufsbildungsansätze im Bausektor
  • Kooperative Berufsbildungsansätze im Weinsektor
  • Entwicklung der Ausbildung des Sommeliers
  • Berufliche Fort- und Weiterbildung im Tourismusbereich

Lokale Partner

  • Nationale Akkreditierungsagentur NEQE
  • Berufsschulzentrum Spectri
  • Geo Turan
  • mehrere für den Tourismusbereich (Hotels und Gastronomie) zuständige Verbände und Kammern

Zeitraum

  • Laufendes Projekt 2013 – 2017

Link zum Projekt bei der GIZ

 

Sequa gGmbH

Vorhaben: Privatwirtschaftsentwicklung im Südkaukasus (im Auftrag des BMZ in Kooperation mit GIZ)

Für Details siehe Informationen zu GIZ oben

 

Link zum Projekt bei der Sequa GmbH

Wirtschaft

  • Insgesamt dynamisches Wirtschaftswachstum seit 2008: -3,8% in 2009; 6,2% in 2010; 7,2% in 2011; 6,4% in 2012; 3,4% in 2013; 4,6% in 2014; 2,8% in 2015.
  • Außenhandelsumsatz ist seit 2007 gestiegen: 6,4 Milliarden US Dollar in 2007; 11,4 Milliarden in 2014
  • Strukturelle Defizite in den folgenden Bereichen: gering entwickelte industrielle Produktion, hohe Energie- und Rohstoffabhängigkeit, Fachkräftemangel, Steuergerechtigkeit, Rechtssicherheit, Transparenz bei Ausschreibungen
  • Landwirtschaft ist überwiegend Subsistenzwirtschaft (dort sind jedoch 50% der Bevölkerung beschäftigt)
  • gesamte öffentliche Verschuldung belief sich Ende 2014 auf 5,2 Mrd. USD (ca. 31,5% des BIP, überwiegend Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland)

Quellen: Auswärtiges Amt (2016); National Statistics Office of Georgia (2016)

Gesellschaft

Arbeitsmarktindikatoren für 2015

  • Hohe Arbeitslosigkeit im urbanen Raum (21,5 % in 2015 im Vergleich zu 12% gesamt; inoffizielle Zahlen können höher sein, siehe Germany Trade and Invest )
  • Geringe Produktivität der Arbeit und Unterbeschäftigung im ländlichen Raum
  • 20,1% der Gesamtbevölkerung leben unterhalb der relativen Armutsgrenze
  • Hohe Jugendarbeitslosigkeit: 26,2% bei den 15-19-Jährigen; 32,0% bei den 20-24-Jährigen
  • Langzeitarbeitslosigkeit (1 Jahr und länger) insbesondere bei Hochqualifizierten
  • Übergang von der Arbeitslosigkeit in die Beschäftigung schwierig auf Grund schwacher Nachfrage und Skills Mismatch
  • Arbeitslosenraten seit 2009 konstant auf dem Rückgang: 16,9% in 2009; 12% in 2015
  • Beschäftigungsraten und selbstständige unter Personen mit irgendeiner Form der beruflichen Bildung am höchsten

Quelle: National Statistics Office of Georgia (2016)

 

Staat

Reformvorhaben der georgischen Regierung im Kontext des Programms „Strategie der Entwicklung der beruflichen Bildung für den Zeitraum 2013-2020“

  • Erhöhung des Potenzials der Humanressourcen durch qualitativ hochwertige Fachkräfteausbildung
  • Anpassung der beruflichen Bildung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts und der sich wandelnden Wirtschaft
  • Neuer Finanzierungsmechanismus der Berufsausbildung und eine stärkere Einbindung der Wirtschaft (PPP)
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit Arbeitgebern um Ausbildungsstandards zu entwickeln, um beispielsweise den Lernanteil im Betrieb zu erhöhen und mehr Schlüsselkompetenzen wie Entrepreneurship, Fremdsprachen und IT-Kenntnisse zu vermitteln
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit Sozialpartnern
  • Verbesserung der Regulierung der Berufsausbildung für den Ausbau des Netzes von gut finanzierten und gut ausgestatteten Bildungseinrichtungen
  • Verbesserung der Ausbildung der Berufsschullehrer und Ausbilder
  • Anpassung des Systems der nationalen und internationalen Anerkennung von Abschlüssen um die Mobilität der Absolventen der Berufsbildung zu steigern
  • Unterstützung des Übergangs von Schule und Beruf durch die Entwicklung von Strukturen zur Berufsorientierungs- und Karriereberatung 

Berufsbildungssystem

 Das georgische Berufsbildungssystem umfasst fünf Stufen, für die jeweils Diplome erteilt werden:

  • Qualifikationsstufe 1: Der Auszubildende kann unter Anleitung arbeiten
  • Qualifikationsstufe 2: Der Auszubildende kann teilweise unabhängig arbeiten
  • Qualifikationsstufe 3: Der Auszubildende kann sein Wissen in unterschiedlichen Situationen anwenden und hat Problemlösungskompetenzen entwickelt; der Erwerb des Diploms in der driten Qualifikationsstufe auch den Abschluss der mittleren Schulbildung, der den Zugang zu einer Hochschule ermöglicht
  • Qualifikationsstufe 4: Der Auszubildende wendet sein Wissen selbstständig und auf verschiedenste Probleme an; Er kann andere Mitarbeiter anleiten und qualitätssichernde Maßnahmen vornehmen
  • Qualifikationsstufe 5: Der Auszubildende kann die Arbeitsplanung und die Koordinierung des Personaleinsatzes vornehmen
  • Voraussetzung für den Beginn einer Ausbildung der 1. Qualifikationsstufe ist der Abschluss der Basisbildung. Um zu einer höheren Qualifikationsstufe zugelassen zu werden, bedarf es des erfolgreichen Abschlusses der vorangegangenen Stufe oder eines Nachweises über eine vergleichbare Qualifikation. Die Schulabsolventen, die den Abschluss der mittleren Schulbildung erworben haben und den Basistest des einheitlichen Nationalen Examens bestanden haben, fangen direkt mit der 4. Qualifikationsstufe an.
  • Die Berufsbildung kann an den Berufsschulen und Volksschulen erworben werden. Die Berufsschulen bieten nur die Ausbildungen der ersten drei Qualifikationsstufen an. In den Volksschulen werden die Bildungsprogramme aller Qualifikationsstufen durchgeführt.
  • Gesetzliche Grundlage: „Gesetz zur beruflichen Bildung“ vom 28. März 2007 und grundlegend geändert am 21. Juli 2010

Quellen: BQ-Portal (Juni 2016); BAMF Länderinformationsblatt Georgien (Juni 2014)

 

Herausforderungen für die Berufsbildung:

  • Geringe Beteiligung der Sozialpartner und der Zivilgesellschaft in der Berufsbildungspolitik, in Entscheidungsprozessen sowie in der Berufsbildungskoordination
  • Netzwerk an staatlichen und privaten Berufsbildungsanbietern zu klein; nicht alle Landesteile, Sektoren und Berufsgruppen können bedient werden
  • Berufsbildungsanbieter müssen finanziell besser ausgestattet werden und besser verwaltet werden
  • Unterschiedliche Standards in Bezug auf Ausbildungsqualität, Bildungseinrichtungen- und Ausstattung
  • Bedarfe der dynamischen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes können durch das aktuelle Berufsbildungssystem nicht bedient werden
  • Mangel an Kompetenzbildung und Weiterentwicklung bei Berufsbildungspersonal in Bezug auf aktuelle Standards und Anforderungen; Unattraktivität des Berufsbild des Berufsschullehrers
  • Insgesamt niedrige und variierende Qualität der Berufsbildung und mangelnde Anerkennung durch Arbeitgeber und Bildungseinrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene
  • Variabilität der Beschäftigungsfähigkeit von Berufsbildungsabsolventen insb. für Beschäftigungsverhältnisse, die eine gute Bezahlung und/oder Weiterentwicklungsmöglichkeit bieten
  • Mangelnde Anerkennung der Berufsbildung in der Bevölkerung und bei Arbeitgebern

Quelle: „Strategie der Entwicklung der beruflichen Bildung für den Zeitraum 2013-2020“ (Ministerium für Bildung und Wissenschaft“

Weitere Informationen

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