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China

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Berufsbildungszusammenarbeit mit Deutschland

Rahmen:

Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung bildet die seit 2012 bestehende gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem chinesischen Bildungsministerium (MOE), zuletzt verlängert in 2016. Im Fokus steht hier die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. Gesteuert wird die bilaterale Berufsbildungskooperation mittels regelmäßiger Treffen einer deutsch-chinesischen Arbeitsgruppe („Leitungsgruppe für Bildung“).

Zusätzlich besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem BIBB und dem Central Institute for Vocational and Technical Education (CIVTE).

Bedarf nach Berufsbildungszusammenarbeit 

  • Der chinesischen Wirtschaft mangelt es allgemein an gut ausgebildeten Fachkräften vor allem in technischen Berufen. Zusätzlich gibt es einen spezifischen Bedarf an Fachkräften in diversen Industrieclustern in den Regionen.
  • Ziel der Regierung ist es u.a., das Berufsbildungssystem bedarfsorientierter zu gestalten, Berufsbildungspersonal entsprechend zu qualifizieren und Unternehmertum zu fördern. Die Umsetzung der dualen Ausbildung auf regionaler Ebene erfolgt im Zusammenspiel aller Akteure
  • Aus deutscher Sicht gibt es viel von China zu lernen und es besteht Bedarf die Chinakompetenzen auszubauen​​​​​​​​​​​​​

Bundesressorts

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Ziel der Zusammenarbeit: Die Weiterentwicklung der Berufsausbildung ist durch den deutschen Beitrag fachlich unterstützt.
Lokaler Partner: Chinesisches Bildungsministerium (MOE)
Grundlagen der Zusammenarbeit:

  • Seit 2017 findet die interministerielle Abstimmung innerhalb der Leitungsgruppe für Bildung statt, die auch Hochschul- und weitere Bildungsthemen behandelt.
  • Strategiepapier der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand (2013)
  • Bilaterale Berufsbildungsallianz, Gemeinsame bilaterale Absichtserklärung (2012, verlängert 2014)
  • Auftrag an folgende regierungsnahe Einrichtungen (2012): GOVET/BIBB

 

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI)
Ziel der Zusammenarbeit: Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich Industrie 4.0.
Lokaler Partner: chinesisches Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT);
Grundlagen der Zusammenarbeit:
Gemeinsame Absichtserklärung BMWI und Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT)
Themen:

  • Logistik-Themen im Kontext von Industrie 4.0
  • Energie und Ressourceneffizienz in der Produktion
  • Systemintegration und Vernetzung für Industrie 4.0
  • Safety und Informationssicherheit
  • Standardisierungsbedarf für Industrie 4.0

Durchführungsorganisationen und ressortnahe Institutionen

Bundesinstitut für Berufsbildung

 Ziel der Zusammenarbeit: Unterstützung/ Organisation von weiteren Informations- und Kommunikationsformen, Aufenthalte von chinesischen Gastwissenschaftlern/Gastwissenschaftlerinnen

Lokaler Partner: CIVTE

Zeitraum: seit 2011

Weitere Informationen zur Kooperation in der GOVET Datenbank
 

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

38 deutsch-chinesische, über zehn regionale und globale Vorhaben in den Bereichen Klima, Umwelt, Natürliche Ressourcen und Agrarwirtschaft, Nachhaltige Stadtentwicklung, Energie und Verkehr, Rechtsstaatlichkeit, Finanzen und Qualitätsinfrastruktur, Wirtschaft und Gesellschaft (inkl. Berufliche Bildung mehr als 7 Projekte laufend)

Ziel: GIZ unterstützt das Land, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz herzustellen. Daneben steht die Sicherung globaler öffentlicher Güter im Zentrum einer wachsenden Zahl von Vorhaben. Nicht zuletzt dient die Zusammenarbeit der Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen und vermittelt interkulturelle Belange in beide Richtungen.

Lokale Partner:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Europäische Union, private Stiftungen, chinesische öffentliche Auftraggeber und die Privatwirtschaft
  • Nationale Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC)
  • Legislative Affairs Office of the State Council
  • Ministry of Commerce (MOFCOM)
  • Standing Committee of the National People’s Congress (NPC)
  • Supreme People’s Court (SPC); National Judges College (NJC)
  • State Intellectual Property Office (SIPO)
  • Ministry of Transport PRC (MOT)
  • Ministry of Agriculture PRC (MOA);

Zeitraum: seit 1993

Weitere Informationen auf der Website der GIZ
 

GOVET (im Auftrag des BMBF)

Ziel der Zusammenarbeit: Unterstützung/ Organisation von weiteren Informations- und Kommunikationsformen

Lokaler Partner: MOE

Themen: Einbindung und Koordination von anderen deutschen Akteuren als Aufgabe von GOVET, Verstärkung des Dialogs im Bereich „Innovation in der Berufsbildung “, Erarbeitung von Mechanismen der beruflichen Bildung unter dem Aspekt der Fachkräftesicherung

Zeitraum: seit 2013

 

iMOVE

Ziel der Zusammenarbeit: Geschäftsanbahnung für deutsche Bildungsanbieter mit chinesischen Partnern
Lokaler Partner: iMOVE-Büro bei der AHK Shangai

Themen: Berufsbildungspersonal, Aufbau von Überbetrieblichen Aus- und Weiterbildungszentren,
berufsspezifische Trainings-/Beratungsdienstleistungen, Industrie 4.0

Weitere Informationen auf der iMOVE Website

Wirtschaft und Gewerkschaften

Deutsch-Chinesische Industrie- und Handelskammer (AHK in Shanghai)
Berät deutsche und chinesische Unternehmen bei der Festlegung und Umsetzung der Grundzüge des Modells der Dualen Berufsausbildung insbesondere bei Prüfungen und Zertifizierung. Anbieter von Ausbildungen Metall, Mechatronik, Industriemechanik, Ausbildung der Ausbilder

Weitere Informationen auf der Website der AHK Shanghai

 

Deutsche Firmen/Deutsche Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung
In der beruflichen Bildung aktiv sind z.B. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Hanns-Seidel Stiftung (Berufsbildungszentrum Shanghai (BBZ) und Chinesisch-
Deutsche Berufshochschule Shanghai (CDBH Shanghai Instrumentation & Electronics Holding Group Company und der Bildungskommission Shanghai)), Bosch Rexroth, VW, BMW, Daimler, Porsche (After Sales), Siemens, Festo, Shanghai Bavarian Vocational Training Consulting Ltd. (SBVTC), BFW Bau Sachsen, Deutsche Energieagentur (dena) etc.

Wirtschaft

  • Die VR China hat sich durch die fortlaufenden Wirtschaftsreformen unter Deng Xiaoping von einem planwirtschaftlich zu einem überwiegend marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystem - unter Kontrolle der Kommunistischen Partei Chinas - entwickelt.
  • China ist die größte Volkswirtschaft und der bedeutendste Industriestaat Asiens, der oft als Werkbank der Welt bezeichnet wird. Investoren aus dem Ausland schätzen insbesondere den wachsenden Binnenmarkt.
  • Schul- und Berufsbildungssystem können nicht genügend arbeitsmarktfähige Fachkräfte für bestehende Wirtschaft ausbilden. Es herrscht ein großer Fachkräftemangel in der hochindustrialisierten Produktion und dem Dienstleistungssektor.
  • Ein Teil der deutschen Firmen / Firmen mit deutscher Beteiligung in China bilden selbst aus, z.B. Ameco, BMW, Daimler, Festo, Fischer, Heidelberger Druckmaschinen, Homag, MTU, Nordex, Phocos, Schleich, Siemens, China Longyuan Power Group (Windenergie).

Gesellschaft

  • China ist mit über 1,36 Mrd. Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt, allerdings ist es aufgrund der demografischen Entwicklung - nach derzeitigem Stand - auch eine alternde Gesellschaft. Ein Großteil der Chinesen gehört der Volksgruppe der Han-Chinesen (91,6%) an. Offiziell sind in China 55 ethnische Minderheiten anerkannt.
  • Kein anderes Land der Welt ist wirtschaftlich so schnell gewachsen und konnte die Armut so erfolgreich bekämpfen. Trotz der positiven Entwicklung existiert in der chinesischen Gesellschaft noch immer ein großes Wohlstandsgefälle, insbesondere zwischen der Stadt- und Landbevölkerung.
  • Das Lernen und Wissen genießt in der chinesischen Gesellschaft eine hohe Wertschätzung: Die Alphabetisierungsrate liegt bei fast 96,8 %. Im PISA-Ranking (2018) der 15/16-Jährigen liegt China auf Platz 1 in den Bereichen Lesekompetenz, Mathe und Naturwissenschaften.
  • Auch ist die Digitalisierung der Gesellschaft hoch: Schätzungen gehen von 1,3 Mrd. genutzter Mobiltelefonen und ca. 690 Mio. Internetnutzer*innen aus.

Staat

  • Jedes Jahr strömen geschätzt 7,5 Mio. Hochschulabsolvent*innen auf den Arbeitsmarkt und hinzu kommen noch einmal so viele von Absolvent*innen beruflicher Colleges, die aber nicht alle vom Arbeitsmarkt absorbiert werden können. Die Folge ist eine steigende Arbeitslosenquote unter Akademikern und dass Beschäftigte oft überqualifiziert sind für die Positionen, die sie besetzen.
  • Als Steuerungsmechanismen werden die Förderung von Unternehmensgründungen von Hochschulabsolvent*innen (Abbau der Bürokratie, Erhöhung der Gewerbeanmeldungen) und eine Stärkung der Berufsbildung gesehen.
  • ​​​​​Chinesische Privatfirmen erhöhen den Wettbewerbsdruck gerade im Bereich e-Commerce (als Quelle von Innovation), smart services (in hierarchielosen Innovationshubs, die teilweise auf Auslandserfahrungen der Macher beruhen) und intelligente individuelle Hardwareproduktion.​​​​​​​
  • ​​​​​​​​​​​​Reform der Berufsbildung genießt hohe Priorität, aber die notwendigen Investitionen werden von der Zentralregierung nur zurückhaltend bereitgestellt. Die Zentralregierung setzt die Rahmenbedingungen fest, nicht aber die Durchführungsrichtlinien, welche Sache der Regionen ist. Die Umsetzung erfolgt in „dualen Colleges“ oder in „dualen Studiengängen“ an Fachhochschulen.

​​​​​​​​​​​​​​Ministerien hauptsächlich für Berufsbildung zuständig:

  • Human Ressources and Social Security (MOHRSS)
  • Bildungsministerium (MOE und regionale Strukturen)


Berufsbildungssystem
​​​​​​​

Der Sekundarbereich ist in Mittelschule-Unterstufe (Sekundarsbereich I) und Mittelschule-Oberstufe (Sekundarbereich II) gegliedert:

  • Die Mittelschule-Unterstufe ist in eine allgemeinbildende Mittelschule (chu zhong) und in eine Berufsmittelschule (zhi ye chu zhong) unterteilt. Sie beginnen mit dem 7. Schuljahr und enden nach dem 9. oder 10. Schuljahr.
    Die berufliche Mittelschule des Sekundarbereiches I ist hauptsächlich in wenig entwickelten ländlichen Gebieten Chinas verbreitet. Dort werden Abgänger der primären Schulbildung aufgenommen und in agrarwirtschaftlichen Berufen ausgebildet oder in beruflichem Grundwissen unterrichtet.
  • Die Mittelschule-Oberstufe (Sekundarbereich II) dauert vom 10. Schuljahr bis zum Ende des 12. Schuljahres und hat hat vier Säulen:
    • die allgemeinbildende Mittelschule (gao zhong),
    • die Fachmittelschule (zhong den zhuan ye xue xiao),
    • die Berufsmittelschule (zhi ye gao zhong) und
    • die Facharbeiterschule (ji gong xue xiao).

Im Alter von 18 Jahren verlassen die Schüler die Mittelschule der Oberstufe. Die Absolventen der allgemeinbildenden Mittelschule der Oberstufe sind berechtigt, an der Hochschulaufnahmeprüfung (gao kao) teilzunehmen. Parallel zu den Universitäten (da xue) gehört die höhere Berufsbildung zur tertiären bzw. akademischen Ebene.

Herausforderungen für die Berufsbildung

  • Ausbildungsbereitschaft bei Unternehmen fördern,
  • Berufsbildungseinrichtungen darauf vorbereiten, Fachkräfte für die Wirtschaft bereitzustellen,
  • Verbesserung des Images der Berufsbildung,
  • Transformation von Universitäten in Fachhochschulen,
  • Qualifizierung von Berufsbildungspersonal.

Projekte in der Berufsbildungs­zusammenarbeit

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GOVET auf Chinesisch / GOVET 中文
Mittwoch, 19. Februar 2020

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Materialien, Filme und Präsentationen zur dualen Berufsausbildung finden Sie auf unserer chinesischprachigen Landingpage. / 关于双元制职业培训的相关资料,视频文件以及演示文件,请访问我们的中文页面。

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Logistik-Training für chinesische Schüler
Donnerstag, 24. Januar 2019

Logistik-Training für chinesische Schüler

Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Logistik aus einem College für höhere Berufsbildung in der chinesischen Provinz Jiangsu absolvieren bis 2019 einen Zertifikatslehrgang im Bereich Transport und Logistik nach Standards der Industrie- und Handelskammer (IHK).

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