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Berufliche Ausbildung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Integration ins Erwerbsleben und zur Sicherung der Zukunftschancen junger Menschen. Ein erfolgreicher Einstieg in die Arbeitswelt ist eine grundlegende Voraussetzung zur Realisierung individueller Berufs- und Arbeitschancen. Diese „zweite Schwelle“ markiert die Schnittstelle zwischen Berufsausbildung und Arbeitsmarkt, an der entscheidende Weichen für den späteren Berufsverlauf gestellt werden. Die Phase des Übergangs vom Ausbildungs- in das Beschäftigungssystem verläuft jedoch nicht für alle Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen reibungslos. Vielmehr kann sie von Brüchen und Unwägbarkeiten begleitet sein.

Der folgende Abschnitt analysiert aus der Perspektive der Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen die berufliche Übergangsphase junger Menschen mit dualer Ausbildung. Anhand von Daten aus der amtlichen Statistik wird dargestellt, wie groß der Anteil der erfassten Ausbildungsabsolventen/-absolventinnen ist, die sich unmittelbar nach der Ausbildung arbeitslos melden. Im Gegensatz dazu steht bei der Analyse mit dem IAB-Betriebspanel (vgl. Kapitel A4.10.2) die Sicht der Betriebe im Mittelpunkt.

Über die Zahl der Personen, die sich direkt nach einer betrieblichen Ausbildung arbeitslos meldeten, wird jährlich Bericht erstattet. Dabei beziehen sich die Angaben zur Arbeitslosigkeit auf den Zeitpunkt unmittelbar nach der Ausbildung, unabhängig von der Dauer der Arbeitslosigkeit. Aufgrund von Datenrevisionen in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die Jahre ab 2009 weichen die Ergebnisse geringfügig von den Angaben im BIBB-Datenreport 2015, Kapitel A8.1 ab.

Im Jahr 2014 meldeten sich nach Hochrechnungen, die auf Angaben der BA basieren, 121.000 Personen nach abgeschlossener (außer-)betrieblicher Ausbildung arbeitslos Tabelle A8.3-1. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Absolventen/Absolventinnen einer dualen Ausbildung (424.000 Personen) ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 28,6 %. Dies ist ein Rückgang in Höhe von 1,1 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (29,7 %). Vom Vorjahr abgesehen ging diese Quote seit 2009, als die Quote fast 10 Prozentpunkte höher lag, kontinuierlich zurück.

Die Arbeitslosenquote im unmittelbaren Anschluss an die Ausbildung variiert weiterhin zwischen alten und neuen Ländern. Diese Quote, die Sucharbeitslosigkeit einschließt263, ist in den neuen Ländern über 11 Prozentpunkte höher als in den alten (38,3 % zu 27,1 %). Die Differenz zwischen alten und neuen Ländern ist im Vergleich zum Vorjahr 3 Prozentpunkte zurückgegangen. Denn während der Anteil der Arbeitslosen 2014 in den alten Ländern im Vergleich zu 2013 nur 0,6 Prozentpunkte sank, ging er in den neuen Ländern um mehr als 3 Prozentpunkte zurück (2013: Ost 41,6 %, West 27,7 %). Seit 2009, als diese Differenz 20 Prozentpunkte betrug, ist der Unterschied zwischen west- und ostdeutscher Arbeits­losenquote kontinuierlich gesunken und hat sich beinahe halbiert, verbleibt aber noch auf relativ hohem Niveau.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich sowohl bei jungen Männern (2013: 27,9 %, 2014: 26,7 %) als auch bei jungen Frauen (2013: 32,3 %, 2014: 31,2 %) ein ähnlicher Rückgang der Arbeitslosenquote um gut einen Prozentpunkt. Damit bleibt die Differenz der Arbeitslosenquoten junger Frauen und Männer konstant. Diese Quote ist auch 2014 bei den weiblichen Fachkräften ca. 4 Prozentpunkte höher als bei den männlichen.

In den alten Ländern waren 2014 25,3 % (2013: 25,9 %) der jungen Männer und 29,6 % (2013: 30,2 %) der jungen Frauen nach dem dualen Ausbildungsabschluss arbeitslos. In den neuen Ländern waren es 35,8 % der jungen Männer (2013: 39,1 %) und 42,2 % der jungen Frauen (2013: 45,2 %). Damit zeigen sich zwischen weiblichen und männlichen Fachkräften sowohl in West- als auch in Ostdeutschland kaum Differenzen beim Rückgang der Arbeitslosenquoten.

Insgesamt hat sich die Situation 2014 im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert. Dies gilt für junge Frauen und Männer in gleichem Maß, weshalb der Abstand der Arbeitslosenquoten der weiblichen und männlichen Fachkräfte konstant geblieben ist. In Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit stärker zurückgegangen als in Westdeutschland. Daher haben sich die Anteile der Arbeitslosigkeit junger Fachkräfte in Ost und West deutlich angenähert, verbleiben allerdings in den neuen Ländern weiterhin auf einem höheren Niveau.

(Ralf Dorau)

Tabelle A8.3-1: Arbeitslosenzugänge nach erfolgreich beendeter dualer Ausbildung in Deutschland nach Geschlecht 2009 bis 20141, 2

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    Daher ist davon auszugehen, dass die Arbeitslosenquote im ersten Jahr nach der Ausbildung stark sinkt (vgl. auch Dorau/Höhns 2006).