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Bereits seit einigen Jahren nehmen die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt zu. Es wird offenbar schwieriger, das betriebliche Ausbildungsangebot und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen. Für 2015 zeigen die Analysen des BIBB, dass insbesondere der Anteil der unbesetzten Stellen am betrieblichen Gesamtangebot gestiegen ist. Der Anteil der noch suchenden Bewerber/-innen hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Die demografische Entwicklung und der allgemeine Trend zur Höherqualifizierung machen es zunehmend schwerer, den Fachkräfte­nachwuchs im mittleren Qualifikationsbereich zu sichern. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Berufen und Regionen.

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Datenreports zum Berufsbildungsbericht „Studienabbrecher/-innen als Chance für die duale Berufsausbildung – Duale Berufs­ausbildung als Chance für Studienabbrecher/ -innen“ analysiert, wie dieser Personenkreis für die berufliche Bildung gewonnen werden kann. Die Ergebnisse verschiedener Studien werden vorgestellt und aus Sicht von unterschiedlichen Akteuren in der beruflichen Bildung erörtert.

Angesichts der starken Zuwanderung von geflüchteten Menschen nach Deutschland wird außerdem ein Augenmerk auf die Integration von Personen mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Beschäftigung gelegt. Mehr als die Hälfte der 2015 registrierten Flüchtlinge mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit ist jünger als 25 Jahre, also in einem ausbildungsrelevanten Alter. BIBB-Analysen zeigen jedoch, dass der Übergang in Ausbildung gerade für nichtstudienberechtigte Jugendliche mit Migrationshintergrund weiterhin beschwerlich und langwierig ist. Sie bleiben überdurchschnittlich häufig ohne Berufsabschluss und haben damit ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko. Die Integration der Geflüchteten bietet – insbesondere angesichts des demografischen Wandels – die Chance die Fachkräftebasis in Deutschland zu sichern. Die Wirkung der Zuwanderung auf Angebot von und Nachfrage nach Qualifikationen und Berufen wird im Rahmen einer aktuellen BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektion analysiert. Erste Ergebnisse sind in diesem Datenreport zum Berufsbildungsbericht veröffentlicht.

Die etablierte Standardindikatorik zur Aus- und Weiterbildung wird auch in dieser Ausgabe wieder durch vertiefende und stärker differenzierte Auswertungen primär- und sekundärstatistischer Datenquellen ergänzt. Dieser Datenreport gibt zudem einen Überblick über die Programme des Bundes und der Länder zur Förderung der Berufsausbildung und informiert über Indikatoren und Benchmarks in der beruflichen Bildung im internationalen Kontext. Auf dem Internetportal www.bibb.de/datenreport stehen darüber hinaus zusätzliche Tabellen, Schaubilder und Expertisen zum Abruf bereit.

Ich wünsche mir, dass Sie auch in diesem Datenreport wieder viel Informatives wie auch Anregendes finden werden. Auf Ihr Feedback, Ihre Anregungen und Anmerkungen freuen wir uns (datenreport@bibb.de).

Ihr

Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser

Präsident