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Bei der Nationalität zeigen sich deutliche Unterschiede in der nfQ-Quote Tabelle A11.3-1. Während junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren mit einer deutschen Staatsbürgerschaft 2015 nur eine nfQ-Quote von 9,8 % vorwiesen, waren es bei den ausländischen Gleichaltrigen mit einer Quote von 31,4 % mehr als dreimal so viele. Jene mit einer türkischen Staatsangehörigkeit sind sogar zu 44,6 % nicht formal qualifiziert. Besonders unter den türkischen Staatsangehörigen war jedoch der Anteil an nfQ unter den 20- bis 34-Jährigen durchgehend seit 2012 rückläufig. Weiterhin lagen die nfQ-Quoten junger ausländischer Frauen über denen der gleichaltrigen Männer. Die Unterschiede haben sich im Zeitverlauf verringert; 2015 waren 31,7 % aller 20-bis 34-jährigen Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit nicht formal qualifiziert, bei den gleichaltrigen ausländischen Männern waren es 31,1 %. Seit 2012 hat sich insbesondere der Anteil der nfQ unter den türkischen Frauen zwischen 20 und 34 Jahren verbessert. So ist dieser seit 2012 von 55,2 % auf 47,2 % gesunken. Insgesamt ist die nfQ-Quote der jungen Ausländer/-innen 2015 gegenüber dem Vorjahr mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % nicht signifikant gestiegen.

Auch unter den deutschen Staatsangehörigen ergeben sich große Unterschiede nach Migrationshintergrund. Beim Konzept des Migrationshintergrundes wird danach unterschieden, ob eine eigene Migrationserfahrung besteht, also ob die jeweiligen Personen die deutsche Staatsbürgerschaft erlangten, nachdem sie selber zugewandert sind, oder ob ihre Vorfahren immigriert sind. Hinter dieser Differenzierung steht die Annahme, dass Personen ohne eigenen Migrationshintergrund bzw. Eingebürgerte stärker in das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem integriert sind und daher geringere Anteile an nfQ aufweisen als selbst Zugewanderte. Hinweise hierauf gibt Tabelle A11.3-1. Während junge Deutsche ohne Migrationshintergrund 2015 einen Anteil an nfQ von nur 8,8 % aufwiesen und sich diese Quote seit 2012 stetig verbesserte, hatten Migrantinnen und Migranten mit und ohne Migrationserfahrung im selben Alter deutlich höhere nfQ-Quoten. Bei den jungen Mi­grantinnen und Migranten ohne eigene Migrationserfahrung lag die Quote 2015 bei 19,7 %, was jedoch mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % nicht als signifikante Verbesserung gegenüber 2014 angesehen werden kann. Die jungen Migrantinnen und Migranten mit eigener Migrationserfahrung verzeichneten 2015 sogar eine nfQ-Quote von 29,8 % – ein Anstieg gegenüber dem Jahr 2014, der ebenfalls mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % als insignifikant gewertet werden muss.

Tabelle A11.3-1: 20- bis 34-Jährige ohne Berufsabschluss nach Migrationsstatus 2012 bis 2015 (in %)1

Gegenüber dem Vorjahr sind demnach keine signifikanten Änderungen der nfQ-Quoten der zugewanderten und nicht zugewanderten Migrantinnen und Migranten zu bestätigen. Jedoch ist hierbei anzumerken, dass Geflüchtete, die 2015 zuwanderten, im MZ noch stark unterrepräsentiert sind. Da die Stichprobe des MZ aus dem Bestand der Wohngebäude in Deutschland gezogen wird, werden Personen, die in provisorischen Unterkünften wohnen, die nicht als Wohngebäude registriert sind, nicht befragt.234 In der berechneten nfQ-Quote wird daher zum jetzigen Zeitpunkt ein Großteil der neu zugewanderten Geflüchteten nicht berücksichtigt. Dies bedeutet, dass der leichte (und statistisch insignifikante) Anstieg der nfQ-Quote aller jungen Erwachsenen gegenüber 2014 nicht auf die formale Berufsbildung der Geflüchteten, die 2015 einreisten, zurückzuführen ist.

Allerdings sei hier angemerkt, dass 2015 durch eine insgesamt höhere Einwanderung nach Deutschland sich bereits der Anteil der Zugewanderten mit und ohne deutsche Staatsbürgerschaft unter den 20- bis 34-Jährigen gegenüber 2014 signifikant erhöht hat. Angesichts der bisher belegbaren schlechteren Chancen der Zugewanderten verdeutlicht dies, was die Allianz für Aus- und Weiterbildung in ihrer Zwischenbilanz bereits 2014 und auch in ihrer Bilanz vom Juni 2016 (Allianz für Aus- und Weiterbildung 2016) betont hat: dass zur Reduktion der nfQ-Quote junger Erwachsener die Integration der Zugewanderten in berufliche Bildungswege ein zentrales Handlungsfeld ist.

(Robert Herter-Eschweiler – Statistisches Bundesamt, Caroline Neuber-Pohl)