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Absolut gesehen waren Schweden (162.550) und Deutschland (476.620) im Jahr 2015 unter den Ländern mit den meisten Asylanträgen aufgelistet (Eurostat 2016a). Österreich und Schweden nahmen vor allem im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung mehr Flüchtlinge auf als Deutschland Schaubild D2.2-1. Der relative Anstieg der Asylanträge von 2014 bis 2015 war für Schweden (relativer Anstieg von 100%), aber besonders für Österreich (214%) und Deutschland (135%) signifikant (Eurostat 2016a). Zudem kamen im Jahr 2015 auf Deutschland, Österreich und Schweden 32,2%, 6,7% und 12,3% aller Asylanträge in der EU (Eurostat 2016a). Schaubild D2.2-1 zeigt, dass vor allem seit dem Jahr 2013 ein ansteigender Trend zu beobachten ist.

In den skandinavischen Ländern war der Anstieg der Asylanträge auch im Jahr 2014 vor allem in Schweden (+38%) sehr hoch. Mit ca.75.100 Asylanträgen zählte Schweden im Jahr 2014 bereits zu den Hauptaufnahmeländern. 70% aller neuen Anträge in der Region wurden dabei an Schweden gestellt.

Syrien, Irak, Afghanistan, Serbien und Kosovo sowie Eritrea gehörten 2014 zu den häufigsten 5 Herkunftsländern unter den Asylsuchenden in den 44 industrialisierten Ländern (United Nations High Commissioner for Refugees 2014, S. 2 f.).

Schaubild D2.2-1: Anteil der Asylanträge an der Gesamtbevölkerung in Österreich, Deutschland und Schweden 2010 bis 2015 (in %)

Schaubild D2.2-2: Anteil der jeweiligen Asylentscheidungen an allen Asylentscheidungen 2013 bis 2015 (in %)

Österreich

Die Antragszahlen in Österreich sind seit dem Jahr 2010 deutlich gestiegen. Im Jahr 2015 (88.180) haben insgesamt 77.120 Personen mehr Anträge gestellt als im Jahr 2010 (11.060) (Eurostat 2016a). Anhand der Antragsstatistik des Bundesministeriums für Inneres in Österreich ist erkennbar, dass die Zahl der Asylbewerber/-innen im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr vor allem in den Monaten Januar und Februar deutlich gestiegen ist (Bundesministerium für Inneres 2016b, S. 3). Die Zahl der Asylanträge nahm allerdings danach ab und fiel ab Mai 2016 im Gegensatz zum Vorjahr sogar geringer aus. Dies hängt offenbar mit der Verschärfung der Gesetze in Österreich zusammen, durch die es Asylbewerbern deutlich erschwert wurde, ins Land zu kommen. Die 5 größten Gruppen der Erstantragstellenden im Jahr 2015 verteilten sich auf die Herkunftsländer Afghanistan (25.143 Personen, 29,4% aller Asylerstanträge nach Staatsangehörigkeit), Syrien (24.314, 28,4%), Irak (13.285, 15,5%) und Iran (3.381, 3,9%) sowie auf 2.892 (3,4%) Personen aus Pakistan (Bundesministerium für Inneres 2015, S. 7).

Schweden

Auch in Schweden zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Asylanträge seit 2010. Allein im Jahr 2015 (162.550) gab es ca. doppelt so viele Asylanträge als im Jahr 2014 (81.325) (Eurostat 2016a). Während Schweden im Jahr 2014 nach Deutschland insgesamt die zweithöchste Anzahl an Asylbewerbern und -bewerberinnen aufwies, so lag es hinsichtlich der Zahl der Asylanträge im Vergleich zur Bevölkerung mit 8,4 Bewerbern und Bewerberinnen pro 1.000 Einwohner an erster Stelle (European Commission/European Migration Network 2015, S. 11). Unter den Antragstellenden in Schweden waren im Jahr 2015 Asylbewerber/-innen aus Syrien (51.338, 32,2% an der Gesamtzahl der Asylanträge nach Staatsangehörigkeit), aus Afghanistan (41.564, 26,1%), aus Irak (20.857, 13,1%) und aus Eritrea (7.231, 4,5%) sowie 7.711 (4,8%) staatenlose Asylbewerber/-innen am stärksten vertreten (Migrationsverket 2015).

Deutschland

Auch in Deutschland (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2016a) sind die Asylantragszahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Davon machen die Erstanträge genau wie in Österreich den größeren relativen Anteil an der Gesamtzahl der Anträge aus. Im Jahr 2010 lag die Zahl der Erstanträge noch bei 41.332, während sich diese im Jahr 2016 (bis einschließlich August) schon bei 564.506 befanden (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2016a, S. 4).

Im Jahr 2015 stellten die Staaten Syrien (158.657, 35,9% an der Gesamtzahl der Erstanträge), Albanien (53.805, 12,2%), Kosovo (33.427, 7,6%), Afghanistan (31.382, 7,1%) und Irak (29.784, 6,7%) die größten Anteile unter den Herkunftsländern (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2015a, S. 8).

Schaubild D2.2-2 gibt einen Überblick über die Asylentscheidungen in Österreich, Deutschland und Schweden. Ein nicht unerheblicher Teil der Asylsuchenden wurde abgelehnt, insgesamt sank jedoch der Anteil der Ablehnungsbescheide im Durchschnitt in den betrachteten Ländern seit 2013 von 63,6% auf 33,4% im Jahr 2015. Die Summe aller positiven Entscheidungen hat sich in allen 3 Ländern seit 2013 erhöht. Österreich zeigt seit 2013 mit 40 Prozentpunkten den höchsten Anstieg der Summe aller positiven Entscheidungen auf. Zudem erhielt ein größerer Anteil der Asylsuchenden den anerkannten Flüchtlingsstatus als Asyl auf Zeit oder Schutz aufgrund humanitärer Gründe. Auch hier lag Österreich im Jahr 2015 mit 60% der Asylentscheidungen nach der Genfer Flüchtlingskonvention vor Schweden (30%) und Deutschland (50%).