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Südkorea

Südkorea

  • Gründung einer bilateralen Arbeitsgruppe im März 2014 zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem koreanischen Bildungs- (MoE) und Arbeitsministerium (MOEL). Grundlage ist eine politische Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung.

  • Unbefristetes institutionelles Kooperationsabkommen zwischen Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und Korea Research Institute for Vocational Education and Training (KRIVET).

  • Institutionelles Kooperationsabkommen zwischen der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Human Resources Development Service of Korea (HRDKorea).

  1. Bundesressorts und Durchführungsorganisationen


    BMBF

    Schwerpunkt der Aktivitäten
    Durch die Unterzeichnung des bilateralen Kooperationsabkommens zur Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zwischen BMBF und MoE / MOEL und der Gründung einer bilateralen Arbeitsgruppe zwischen beiden Ländern, wird der regelmäßige Austausch auf ministerieller und institutioneller Ebene gewährleistet. In der dem Abkommen anhängigen Roadmap sind die konkreten Kooperationsaktivitäten zwischen den Akteuren der Berufsbildung festgeschrieben.

    Kurz- und mittelfristig geplantes Engagement
    Die zwischen BIBB und KRIVET geplanten Kooperationsvorhaben wurden in die Roadmap aufgenommen. Nach einem Gastwissenschaftlerinnenaufenthalt im August 2014 und einer gemeinsamen Publikation im Rahmen des INDUCT II-Projekts zum Vergleich von Rekrutierungs- und Einarbeitungsstrategien in Deutschland und Südkorea ist für das Jahr 2016 eine Beteiligung des KRIVET an einem weiteren Forschungsprojekt des BIBB geplant..


    Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

    Schwerpunkte der Aktivitäten
    Seit August 2012 arbeiten das BIBB und KRIVET unter der Federführung des AB 1.1/BIBB gemeinsam am Projekt „INDUCT II“ (separates Memorandum of Cooperation). In dieser internationalen Vergleichsstudie werden Rekrutierungs- und Einarbeitungsstrategien in vier Ländern analysiert. KRIVET führte in diesem Zusammenhang eine für Korea repräsentative vergleichende Betriebsbefragung durch, deren Auswertung im August 2014 im Rahmen des Aufenthalts zweier Gastwissenschaftlerinnen in Bonn stattfand. Derzeit führt das BIBB ein Forschungsprojekt zum Thema „Duale Ausbildung als betriebliche Strategie der Fachkräftesicherung – Fallstudien zu Motivation und Organisation im internationalen Vergleich“ durch. Das KRIVET wird sich ab 2016 an diesem Projekt beteiligen. Umgekehrt beteiligt sich das BIBB jedes Jahr durch wissenschaftliche Vorträge an verschiedenen Konferenzen des KRIVET und empfängt Delegationen zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Bildung.
    Zudem flankiert das BIBB das politische Kooperationsabkommen zur Gründung einer bilateralen Arbeitsgruppe. Die konkreten Aufgaben des BIBB sind in der dem Kooperationsabkommen anhängigen Roadmap vermerkt (s.o.).
    Im Dezember 2013 veröffentlichte iMOVE eine Marktanalyse des Weiterbildungsmarktes Südkorea. Die iMOVE-Marktstudie Südkorea ist hier abrufbar.

    Kurz- und mittelfristig geplantes Engagement
    Zukünftig sollen die Kooperationen zwischen Meister High Schools und Industrieunternehmen verbessert und ausgebaut werden. Weiterhin soll in den Bereichen Entwicklung von Ausbildungsordnungen und Berufsbildungsberichterstattung zusammen gearbeitet werden.


    Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ)
    Schwerpunkte der Aktivitäten
    Die GIZ organisierte im September 2013 in Zusammenarbeit mit der AHK Südkorea einen Workshop zum Thema „Berufsqualifizierung in Korea“ und den damit verbundenen Herausforderungen und Lösungen. Im März 2014 wurde ein zweijähriges Kooperationsabkommen (MoU) zwischen dem Human Resources Development Service of Korea (HRDKorea) und der GIZ Academy for International Cooperation geschlossen. Schwerpunkte der strategischen weltweiten Kooperation sind neben der Durchführung von Machbarkeitsstudien, die Umsetzung und Evaluierung von gemeinsamen Projekten sowie die Kompetenzentwicklung des Berufsbildungspersonals.

    Kurz- und mittelfristig geplantes Engagement
    Das MoE hat für die Meisterschulen (Meister High School) Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft in Südkorea geäußert. Der Kontakt zur AHK Südkorea wurde durch die GIZ bereits hergestellt.


    Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
    Schwerpunkte der Aktivitäten
    Der DAAD hat im Jahr 2013, dem Jahr der 130-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Korea einige Sonderveranstaltungen organisiert. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf der Alumni-Arbeit. Der DAAD fördert derzeit 7 fachbezogene Partnerschaften auf Institutsebene, Sommerschulen, Sonderprojekte sowie einen MA-Studiengang der FAU Erlangen in Busan.'

    Kurz- und mittelfristig geplantes Engagement
    Der DAAD fördert derzeit sieben fachbezogene Partnerschaften auf Institutsebene, Sommerschulen, Sonderprojekte sowie einen MA-Studiengang der FAU Erlangen in Busan.

  2. Bundesländer

  3. Wirtschaft und Gewerkschaften

  4. Nichtregierungsorganisationen

  5. Universitäten, Akademien, öffentliche Bildungseinrichtungen

  6. Weitere

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik Korea waren 2013 durch zwei Jubiläen gekennzeichnet. Zum einen war es der 130. Jahrestag der bilateralen diplomatischen Beziehungenen,zum anderen der 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Abkommen zur Entsendung koreanischer Bergarbeiter und Krankenschwestern nach Deutschland. Die deutschen politischen Erfahrungen, die im Zuge der deutschen Wiedervereinigung erzielt wurden, (Annäherungspolitik, Wende und anschließender Einigungsprozess) bieten der koreanischen Politik und Wissenschaft Anregungen für den eigenen Weg. 2011 wurde ein hochrangig besetztes bilaterales Expertengremium ins Leben gerufen. In den jährlichen Tagungen, soll der Austausch vertieft und institututionalisiert werden.
Bildung genießt in Korea höchsten Stellenwert, was sich auch am Haushalt 2014 ablesen lässt: Die Ausgaben für Bildungspolitik rangieren im weltweiten Vergleich auf Platz 3 und belaufen sich auf 14,2 % des Haushalts.

 

Bildungs- und Berufsbildungssystem

Das koreanische Bildungssystem ist in 4 Stufen gegliedert: Es setzt sich aus einer sechsjährigen Primarstufe, einer jeweils dreijährigen Mittelstufe (Sekundarstufe I) und Oberstufe (Sekundarstufe II) sowie 4 Jahren höherer Bildung zusammen (vgl. Allgemeines Bildungsgesetz).

Um dem starken Wettbewerb in der koreanischen Arbeitswelt gewachsen zu sein, schicken viele Eltern ihre Kinder zu Nachmittags- oder Abendschulen (sog. Hagwons) oder ermöglichen Auslandsaufenthalte. Die Einschulungsrate der sechsjährigen Grundschule liegt daher bei nahezu 100%. Fast genauso viele Schüler eines Jahrgangs besuchen eine weiterführende Schule und ca. 71% schreiben sich in einen Universitätsstudiengang ein. Duale Ausbildungen sind noch nicht verbreitet. Ein wichtiges Merkmal des Bildungssystems ist die Tatsache, dass der Erfolg in der vorberuflichen Bildung wesentlich Einfluss auf die Güte des Beschäftigungseinstiegs und die beruflichen Karriereperspektiven des Einzelnen hat. Dabei ist das Bildungssystem sozial relativ offen und durchlässig.

In Südkorea kann eine Berufsbildung im Alter von 15 Jahren begonnen werden. Im Vergleich zu Deutschland wird in Korea größerer Wert auf Theorie als auf Praxis gelegt. Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs lag die Beschäftigungsquote der Schulabgängerinnen und -abgänger bei mehr als 70 %. Seit 2000 ist die Beschäftigungsquote jedoch stark gesunken. Gleichzeitig ist die Übergangsquote zu Hochschulen aufgrund des hohen Stellenwertes der akademischen Ausbildung gestiegen.

In den 1990er Jahren lag der Fokus der Berufsbildung auf der innerbetrieblichen Ausbildung. Mittlerweile gibt es an Hochschulen ein breiteres Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten; infolgedessen wurde größerer Wert auf die Vermittlung von allgemeinen Lerninhalten als auf die Spezialisierung der Auszubildenden gelegt. Firmen äußern daher Kritik, dass Arbeitskräfte nicht genügend auf das Arbeitsleben und den technologischen Wandel vorbereitet werden.

Da ein zunehmender Anteil der Bevölkerung über einen Hochschulabschluss verfügt, lag das Arbeitseintrittsalter in Südkorea im Jahr 2006 bei durchschnittlich 25 Jahren. Damit liegen die Koreaner zwei Jahre über Durchschnittsalter der OECD-Länder und gilt als problematisch. Daher hat die Regierung Maßnahmen beschlossen, die die Aufnahme einer Arbeit vor dem Studium fördern sollen. So soll das Berufseinstiegsalter gesenkt und gleichzeitig Arbeitskräfte mit praktischen Fähigkeiten ausgebildet werden. Außerdem werden Ausbildungsplätze für Schulabsolventinnen und Schulabsolventen bei Unternehmen geschaffen.

In der Vergangenheit wurde zwischen zwei Formen der Highschool unterschieden , einer allgemeinbildende und einer beruflichen –. Dies wurde im Juni 2010 durch gesetzlich geändert (Änderung der Artikel 76und 90 des Durchführungserlasses zum Gesetz zur Grundschul- und Sekundarschulerziehung). Seitdem ist jede High School in ein Gymnasium, eine Fachspezifische High School, eine Meister High School sowie eine Berufliche High School unterteilt. Derzeit gibt es 27 Meister High Schools für professionelle Berufsbildung und 670 Berufliche High Schools. Es ist geplant, die Anzahl der Meister High Schools bis 2015 auf 50 zu erhöhen. So gibt es gegenwärtig 350 spezialisierte berufliche High Schools mit Industriekooperation.
(iMOVE Marktstudie Südkorea 2013)

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