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Im letzten BIBB-Datenreport wurde über Stand und Verlauf der sieben Bildungsbenchmarks der EU-Kommission berichtet. Im Berichtszeitraum hat es hinsichtlich dieser Benchmarks keine größeren Veränderungen gegeben.

Eine nennenswerte und für die Berufsbildung relevante Veränderung ist allerdings die Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA 2012 im Dezember 2013, bei der sich eine Verbesserung der Position Deutschlands hinsichtlich der europäischen Benchmark „Grundkompetenzen“ ergibt.312 Gemessen werden hier die Lese- und Rechenleistungen und die Leistungen in Naturwissenschaften. In Mathematik und in der Lesekompetenz haben sich die Leistungen deutscher Schüler/-innen am Ende der Sekundarstufe I seit der letzten Studie von 2009 verbessert.

Angesichts der mit der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise einhergehenden Arbeitslosigkeit, von der in besonderem Maße junge Erwachsene betroffen sind (vgl. Kapitel E im BIBB-Datenreport 2011 und 2012), wird die duale Berufsausbildung vor allem hinsichtlich ihres Beitrages zum erfolgreichen Übergang von der Schule in die Arbeitswelt gewürdigt und als Referenzmodell vorgeschlagen. Aus diesem Grund haben die Arbeitsminister der G-20-Staaten die duale Berufsbildung in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Auch die Europäische Kommission hat im Juli 2013 eine „Europäische Allianz für duale Berufsausbildung“ ausgerufen. Diese Initiative nimmt den Umsetzungsprozess der Berliner Konferenz vom 10. Dezember 2012 auf und hebt sie auf eine europäische, alle Mitgliedsstaaten umfassende Ebene.

In den Hintergrund ist dabei eine andere Diskussion um Berufsbildungssysteme getreten: in den letzten 10 Jahren wurde in der internationalen Debatte oft die These vertreten, dass eine zu frühe und zu spezialisierte Berufsbildung die individuellen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten einschränke. Empirische Evidenz für diese These wurde zum Beispiel dahin gehend vorgelegt, dass für junge Menschen mit berufsbildendem Abschluss zwar ein guter Übergang in den Arbeitsmarkt gewährleistet werden könne, aber Erwachsene mit beruflichem Abschluss größere Schwierigkeiten haben, aus einer Arbeitslosigkeit wieder in Erwerbstätigkeit einzutreten, als diejenigen mit einem Hochschulabschluss (Hanushek/Wößmann/Zhang 2011). Die OECD hat sich in 2 aufeinander folgenden Projekten nun verstärkt der Berufsbildung zugewendet und würdigt damit die Stärken ausgebauter Berufsbildungssysteme im internationalen Vergleich (Fazekas/Field 2013; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2010). Hinsichtlich der Relevanz von Grundkompetenzen sei insbesondere auf den zweiten Global Report on Adult Learning and Education (GRALE) verwiesen, der im Auftrag der UNESCO insbesondere Fragen der Alphabetisierung und der Basiskompetenzen für erfolgreiche Lernprozesse thematisiert (UNESCO Instiute for Lifelong Learning 2013). Überdies sind im Jahr 2012 die ersten Ergebnisse der OECD-Studie PIAAC erschienen, einer groß angelegten Vergleichsstudie, in der die Grundkompetenzen Erwachsener gemessen werden. Differenzierte Auswertungen für die berufliche Bildung und ihren Zusammenhang mit der Entwicklung von Grundkompetenzen bei Erwachsenen stehen allerdings noch aus (Rammstedt 2013).