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In diesem Kapitel wird dargestellt, wie sich die Beteiligung von Betrieben an der beruflichen Ausbildung von Jugendlichen entwickelt hat. Hierzu werden neben den absoluten Veränderungen in zentralen Bestandsgrößen 2 Indikatoren verwendet, die insbesondere zur Untersuchung der Entwicklung der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung in der Grundgesamtheit aller Betriebe und aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geeignet sind: Die Ausbildungsbetriebs- und die Ausbildungsquote  (vgl. Troltsch/Walden 2014; Hucker/Troltsch 2012).

Beteiligung der Betriebe in Deutschland

Nach Angaben der revidierten Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit  beteiligten sich zum 31. Dezember 2013 von den bundesweit etwas über 2,1 Mio. Betrieben mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten  rund 438.000  Betriebe an der beruflichen Ausbildung Jugendlicher. Damit schrumpfte die Zahl der Ausbildungsbetriebe im Vorjahresvergleich um 9.000 bzw. um 2,0 %. Gleichzeitig nahm der betriebliche Gesamtbestand zu und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4.000 Betriebe (+0,2 %). Gegenüber den drei Vorjahren sind die Verluste bei den Ausbildungsbetrieben und die Zugewinne bei den Betrieben konstant ausgefallen, wodurch sich der Rückgang der Ausbildungsbetriebsquote kontinuierlich fortgesetzt hat Schaubild A4.10.1-1.162 Mit einem Minus von 0,5 Prozentpunkten sank die Ausbildungsbetriebsquote gegenüber 2012 und erreichte einen neuen Tiefststand von 20,7 % Tabelle A4.10.1-1 Internet.

Weiter gesunken ist 2012 auch die Ausbildungsquote. Anders als in den Vorjahren war für den Quotenrückgang allerdings hauptsächlich das anhaltende Beschäftigungswachstum und weniger die rückläufige Zahl der Auszubildenden verantwortlich. Aber auch die Revision der Beschäftigungsstatistik führt zu einem marginalen Effekt auf den Rückgang der Ausbildungsbeteiligung.163 Während der Bestand der Auszubildenden bundesweit um 23.500 auf rund 1,612 Mio. zurückging (-1,4 %), konnte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 356.000 auf 29,9 Mio. zulegen (+1,2 %) Tabelle A4.10.1-2 Internet. Die Ausbildungsquote verzeichnete mit 5,4 % einen erneuten Rückgang, nochmals mit 0,1 % unter dem Vorjahreswert.

Schaubild A 4.10.1-1: Beschäftigte (linke Skala), Betriebe, Ausbildungsbetriebe und Auszubildende (rechte Skala) zwischen 2007 und 2013 in Deutschland (in Mio.)

Beteiligung der Betriebe in den alten und neuen Bundesländern

Wie in den vergangenen Jahren waren grundsätzlich sowohl die neuen als auch die alten Bundesländer von der rückläufigen Ausbildungsbeteiligung der Betriebe betroffen. In den alten Ländern sank die Zahl der Ausbildungsbetriebe um rund 7.000 auf 377.500 (-1,8 %), während der betriebliche Gesamtbestand um 4.000 (+0,2 %) stieg. Die Ausbildungsbetriebsquote im Westen nahm um 0,5 Prozentpunkte ab und betrug zuletzt 22,5 % Tabelle A4.10.1-3 Internet. Bei der Entwicklung des Auszubildendenbestands zeigt sich weiterhin eine deutliche Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Beschäftigung und der Ausbildung. Im Westen nahm die Zahl der Auszubildenden um 10.600 auf 1,4 Mio. (-0,8 %) ab, gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten um 301.200 auf 24,3  Mio. (+1,3 %) an. In der Folge sank die Ausbildungsquote von 5,8 auf 5,7 % Tabelle A4.10.1-4 Internet.

In den neuen Bundesländern ging die Zahl der Ausbildungsbetriebe mit einem Minus von 2.100 Betrieben (-3,4 %) weniger stark zurück als in den Vorjahren, sank aber noch immer schneller als in den alten Bundesländern. Die betriebliche Gesamtzahl legte dagegen geringfügig zu und erhöhte sich um 50 auf 433.000 Betriebe. Die Ausbildungsbetriebsquote im Osten verringerte sich um 0,5 Prozentpunkte auf einen Wert in Höhe von 13,9 % Tabelle A4.10.1-5 Internet. Ähnlich wie im Westen ging die Zahl der Auszubildenden im Osten weiter zurück und schrumpfte um rund 12.800 auf 222.000. Mit einem Minus von 5,4 % hielt das Negativwachstum des Auszubildendenbestands weiter an. Bei der Beschäftigung setzte sich der bisherige Wachstumstrend in abgeschwächter Form fort. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kletterte um 56.500 auf 5,61 Mio., was einem Anstieg von 1,0 % entspricht.164 Beide Entwicklungen ließen die Ausbildungsquote in den neuen Ländern erneut sinken, die binnen Jahresfrist um 0,3 Prozentpunkte auf 4,0 % fiel Tabelle A4.10.1-6 Internet

Definitionen zur betrieblichen Ausbildungsbeteiligung Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Revision vom 28. August 2014)

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit hat am 28. August 2014 eine Revision der Beschäftigungsstatistik durchgeführt (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2014). Die Revision wurde rückwirkend bis 1999 vorgenommen. Sie ist das Ergebnis einer modernisierten Datenaufbereitung mit genaueren Ergebnissen und zusätzlichen Inhalten für diese Statistik und beinhaltet u. a. eine umfassendere Abgrenzung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie eine verbesserte Zuordnung zur Beschäftigungsart. Infolge dieser Revision hat sich durch die Aufnahme neuer Personengruppen als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Bestand an Beschäftigten deutlich erhöht. Zum Stichtag Juni 2013 sind dies insgesamt 414.000 Personen (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2014, S. 20). Dazu gehören behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten oder gleichartigen Einrichtungen (ca. 300.000 Personen) oder Personen, die ein freiwilliges soziales, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst (ca. 80.000 Personen) leisten.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschließlich Auszubildender, die kranken-, renten- oder pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die der Arbeitgeber Beitragsanteile zu entrichten hat.

Auszubildende

Als Auszubildende zählen alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in Ausbildung, die der Bundesagentur für Arbeit über die Personengruppenschlüssel 102, 121, 122, 141 und 144 gemeldet wurden. Dies sind in der Regel Auszubildende, deren Ausbildungsverhältnis den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) bzw. der Handwerksordnung (HwO) unterliegt oder die eine Berufsausbildung auf unter Bundesflagge fahrenden Seeschiffen der Kauffahrteischifffahrt absolvieren. Aufgrund relativ weit gefasster Zuordnungskriterien fallen darunter auch Auszubildende im Gesundheitswesen, deren Ausbildung nicht durch BBiG/HwO geregelt ist.

Ausbildungsbetriebsquote

Die Ausbildungsbetriebsquote bezeichnet den Anteil der Betriebe mit Auszubildenden an allen Betrieben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einschließlich der Ausbildungsbetriebe. Bei der Berechnung der Ausbildungsbetriebsquote wird nicht zwischen Betrieben mit und ohne Ausbildungsberechtigung differenziert. Insofern unterscheidet sich die Ausbildungsbetriebsquote von der sogenannten Ausbildungsaktivität, die den Anteil der ausbildenden Betriebe an allen ausbildungsberechtigten Betrieben ausweist (vgl. BIBB-Datenreport 2014, Kapitel A 4.10.2).

Ausbildungsquote

Die Ausbildungsquote bezeichnet den Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einschließlich Auszubildender.

Betriebliche Ausbildungsbeteiligung nach Bundesländern

Die betriebliche Ausbildungsbeteiligung variierte im Berichtsjahr erheblich zwischen den einzelnen Bundesländern, wie ein Vergleich der länderspezifischen Ausbildungsbetriebsquoten zeigt Tabelle A4.10.1-7 Internet. Den mit 26,5 % höchsten Anteil ausbildender Betriebe hatte wie im Vorjahr das Saarland, gefolgt von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die auf Anteilswerte von 24,6 % bzw. 23,9 % kamen. Das Schlusslicht bildete Berlin, wo sich lediglich 12,5 % der Betriebe an der Ausbildung Jugendlicher beteiligten. Gegenüber dem Vorjahr war bis auf Thüringen die Ausbildungsbetriebsquote in sämtlichen Bundesländern rückläufig. Die Verlustspanne reichte von 0,3   Prozentpunkten in Sachsen bis zu 0,7 Prozentpunkten in Sachen-Anhalt. 

Größere Abweichungen zeigen sich auch beim Vergleich der länderbezogenen Ausbildungsquoten, die sich mit Werten von 3,9 % (in Thüringen, Sachsen und Brandenburg) bis zu 6,4 % (in Niedersachsen und Schleswig-Holstein) deutlich zwischen den einzelnen Bundesländern unterschieden Tabelle A4.10.1-8 Internet. Auffällig ist, dass die Ausbildungsquote analog zur Ausbildungsbetriebsquote in allen Ländern zurückging und sich in dieser Frage keine Varianz erkennen lässt. 

Entwicklung der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung im Einzelnen Veränderung nach Betriebsgröße

Deutschland

Wie schon im Vorjahr ging der gesunkene Bestand an Ausbildungsbetrieben fast ausschließlich auf Verluste im kleinstbetrieblichen Bereich zurück. Die Zahl der ausbildenden Betriebe sank in diesem Größensegment um 4,3 % bzw. rund 10.000 Ausbildungsbetriebe, während sie in allen anderen Betriebsgrößenklassen leicht anstieg. Den prozentual stärksten Zuwachs an Ausbildungsbetrieben verzeichneten die mittleren Betriebe mit einem Plus von 0,8 %, gefolgt von den Großbetrieben und der Gruppe der Kleinbetriebe mit Wachstumsraten von 0,6 % und 0,1 %. Grundsätzlich stieg die Zahl der Betriebe schneller als die Gesamtzahl der ausbildenden Betriebe, sodass die Ausbildungsbetriebsquote hier jeweils zurückgegangen ist Tabelle A4.10.1-1 Internet.

Besonders auffällige Unterschiede zwischen den betrachteten Betriebsgrößenklassen gab es bei der bundesweiten Bestandsentwicklung der Auszubildenden nicht. In nahezu allen Betriebsgrößenklassen entwickelten sich die Auszubildendenzahlen negativ. Während die Kleinstbetriebe etwa 14.000 Personen weniger ausbildeten als im Vorjahr (-4,7 %), konnten die Großbetriebe im Durchschnitt die Zahl ihrer Auszubildenden zumindest auf dem Vorjahresniveau halten. Anders als beim Auszubildendenbestand nahm die Gesamtzahl der Beschäftigten in allen 4 Betriebsgrößenklassen zum Teil deutlich zu. Die Wachstumsspanne reichte von 0,1 % bei den Kleinstbetrieben bis zu 1,5 % bei den Großbetrieben und den Kleinbetrieben. Die Ausbildungsquote entwickelte sich über die einzelnen Betriebsgrößenklassen durchgängig negativ. Quotenverluste lagen zwischen von 0,7 bei den Großbetrieben und 0,3 Prozentpunkten bei den Kleinstbetrieben Tabelle A4.10.1-2 Internet.

Alte Bundesländer

In den alten Bundesländern zeigte sich ein ähnliches Bild wie in Deutschland. Auch hier beschränkte sich der Bestandsverlust der Ausbildungsbetriebe auf die Klasse der Kleinstbetriebe, in der 4,1 % weniger Betriebe ausbildeten als im Vorjahr. In den übrigen Betriebsgrößenklassen stieg die Zahl der Ausbildungsbetriebe um 0,8 bis 1,3 %, was aber nicht verhindern konnte, dass die Gesamtzahl der ausbildenden Betriebe im Westen insgesamt um 1,8 % abnahm. Die Ausbildungsbetriebsquote entwickelte sich in den einzelnen Betriebsgrößenklassen unterschiedlich stark rückläufig, weil die Zunahme in den Bestandszahlen an Betrieben insgesamt zum Teil überproportional hoch ausfiel Tabelle A4.10.1-3 Internet

In den alten Bundesländern nahm die Zahl der Auszubildenden nicht nur bei den Kleinstbetrieben ab und verringerte sich dort um durchschnittlich 4,5 %. Auch die anderen Größenklassen verzeichneten bis auf die Großbetriebe Rückgänge zwischen 0,4 % und 0,1 % und ließen die Gesamtzahl der Auszubildenden im Westen leicht abnehmen. Im Gegensatz zu den Auszubildenden nahmen die Beschäftigten in allen Größenklassen – mit Ausnahme der Kleinstbetriebe – mit 0,1 % bis 1,6 % zahlenmäßig zu Tabelle A4.10.1-4 Internet.

Neue Bundesländer

Wie aufgrund der bisherigen Auswertungen nicht anders zu erwarten war, ging die Anzahl der Ausbildungsbetriebe in den neuen Bundesländern über alle Betriebsgrößenklassen hinweg deutlich zurück. Mit einem Minus von 5,9 % waren die Kleinstbetriebe besonders stark von diesem Rückgang betroffen, während die Verluste bei den ausbildenden Großbetrieben mit 0,5 % wesentlich geringer ausfielen. Bei generell steigenden Betriebszahlen (Ausnahme: Kleinstbetriebe mit bis zu 4 Beschäftigten) entwickelte sich im Osten auch die Ausbildungsbetriebsquote einheitlich rückläufig, die in keiner Betriebsgrößenklasse zulegen konnte Tabelle A4.10.2-5 Internet

Trotz der insgesamt positiven Beschäftigungsentwicklung (Ausnahme wiederum Kleinstbetriebe) ging die Zahl der Auszubildenden in allen Betriebsgrößenklassen deutlich zurück. Die Rückgänge variierten zwischen 6,1 % bei den Kleinstbetrieben und 5,6 % bei den Großbetrieben. Die Ausbildungsbetriebsquote sank dadurch klassenübergreifend und gab im Durchschnitt um etwa 0,3 Prozentpunkte in allen Betriebsgrößenklassen nach Tabelle A4.10.1-6 Internet.

Veränderung nach Wirtschaftszweigen

Deutschland

Prinzipiell weist die Entwicklung sowohl der Ausbildungsbetriebs- als auch der Ausbildungsquote nach Wirtschaftssektoren ein bestimmtes Muster auf: Insbesondere Wirtschaftsabschnitte mit einfachen Dienstleistungstätigkeiten sind von Rückgängen bei den Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben besonders betroffen Tabelle A4.10.1-9 Internet. Hierzu zählen das Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe, der Einzelhandel und die sogenannten sonstigen persönlichen Dienstleistungen wie z. B. das Friseurgewerbe. Hier kommt es im Bestand an Auszubildenden zwischen 2012 und 2013 zu Rückgängen von bis zu 6,4 % in den Auszubildendenbeständen. Aus dem verarbeitenden Gewerbe gehört noch der Bereich der Nahrungsmittel-, Holz- und Papierindustrie mit einem durchschnittlichen Rückgang von 4,5 % dazu. 2 weitere Bereiche sind in diesem Zusammenhang ebenso zu nennen: mit -9,8 % der Bereich „Erziehung, Unterricht“, unter den Betriebe fallen, die außerbetriebliche Ausbildungsstellen anbieten, und mit -6,1 % der Bereich „Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherung“. Eine positive Entwicklung weisen nur die Bereiche „Forschung, Entwicklung“, „Informations-, Kommunikationsgewerbe“, „Chemie, Pharmazie“, „Maschinen-, Automobilbau“ und „Verkehrsgewerbe“ auf, können im Gesamtergebnis den Rückgang in den Auszubildendenbeständen und in der Ausbildungsquote aber nicht ausgleichen. Bei der Entwicklung der Ausbildungsbetriebe zeigen sich ähnliche Entwicklungen Tabelle A4.10.1-10 Internet.

Alte und neue Bundesländer

In den alten Bundesländern zeigte sich ein sehr ähnliches Bild. Auch hier schrumpfte die Zahl der Ausbildungsbetriebe am stärksten im Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe (-6,3 %), im Bereich der sonstigen personenbezogenen Dienstleistungen (-4,4 %) und bei der Herstellung sonstiger Güter (-5,1 %) Tabelle A4.10.1-11 Internet. Auch die wirtschaftszweigbezogenen Auszubildendenbestände entwickelten sich im Westen ähnlich wie in Gesamtdeutschland, Verluste fielen hier allerdings geringer und Zuwächse höher aus Tabelle A4.10.1-12 Internet. In den neuen Bundesländern verzeichneten fast alle Wirtschaftssektoren Rückgänge in der Anzahl an Ausbildungsbetrieben. Hier fielen die Verluste unter den Ausbildungsbetrieben und bei den Auszubildendenbeständen nochmals deutlich höher aus als im Westen Tabellen A4.10.1-13 Internet und A4.10.1-14 Internet.

Fazit

Der Abwärtstrend in der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung scheint sich etwas abgeschwächt zu haben. Darauf weisen Entwicklungen sowohl in der Ausbildungsbetriebs- als auch in der Ausbildungsquote hin. Zudem ist weiterhin auf Sonderentwicklungen auf den Ausbildungsstellenmärkten hinzuweisen, die den rückläufigen Trend bisher maßgeblich beeinflusst haben. Dazu zählt beispielsweise die generell rückläufige Entwicklung in den neuen Bundesländern, bei den Kleinstbetrieben mit bis zu 9 Beschäftigten, beim Angebot an außerbetrieblichen Ausbildungsstellen sowie die Entwicklung in Wirtschaftssektoren mit einfachen Dienstleistungstätigkeiten. Zu den Sondereffekten ist zudem die Revision der Beschäftigungsstatistik zu zählen, die bei der Untersuchung der Entwicklung allerdings keine ausschlaggebende Rolle spielt. 

(Klaus Troltsch) 

  • 162

    Die Zeitreihen konnten im Vergleich zu früheren Auswertungen der Beschäftigtenstatistik nicht mehr auf das Jahr 1999 bezogen werden, sondern mussten für die aktuellen Auswertungen auf das Jahr 2007 fixiert werden, da erst ab diesem Zeitpunkt revidierte Beschäftigtenangaben nach Wirtschaftszweigen in der 2008er-Klassifikation verwendet werden können (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2014, S. 30 f., S.  43). 

  • 163

    Der Effekt auf die betriebliche Ausbildungsbeteiligung ist insofern marginal, als sich durch die Aufnahme neuer Personengruppen als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte um ca. 400.000 Personen der Nenner bei der Berechnung der Ausbildungsquote vergrößert hat, die Ausbildungsquote z. B. zum Stichtag 31.  Dezember 2013 im Bundesdurchschnitt zwar von 5,5 % auf 5,4 % sinkt, aber lediglich um 0,1 Prozentpunkte niedriger liegt als vor der Revision. Allerdings können sich Effekte durch Rundungen ergeben. Keine Effekte der Revision ergeben sich aufgrund unveränderter Personengruppenschlüssel auf die Bestände an Auszubildenden (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2014, S. 43). Effekte der Revision auf die Ausbildungsbetriebsquote werden noch marginaler als bei der Ausbildungsquote ausfallen. 

  • 164

    In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Revision der Beschäftigungsstatistik durch die Aufnahme neuer Personengruppen insbesondere in den neuen Bundesländern zu einer Erhöhung der Beschäftigtenbestände geführt hat. Dies ist bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten (vgl. Bundesagentur für Arbeit 2014, S. 35 f.).