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Die Bedeutung der beruflichen Weiterbildung an Fachschulen ist unbestritten. Als wichtige Säule im Gesamtkontext der Weiterqualifizierungsmöglichkeiten verzeichnet dieser Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Zahlen: Im Vergleich zum Vorjahr gibt es im Schuljahr 2014/2015 insgesamt mehr Fachschulen (+2,2 %), mehr Klassen (+2,0 %), mehr Schülerinnen und Schüler (+1,3 %) sowie ein Plus von 5,8 % in Bezug auf die Zahl der Absolventinnen und Absolventen. Fachschulen gibt es für die Fachbereiche Agrarwirtschaft, Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Sozialwesen (vgl. Kultusministerkonferenz 2015a, S. 3). Der Fachbereich Technik stellt im Hinblick auf die Anzahl der Fachrichtungen mit einem Qualifizierungsangebot von bundesweit rund 80  verschiedenen Fachrichtungen den größten Bereich. Er erstreckt sich von Abfalltechnik über Lebensmitteltechnik bis Zerspanungstechnik (vgl. ebd., S. 32).

Fachschulen, Klassen und Schüler/-innen nach Bundesländern 2014/2015

Mit 1.486 Fachschulen im Schuljahr 2014/2015 hat sich die Zahl der Fachschulen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um 32 Schulen erhöht. Insgesamt befanden sich 193.418 Schüler/-innen in Bildungsgängen an Fachschulen. Der Ausländeranteil liegt bundesweit bei 3,8 %. Berlin hat mit 7,4 % im Schuljahr 2014/2015 prozentual den höchsten Anteil ausländischer Teilnehmender an Fachschulen, gefolgt von Hessen mit 6,9 % und Hamburg mit 6,7 %. Ein Ausländeranteil unter 1,0 % ist in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (0,3 %), Brandenburg (0,6 %), Mecklenburg-Vorpommern (0,6 %) und Thüringen (0,6 %) zu verzeichnen Tabelle B4.3-1.

Tabelle B4.3-1: Fachschulen 2014/2015: Schulen, Klassen und Schüler/-innen nach Ländern

Entwicklung der Schüler/-innenzahlen an Fachschulen 2008/2009 bis 2014/2015

Mit 193.418 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2014/2015 ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,3 % zu verzeichnen. Damit zeigt sich weiterhin ein kontinuierlicher Anstieg der Schüler/-innenzahlen an Fachschulen insgesamt in Deutschland. Betrachtet man differenziert den Frauen- und Männeranteil, so ist festzuhalten, dass der Anteil der Schülerinnen seit dem Schuljahr 2011/2012 über 50 % – im Schuljahr 2014/2015 mit 100.317 Schülerinnen bei rund 52 % – liegt Schaubild B4.3-1.

Die Weiterbildung an Fachschulen kann in Vollzeit- oder in Teilzeitform erfolgen und führt zu einem staatlichen postsekundaren Berufsabschluss nach Landesrecht (vgl. Kultusministerkonferenz 2015a, S. 2). Mit 127.755 Schülerinnen und Schülern liegt der Anteil der Fachschüler/ -innen, die ihren Bildungsgang im Schuljahr 2014/2015 in Vollzeit absolvieren, insgesamt bei rund 66 %. Der Frauenanteil beträgt bei Bildungsgängen in Vollzeitform 57,6 %, in Teilzeitform 40,7 %.

Schaubild B4.3-1: Entwicklung der Zahl der Schüler/-innen an Fachschulen 2008/2009 bis 2014/2015

Datenbasis zu Fachschulen

Die Daten sind der Fachserie 11, Reihe 2 des Statistischen Bundesamtes entnommen. Zu beachten ist, dass die Daten zu Schülern/Schülerinnen und Absolventen/Absolventinnen z. T. auch den Fachschulanteil einzelner Ausbildungen beinhalten (z. B. Altenpflegehelfer/-in und Altenpfleger/ -in, Erzieher/-in, Heilerziehungspflegehelfer/-in, Heilerziehungspfleger/-in).

In Bezug auf die Berufshauptgruppe „Nicht medizinische Gesundheits-, Körperpflege- und Wellnessberufe“ Schaubild B4.3-2 und Tabelle B4.3-2 ist z. B. zu beachten, dass statistisch auch Altenpflegehelfer/-innen und Altenpfleger/ -innen mit insgesamt 1.139 Absolventen/Absolventinnen hier erfasst sind.

Absolventen und Absolventinnen 2014

Für das Schuljahr 2014 sind an Fachschulen als Einrichtung beruflicher Weiterbildung insgesamt 62.788 Absolventen und Absolventinnen zu verzeichnen. Das entspricht einem Plus von 5,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit 52.911 Absolventen/Absolventinnen haben insgesamt rund 84 % ihren Bildungsgang an Fachschulen in einem der 10 am stärksten besetzten Berufshauptgruppen beendet Schaubild B4.3-2.

Die Berufe „Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie“ bilden mit insgesamt 23.973 Absolventinnen und Absolventen die quantitativ stärkste Gruppe, gefolgt von den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen mit 8.867 Absolventinnen und Absolventen. Mit 5.640 und damit rund 600 Absolventinnen und Absolventen mehr als im Vorjahr (+12 %) bilden die Berufe in Recht und Verwaltung im Sozial- und Gesundheitswesen im Schuljahr 2014/2015 die drittstärkste Gruppe. Sie liegen damit vor den Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen, die im Vorjahr die drittstärkste Berufshauptgruppe stellten.

Insgesamt ist der Frauen-/Männeranteil im Abgangsjahrgang 2014 ausgewogen. Betrachtet man den Anteil differenziert nach Berufshauptgruppen, zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: So liegt der Frauenanteil in der Berufsgattung in Berufen in Recht und Verwaltung des Sozial- und Gesundheitswesens mit rund 87 % am höchsten. Auch in der Berufen „Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie“ ist der Anteil der Frauen mit knapp 80 % überproportional. In „Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen“ liegt der Anteil dagegen bei 4,5 % und im Bereich der Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe bei nur 2,1 % Tabelle B4.3-2.

Eine aktuelle Übersicht über Berufsabschlüsse an Fachschulen ist der „Dokumentation der Kultusministerkonferenz über landesrechtlich geregelte Berufsabschlüsse an Fachschulen (Beschluss des Unterausschusses für Berufliche Bildung vom 06.02.2015)“ zu entnehmen. Durch gemeinsam vereinbarte Kriterien und Bildungsstandards hat die Kultusministerkonferenz die Qualität der Abschlüsse gesichert und damit die Voraussetzung für die gegenseitige Anerkennung in den Bundesländern geschaffen. Rechtsgrundlage für die Berufsabschlüsse bilden die Schulgesetze der Länder (vgl. Kultusministerkonferenz 2015b).

Für die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung gibt es je nach individueller Voraussetzung unterschiedliche finanzielle Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern wie z. B. das Meister-BAföG, das Weiterbildungsstipendium oder die Förderung nach SGB III. Bildungsurlaub oder Bildungsfreistellung sind weitere Unterstützungsmaßnahmen, die in den meisten Bundesländern gesetzlich geregelt sind.

Für fachlich tiefer untergliederte länderspezifische Angaben sei an dieser Stelle auf die Veröffentlichungen der Statistischen Landesämter für den Bereich Schulen verwiesen.

(Maria Zöller)

Schaubild B4.3-2: Absolventen/Absolventinnen 2014 in den 10 stärksten Berufshauptgruppen

Tabelle B4.3-2: Absolventinnen/Absolventen an Fachschulen nach Berufshauptgruppen, rechtlichem Status der Schule und Geschlecht 2014 (Auswahl: 10 stärkste Berufshauptgruppen)