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Die betrieblich finanzierte Weiterbildung ist ein wichtiger Teil des lebenslangen Lernens. 2016 wurde die 5. europäische Erhebung zur betrieblichen Weiterbildung (CVTS5 – Continuing Vocational Training Survey) durchgeführt. Sie stellt für 30 europäische Länder (EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Mazedonien) Daten zu betrieblichen Weiterbildungsaktivitäten für das Jahr 2015 zur Verfügung. In Deutschland wurde die Erhebung vom Statistischen Bundesamt und einigen statistischen Landesämtern durchgeführt (Statistisches Bundesamt 2017a). Die Ergebnisse aller beteiligten Länder wurden auf der Eurostat-Datenbank266 veröffentlicht. 

Europäische Erhebungen zur betrieblichen Weiterbildung (CVTS)

Die Erhebungen zur betrieblichen Weiterbildung (Continuing Vocational Training Survey, CVTS) werden in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (und weiteren interessierten Staaten wie 2015 Norwegen und Mazedonien) durchgeführt. CVTS ist seit 2005 eine für die EU-Mitgliedstaaten verpflichtende Erhebung auf der Basis von Verordnungen, die u.  a. die zu erhebenden Daten und Details der Durchführung festlegen. Befragt werden Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten aus den Wirtschaftsbereichen B bis N sowie R und S der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft NACE Rev. 2 (B: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden. C: Verarbeitendes Gewerbe. D: Energieversorgung. E: Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen. F: Baugewerbe. G: Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. H: Verkehr und Lagerei. I: Gastgewerbe. J: Information und Kommunikation. K: Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. L: Grundstücks- und Wohnungswesen. M: Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. N: Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. R: Kunst, Unterhaltung und Erholung. S: Erbringung von sonstigen Dienstleistungen).267

Betriebliche Weiterbildung ist als vorausgeplantes, organisiertes Lernen definiert, das vollständig oder teilweise von den Unternehmen finanziert wird. Die Finanzierung kann dabei sowohl direkt (z. B. durch Zahlungen an Weiterbildungsanbieter für die Teilnahme der Beschäftigten an Kursen) als auch indirekt (durch Teilnahme der Beschäftigten an Weiterbildungsmaßnahmen während der Arbeitszeit) erfolgen. Erfasst werden europäisch vergleichbare Daten zu Angebot, Umfang, Formen, Organisation und Kosten der betrieblichen Weiterbildung.

Bisher wurden 5 europäische Weiterbildungserhebungen durchgeführt: An CVTS1 (1993) beteiligten sich 12 Länder, an CVTS2 (1999) 25 Länder, an CVTS3 (2005) und CVTS4 (2010) jeweils 28 Länder und an CVTS5 (2015) 30 Länder. In der Mehrzahl der Länder waren die Unternehmen bei CVTS5 auskunftspflichtig, in Deutschland war die Teilnahme für die Unternehmen freiwillig. Die Rücklaufquote268 lag mit Ausnahme von 4 Ländern bei 50% und mehr, in Deutschland wurde mit 24% die niedrigste Rücklaufquote erreicht.

Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse aus CVTS5 anhand 3 zentraler Indikatoren beschrieben und Entwicklungen bzw. Veränderungen zu den Jahren 2005267 (CVTS3) und 2010 (CVTS4) dargestellt. Die 3  Kernindikatoren sind:   

  • Inzidenz: Unternehmen, die Weiterbildung in irgendeiner Form (Kurse und/oder andere Formen) anbieten (in % aller Unternehmen)
  • Teilnahme: Beschäftigte, die an Weiterbildungskursen teilnehmen (in % der Beschäftigten aller Unternehmen)
  • Intensität: Stunden in Weiterbildungskursen in Relation zu den Arbeitsstunden der Beschäftigten aller Unternehmen (je 1.000 Arbeitsstunden)

Für einen 4. zentralen Indikator, den betrieblichen Ausgaben für Weiterbildung (direkte Kosten für Weiterbildungskurse zuzüglich des Saldos aus Umlagen/Beiträgen an Fonds und Einnahmen durch Zuschüsse/finanzielle Zuwendungen für Weiterbildung in Relation zu den Gesamtarbeitskosten aller Unternehmen) wurden bis Mitte März 2018 noch keine Ergebnisse von Eurostat veröffentlicht. Daher wird in diesem Kapitel nur kurz auf die deutschen Ergebnisse zu den Kosten der Weiterbildung eingegangen. 

Bei der Interpretation der europäischen Vergleichsdaten sollten stets die Datenqualität und die nationalen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Eine Prüfung der Datenqualität erfolgte für CVTS3 und CVTS4 im Auftrag von Cedefop in 2 vom BIBB gemeinsam mit Partnern durchgeführten Projekten (Cedefop 2010, 2015), für CVTS5 wurden die bisher vorliegenden nationalen Qualitätsberichte270 ausgewertet. Bei einigen Ländern ist die Vergleichbarkeit zwischen den Erhebungswellen bzw. zu den anderen Ländern eingeschränkt. Dies betrifft die Ergebnisse von 2005 für das Vereinigte Königreich und Norwegen (Cedefop 2010, S. 136–137), von 2010 und 2015 für Portugal (Cedefop 2015, S. 118–119) und von 2015 für Schweden und Tschechien.271, 272

Betriebliches Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen (Inzidenz)

Im Jahr 2015 haben in Deutschland 77% der Unternehmen ihren Beschäftigten Weiterbildung in Form von Kursen und/oder anderen Formen (wie beispielsweise Lernen am Arbeitsplatz durch Unterweisung, Job-Rotation, Informationsveranstaltungen oder auch E-Learning) angeboten. In den 30 teilnehmenden Ländern reichte der Anteil der weiterbildenden Unternehmen von rund 100% in Lettland bis zu 22% in Griechenland Schaubild B1.2.2-1

Schaubild B1.2.2-1: Anteil der weiterbildenden Unternehmen an allen Unternehmen 2005, 2010 und 2015 (in %)

Deutschland lag leicht über dem EU-28-Durchschnitt von 73% und nahm eine Position im Mittelfeld der Länder ein. Alle nordeuropäischen Länder und mit Ausnahme Luxemburgs auch alle westeuropäischen Länder wiesen wie bereits 2010 einen höheren Anteil weiterbildender Unternehmen auf, darüber hinaus konnten mit Estland, Lettland und Slowenien auch 3 osteuropäische Länder an Deutschland vorbeiziehen. Im Vergleich zu 2010273 ist in den meisten Ländern der Anteil der Unternehmen, die zumindest einen Teil ihrer Beschäftigten weiterbilden, gestiegen. Dies gilt auch für Deutschland. Hier gab es mit +5 Prozentpunkten zwar einen Zuwachs, der aber nicht ausreichte, damit Deutschland seine Position im Ländervergleich halten konnte. Starke Anstiege von über 15 Prozentpunkten waren in Estland, Lettland, Polen und Slowenien zu verzeichnen. Insbesondere Lettland sticht mit einem Anstieg von 60 Prozentpunkten heraus. Während hier 2005 36% und 2010 40% der Unternehmen Weiterbildung anboten, wurde 2015 ein flächendeckendes Weiterbildungsangebot erreicht. Dies hängt damit zusammen, dass 2015 nahezu alle Unternehmen in Lettland angaben, geplante Phasen der Weiterbildung am Arbeitsplatz (z. B. Unterweisung durch Vorgesetzte oder Kollegen/Kolleginnen, Einarbeitung) durchzuführen. 2010 war der entsprechende Anteil mit 22% deutlich niedriger. In den meisten Ländern, in denen der Anteil der weiterbildenden Unternehmen zwischen 2010 und 2015 zunahm, gab es auch zwischen 2005 und 2010 einen Anstieg. In Polen verlief die Entwicklung jedoch anders: Während der Anteil weiterbildender Unternehmen 2010 gegenüber 2005 um 12 Prozentpunkte zurückging, gab es 2015 im Vergleich zu 2010 einen starken Zuwachs von 22 Prozentpunkten. Rumänien erreichte den höchsten Anteil weiterbildender Unternehmen mit 40% im Jahr 2005; die Werte für 2010 (24%) und 2015 (27%) lagen deutlich darunter. Rückläufig war der Anteil der weiterbildenden Unternehmen 2015 im Vergleich zu 2010 in Griechenland (-6 Prozentpunkte), Ungarn (-5  Prozentpunkte), Dänemark (-4 Prozentpunkte) sowie in Kroatien und Zypern (jeweils -2 Prozentpunkte). 

Differenziert nach der Art der Weiterbildung in Form von Kursen und anderen Formen ergibt sich, wie auch schon in den Vorgängererhebungen (vgl. BIBB-Datenreport 2016, Kapitel B1.2.2), für 2015 ein heterogenes Bild: In 9  Ländern überwog das Angebot an Kursen, insbesondere in Finnland, Spanien und Frankreich. In 18 Ländern, darunter auch Deutschland, war der Anteil der Unternehmen mit einem Angebot an anderen Formen höher als der entsprechende Anteil der Unternehmen mit einem Kursangebot. Deutlich höhere Werte anderer Weiterbildungsformen (mindestens +15 Prozentpunkte) wiesen Lettland, Irland, Estland und Malta auf. Im EU-28-Durchschnitt zeigen sich allerdings nur geringe Unterschiede, mit 61% (Kurse) bzw. 60% (andere Formen) lagen beide Werte fast gleichauf.

In Deutschland haben 62% der Unternehmen im Jahr 2015 Weiterbildungskurse angeboten, 74% andere Weiterbildungsformen. Der Anteil der Unternehmen mit Kursen hat sich dabei zwischen 2005 und 2010 stark erhöht (+7 Prozentpunkte), zwischen 2010 und 2015 nur leicht (+1 Prozentpunkt). Der Anteil der Unternehmen mit anderen Formen stagnierte dagegen zunächst 2005 und 2010 bei jeweils 66%, zwischen 2010 und 2015 war ein starker Anstieg um 7 Prozentpunkte zu verzeichnen. Dies verdeutlicht die weiterhin hohe Bedeutung der anderen Formen betrieblicher Weiterbildung in Deutschland. Andere Staaten haben jedoch teilweise deutlich höhere Zuwächse aufzuweisen, wodurch Deutschland von einem der vorderen Plätze beim Anteil der Unternehmen mit anderen Formen in 2005 und 2010 auf einen Platz im Mittelfeld zurückfiel.

Im Vergleich zu 2010 hat in den meisten Ländern 2015 sowohl der Anteil der Unternehmen mit Kursen als auch mit anderen Formen zugenommen. Lediglich in Dänemark, Griechenland, Kroatien und Ungarn reduzierte sich der Anteil der Unternehmen mit Kursen, in Dänemark, Griechenland, der Slowakei und Zypern der Anteil der Unternehmen mit anderen Formen. 

Teilnahme an Weiterbildungskursen

Ein wichtiges europäisches Bildungsziel ist die Erhöhung der Beteiligung von Erwachsenen am lebenslangen Lernen. Im Vergleich zu 2010 ist der Anteil der Beschäftigten, die 2015 an Weiterbildungskursen teilgenommen haben, in den meisten Ländern und auch im EU-28-Durchschnitt gestiegen Schaubild B1.2.2-2. Besonders hohe Anstiege von über 10 Prozentpunkten gab es in Luxemburg, Österreich, der Slowakei und Slowenien. Gleich geblieben ist der Anteil in Malta, im Vereinigten Königreich und in Ungarn. Gesunken ist die Teilnahme an Weiterbildungskursen in Unternehmen in Deutschland, Dänemark und Zypern, wobei die Rückgänge mit höchstens 4 Prozentpunkten relativ gering ausfielen. Insgesamt zeigen sich 2015 zwischen den Ländern große Unterschiede bei der Teilnahmequote. Über die Hälfte der Beschäftigten nahmen in Luxemburg, Slowenien, der Slowakei, Spanien, Norwegen und Belgien an betrieblichen Weiterbildungskursen teil. Die geringsten Werte wurden in Ungarn und Griechenland (jeweils 19%) sowie in Rumänien (21%) und Mazedonien (22%) gemessen. 

In Deutschland beteiligten sich 2015 38% der Beschäftigten an betrieblichen Weiterbildungskursen. Nach einem starken Anstieg zwischen 2005 und 2010 ist die Beteiligung zwischen 2010 und 2015 leicht zurückgegangen. Mit diesem Wert lag Deutschland unterhalb des EU-28-Durchschnitts von 41% und befand sich wie beim betrieblichen Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen im Mittelfeld der Länder.

Schaubild B1.2.2-2: Anteil der Teilnehmenden an betrieblichen Weiterbildungskursen 2005, 2010 und 2015 (in % der Beschäftigten in allen Unternehmen)

Schaubild B1.2.2-2: Anteil der Teilnehmenden an betrieblichen Weiterbildungskursen 2005, 2010 und 2015 (in % der Beschäftigten in allen Unternehmen)

Teilnahmestunden an Weiterbildungskursen (Intensität)

Als Indikator für die Intensität der betrieblichen Weiterbildung werden die Stunden in Weiterbildungskursen je 1.000 Arbeitsstunden in allen Unternehmen betrachtet. Mit 13 bzw. 12 Stunden wurden 2015 in Belgien, Luxemburg und Irland bei diesem Indikator die höchsten Werte verzeichnet, in Griechenland, Lettland, Litauen, Mazedonien und Ungarn stellten die Unternehmen jeweils nur 3  Stunden je 1.000 Arbeitsstunden für die Teilnahme ihrer Beschäftigten an Weiterbildungskursen zur Verfügung Schaubild B1.2.2-3. In den meisten Ländern blieb die Stundenzahl zwischen 2010 und 2015 relativ stabil, Veränderungen in die eine oder andere Richtung beliefen sich zumeist auf höchstens 1 Stunde. Lediglich in Estland (+4 Stunden) und Kroatien (+3 Stunden) gab es größere Zuwächse, in Dänemark (-5 Stunden) und Norwegen (-2 Stunden) verringerte sich die Stundenzahl. 

In Deutschland lag die durchschnittliche Kursstundenzahl je 1.000 Arbeitsstunden 2015 bei 6 Stunden und entsprach damit dem EU-28-Durchschnitt. Im Vergleich zu den beiden Vorgängererhebungen gab es nur minimale Veränderungen. Wie auch bei den beiden zuvor betrachteten Indikatoren lag Deutschland wieder im Mittelfeld der 30 Länder.

Schaubild B1.2.2-3: Stunden in Weiterbildungskursen je 1.000 Arbeitsstunden in allen Unternehmen 2005, 2010 und 2015

Kosten für Weiterbildungskurse

Eurostat hat bis Mitte März 2018 noch keine Ergebnisse zu den Kosten für Weiterbildungskurse veröffentlicht. Daher kann an dieser Stelle die weitere Entwicklung des Indikators „betriebliche Ausgaben für Weiterbildung“ nicht dargestellt werden (vgl. für CVTS4-Ergebnisse BIBB-Datenreport 2013, Kapitel B1.2.2). Für Deutschland liegen jedoch erste Ergebnisse zu den Kosten für Weiterbildungskurse vor (Statistisches Bundesamt 2017a). Ermittelt wurden die direkten Kurskosten (Zahlungen an externe Weiterbildungsanbieter, Personalkosten für internes Weiterbildungspersonal, Reisekosten, Kosten für Räume und Material)274 und die Personalausfallkosten.275

Im Jahr 2015 haben die Unternehmen in Deutschland 683 Euro je Beschäftigten für Weiterbildungskurse investiert. Davon entfielen 361 Euro auf die direkten Kosten und 322 Euro auf die Personalausfallkosten. Gegenüber 2010 ist dies ein Anstieg um 66 € bei den Gesamtkosten bzw. 44 € bei den direkten Kosten und 22 € bei den Personalausfallkosten. Prozentual macht dies zwischen 7% und 14% aus. Je Teilnehmenden lagen die Gesamtkosten bei 1.793 € (direkte Kosten 947 €, Personalausfallkosten 846 €). Auch hier gab es zwischen 2010 und 2015 einen Anstieg der Kurskosten von 11 bis 18%. Wie dieser Anstieg im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern zu beurteilen ist, müssen spätere Untersuchungen zeigen. 

Fazit: Deutschland fällt im europäischen Vergleich zurück

Die Beteiligung Erwachsener am lebenslangen Lernen ist ein Kernelement der europäischen Beschäftigungsstrategie. Dies wurde z. B. in den Schlussfolgerungen von Riga zur beruflichen Aus- und Weiterbildung vom 20.06.2015276 erneut betont. Die betriebliche Weiterbildung als bedeutendstes Weiterbildungssegment nimmt zur Erreichung der angestrebten Ziele eine besonders wichtige Rolle ein. Die CVTS5-Ergebnisse zeigen im Vergleich zu 2010 in vielen Ländern Fortschritte. Insbesondere beim Anteil der Unternehmen, die ihren Beschäftigten Weiterbildungsmaßnahmen anbieten, und der Einbeziehung eines möglichst großen Anteils der Beschäftigten in Weiterbildungskurse wurden in fast allen Ländern Steigerungen erzielt. Allerdings gab es nur in ungefähr der Hälfte der Länder Zuwächse bei der Intensität. In einigen Ländern konnten bei allen 3 untersuchten Kernindikatoren Steigerungen277 ermittelt werden. Mit Bulgarien, Polen und Rumänien trifft dies auf 3 Länder zu, die – ausgehend von niedrigen Werten im Jahr 2010 – trotz dieser positiven Entwicklung im Vergleich zu den anderen Ländern auch 2015 weiterhin schlechtere Kennziffern aufwiesen. Von einem höheren Niveau ausgehend, gab es in Belgien, Luxemburg und Spanien ebenfalls bei allen 3  Kernindikatoren Zuwächse. Dies trifft auch auf Estland, Lettland und Italien zu. Rückgänge bei allen 3 Indikatoren waren in Dänemark und Zypern zu verzeichnen.

In Deutschland ist zwar der Anteil der Unternehmen mit einem Weiterbildungsangebot um 5 Prozentpunkte auf jetzt 77% gestiegen, die Lernzeit gemessen als durchschnittliche Kursstundenzahl je 1.000 Arbeitsstunden stagnierte jedoch bei 6 Stunden. Bei der Teilnahmequote an Kursen gab es sogar einen leichten Rückgang auf 38%. Damit wurden in Deutschland zwar weitgehend die Ergebnisse von 2010 erzielt, allerdings reichte dies nur für einen Platz im Mittelfeld der europäischen Länder. Da in anderen Ländern die betrieblichen Weiterbildungsanstrengungen vergrößert wurden, fiel Deutschland im Ländervergleich zurück.

(Gudrun Schönfeld, Marion Thiele)

  • 266

    Siehe http://ec.europa.eu/eurostat/data/database. Dort sind die Ergebnisse von CVTS2-CVTS5 abrufbar. Für CVTS1 werden von Eurostat auf der Datenbank keine Ergebnisse veröffentlicht, da diese Erhebung als Pilotstudie nur eingeschränkt vergleichbar mit den späteren Erhebungen ist.

  • 267

    In CVTS1 wurden nicht in allen Ländern alle vorgesehenen Wirtschaftsbereiche in die Befragung einbezogen.

  • 268

    Informationen über die Rücklaufquote lagen Mitte März 2018 noch nicht für Dänemark, Frankreich, Griechenland und Mazedonien vor.

  • 269

    Abweichungen zu anderen Betriebs- bzw. Unternehmensbefragungen im Bereich der Weiterbildung (vgl. Kapitel B1.2.1, B1.2.3) sind u.  a. auf Unterschiede in der Grundgesamtheit, der Erhebungsmethodik, den Konzepten und Definitionen sowie den Erhebungszeitpunkten zurückzuführen (vgl. Schönfeld/Behringer 2013, S.  43–44).

  • 270

    Sie sind abrufbar unter http://ec.europa.eu/eurostat/cache/metadata/en/trng_cvt_esms.htm. Mitte März 2018 fehlten noch die Qualitätsberichte aus Dänemark, Frankreich, Griechenland und Mazedonien.

  • 271

    Die Werte für die Jahre, die nicht vergleichbar sind, werden in den Schaubildern gekennzeichnet. Sie werden bei den Auswertungen im Text nicht berücksichtigt. 

  • 272

    Darüber hinaus wurden kleinere Abweichungen von dem durch die EU vorgegebenen Konzept für CVTS5 in Italien und Spanien festgestellt, die die Vergleichbarkeit einschränken können.

  • 273

    Die Differenzen zwischen den Erhebungswellen wurden mit einer Dezimalstelle berechnet und auf- oder abgerundet.

  • 274

    Zusätzlich wurden auch Angaben zu Umlagen oder Beiträgen an Fonds sowie zu Einnahmen aus Fonds, Zuschüssen oder finanziellen Unterstützungen für Weiterbildungsaktivitäten von den Unternehmen erfragt.

  • 275

    Die Personalausfallkosten der Teilnehmenden wurden nicht direkt von den Unternehmen erfragt, da ihre Ermittlung für die Unternehmen sehr aufwendig ist. Anhand der Angaben zu Arbeitsstunden und Personalaufwendungen der Beschäftigten und der Angaben zu Teilnahmestunden für Kurse wurden sie nachträglich berechnet. Das Verfahren erlaubt nur eine grobe Schätzung. Die investierte Arbeitszeit der Teilnehmenden schlägt sich auch nicht notwendigerweise in tatsächlichen Kosten für Weiterbildung nieder, ein Ausfall an produktiver Arbeit ist beispielsweise dann nicht zu verzeichnen, wenn die Weiterbildung in Zeiten geringer Kapazitätsauslastung durchgeführt wird, oder ausgefallene Arbeitszeit durch unbezahlte Mehrarbeit und/oder Übernahme anfallender Arbeiten durch Kolleginnen und Kollegen aufgefangen wird (Schönfeld/Behringer 2013, S. 197–198).

  • 276

    Siehe http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/repository/education/policy/vocational-policy/doc/2015-riga-conclusions_en.pdf.

  • 277

    Steigerungen (bzw. Rückgänge) von mindestens einem Prozentpunkt bzw. einer Stunde.