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Berufliche Weiterbildungen an Fachschulen qualifizieren für die Übernahme von Führungsaufgaben und fördern die Bereitschaft zur beruflichen Selbstständigkeit. Fachschulen bieten Bildungsgänge in den Fachbereichen Agrarwirtschaft, Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Sozialwesen an, die an eine berufliche Erstausbildung und an Berufserfahrung anschließen. Fachschulen können darüber hinaus Ergänzungs- und Aufbaubildungsgänge sowie Maßnahmen der Anpassungsweiterbildung anbieten (vgl. Kultusministerkonferenz 2014 a, S. 2). Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat durch gemeinsam vereinbarte Kriterien und Bildungsstandards die Qualität der staatlichen postsekundaren Berufsabschlüsse nach Landesrecht gesichert. Damit ist die Voraussetzung für die gegenseitige Anerkennung in den Ländern geschaffen. Maßgeblich ist die Rahmenvereinbarung über die Fachschulen vom 7. November 2002 in der jeweils geltenden Fassung. Rechtsgrundlage für die Berufsabschlüsse bilden die Schulgesetze der Länder (vgl. Kultusministerkonferenz 2014 b, S. 1). 

Fachschulen, Klassen und Schüler/ -innen nach Bundesländern 2013/2014

Bundesweit gibt es im Schuljahr 2013/2014 in Deutschland 1.454 Fachschulen (+2,7 % zum Vorjahr). Insgesamt befanden sich 190.965 Schüler/ -innen und damit 3,1 % mehr im Vergleich zum Vorjahr in Bildungsgängen an Fachschulen. Der Ausländeranteil liegt bundesweit bei 3,6 %. Wie in den beiden vergangenen Schuljahren hat Hessen prozentual den höchsten Anteil ausländischer Teilnehmender an Fachschulen (7,1 %). Ein Ausländeranteil unter 1,0 % ist in den Bundesländern Thüringen (0,4 %), Sachsen-Anhalt (0,4 %), Mecklenburg-Vorpommern (0,4 %) und Brandenburg (0,6 %) zu verzeichnen (Tabelle B4.3-1). 

Tabelle B 4.3-1: Fachschulen 2013/2014: Schulen, Klassen und Schüler/ -innen nach Ländern

Entwicklung der Schüler/ -innenzahlen an Fachschulen 2008/2009 bis 2013/2014

Für Deutschland insgesamt zeigt sich in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Schüler/-innen an Fachschulen. Sie stieg von 152.268 im Schuljahr 2008/2009 auf 190.965 im Schuljahr 2013/2014, mit einem ausgewogenen Verhältnis im Hinblick auf den Männer- und Frauenanteil im gesamten Betrachtungszeitraum (Schaubild B4.3-1).

Die Weiterbildungsgänge an Fachschulen führen in Vollzeit- oder Teilzeitform zu einem staatlichen postsekundaren Berufsabschluss nach Landesrecht (vgl. Kultusministerkonferenz 2014, S. 2). Mit 125.744 Schülern und Schülerinnen liegt der Anteil der Fachschüler/ -innen, die ihren Bildungsgang in Vollzeit absolvieren, bei 65,8 %. 

Datenbasis zu Fachschulen

„Für die Daten zu Schülern und Absolventen/Abgängern erfolgte mit dem Schuljahr 2012/13 die Umstellung von der Klassifikation der Berufe (KldB) 1992 auf die KldB 2010. Die Ergebnisse des Schuljahres 2013/2014 für Teilzeitberufsschulen, Berufsfachschulen (beruflicher Abschluss außerhalb und gemäß BBiG/HwO), Fachschulen, Fachakademien und für Schulen des Gesundheitswesens werden nach Berufsbezeichnung nachgewiesen“ (Statistisches Bundesamt 2014, S. 4).

Da für das Schuljahr 2012/13 die Ergebnisse nach Berufsgattungen (5-steller der KldB 2010) nachgewiesen wurden, erfolgt die Darstellung der Entwicklung der Absolventen/Absolventinnen weiterhin nach Berufsgattung (siehe Schaubild B4.3-2 und Tabelle B4.3-2). In Bezug auf die Berufsgattung „Nicht medizinische Gesundheits-, Körperpflege- und Wellnessberufe“ ist zu beachten, dass statistisch auch Altenpflegehelfer/ -innen und Altenpfleger/ -innen (KldB 2010: 82.101 bzw. 82.102) mit insgesamt 1.019  Absolventen/Absolventinnen hier erfasst sind.

Absolventen und Absolventinnen 2013 nach Berufsgattung

Insgesamt sind im Schuljahr 2013 an Fachschulen 59.346 Absolventen/Absolventinnen (+0,2 % zum Vorjahr) zu verzeichnen. Die Anzahl der Abschlüsse ist in den einzelnen Berufsgattungen sehr unterschiedlich. Mit 49.250  Absolventen/Absolventinnen haben insgesamt 83 % ihren Bildungsgang an Fachschulen als Einrichtung beruflicher Weiterbildung in einem der 10 am stärksten besetzten Berufsgattungen beendet (Schaubild B4.3-2).
Mit 28.647 Absolventinnen im Abgangsjahr 2013 liegt der prozentuale Frauenanteil bei 48,3 %. Betrachtet man den Anteil differenziert nach Berufsgattungen, zeigen sich deutliche Unterschiede: So liegt der Frauenanteil in Berufen der Berufsgattung „Recht und Verwaltung“ im Sozial- und Gesundheitswesen mit 88,5 % am höchsten. Auch in der Berufsgattung „Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie“ ist der Anteil der Frauen mit 81,2 % überproportional hoch. In der Berufsgattung „Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe“ liegt ihr Anteil dagegen lediglich bei 3,8 % und im Bereich der Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe nur bei 1,9 % (Tabelle B4.3-2).

Für die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung gibt es je nach individueller Voraussetzung unterschiedliche finanzielle Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern wie z. B. das Meister-BAföG, das Weiterbildungsstipendium oder die Förderung nach SGB III. Bildungsurlaub oder Bildungsfreistellung sind weitere Unterstützungsmaßnahmen, die in den meisten Bundesländern gesetzlich geregelt sind.

Für fachlich tiefer untergliederte länderspezifische Angaben sei an dieser Stelle auf die Veröffentlichungen der Statistischen Landesämter für den Bereich Schulen verwiesen.

(Maria Zöller)

Schaubild B 4.3-1: Entwicklung der Zahl der Schüler/ -innen an Fachschulen 2008/2009 bis 2013/2014

Schaubild B 4.3-2: Absolventen/Absolventinnen 2013 in den 10 stärksten Berufsgattungen

Tabelle B 4.3-2: Absolventinnen/Absolventen an Fachschulen nach Berufsgattungen, rechtlichem Status der Schulen und Geschlecht 2013 (Auswahl: 10 stärkste Berufsgattungen)

Länderübersicht