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Das Wichtigste in Kürze

Berufliche Bildung ist einem stetigen Veränderungs- und Modernisierungsprozess unterworfen. Dies gilt für die Übergänge zwischen Schule und Ausbildungssystem, zwischen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem und für die berufliche Weiterbildung. Zahlreiche Programme und Modellinitiativen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und anderer Akteure (z. B. weitere Bundes- und Länderministerien, die Europäische Kommission, BA) unterstützen diesen Veränderungsprozess. Eine wesentliche Bedeutung gewinnt im Rahmen des Modernisierungsprozesses auch der Ausbau von überbetrieblichen Berufsbildungszentren hin zu Kompetenzzentren.

Zunächst gibt Kapitel D1.1 einen Überblick über die Regelangebote und Programme im Übergang Schule  – Beruf. Die Handlungsfelder reichen von der Berufsorientierung bis hin zur Nachqualifizierung, wobei ein besonderer Akzent auf die Entwicklung der Teilnehmendenzahlen gelegt wird. Sie alle tragen dazu bei, den Übergang von der Schule zum Beruf zu erleichtern.

Im zweiten Teil (Kapitel D1.2) folgt ein umfassender Überblick aller Programme zur Förderung der Berufsausbildung von Bundes- und Länderministerien, der BA und der Integrationsämter. Dabei handelt es sich um zeitlich begrenzte Programme und um Programme im Bereich gesetzlicher Aufgaben nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Finanzierung erfolgt aus Haushaltsmitteln des Bundes, der Länder und der Kommunen, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der BA sowie aus Eigenmitteln der Träger. Die im Internet zum BIBB-Datenreport angebotenen Übersichten verdeutlichen, wie vielfältig die Förderlandschaft ist. Allerdings gibt es in den letzten Jahren auch zahlreiche Initiativen zur besseren Abstimmung und Koordinierung der einzelnen Maßnahmen. Dies gilt sowohl für den Bund als auch die Länder, wo jeweils unterschiedliche Instrumente im Übergangsbereich zu aufeinander abgestimmten Konzepten zusammengefasst wurden (etwa in Hamburg oder Nordrhein-Westfalen).

Das Kapitel D2 liefert einen Überblick über Modellversuche in der beruflichen Bildung. Modellversuche nehmen innovative Trends auf und leiten beispielhaft praktische Schritte für bildungspolitische Neuentwicklungen sowohl in inhaltlicher als auch methodischer und struktureller Perspektive ein. Im Zeitraum von 2011 bis 2014 gab es insgesamt 3 Förderschwerpunkte mit insgesamt 34  Modellprojekten: „Neue Wege in die duale Ausbildung – Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“, „Qualitätsentwicklung und -sicherung in der betrieblichen Berufsausbildung“ sowie „Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“.

Das Nationalkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission für die UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2005–2014) hat den zuletzt genannten Modellversuchs-Förderschwerpunkt als deutsche Dekademaßnahme ausgezeichnet. Im Bereich der beruflichen Bildung kann, nach Auffassung der Jury, die Maßnahme als Impulsgeber betrachtet werden, dem andere Branchen und Gewerke folgen sollten. Zurzeit erfolgt in allen Förderschwerpunkten der Transfer der Ergebnisse in Berufsbildungswissenschaft und -praxis. Hier gibt es eine ganze Reihe beeindruckender Beispiele, die in Kapitel  D2 näher erläutert werden.

Ergänzend findet sich in diesem Kapitel eine Darstellung der zu Ende gegangenen zweiten Förderphase der BMBF-Initiative „ANKOM – Förderung von Maßnahmen für den Übergang von der beruflichen in die hochschulische Bildung“. Die zwanzig teilnehmenden Projekte erarbeiteten hier u. a. zielgruppenspezifische Informations- und Beratungskonzepte, umfassende Mentoring- und Coachingangebote sowie berufsbegleitende und berufsintegrierende Studiengänge, die inhaltlich, didaktisch-methodisch und lernorganisatorisch den Lebensbedingungen, Kompetenzen, Berufserfahrungen und Lernstrategien beruflich Qualifizierter Rechnung tragen. Auch wurden Anrechnungsverfahren aus der ersten Runde verfeinert und verstetigt.

Das Kapitel D3 beschreibt das Instrument der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) und deren Entwicklung hin zu Kompetenzzentren. Sie verfolgen Neuentwicklungen in Forschung und Technik, bewerten deren Nutzen für mittelständische Unternehmen und unterstützen die Umsetzung in die betriebliche Praxis durch passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen. Diese Kompetenzzentren tragen dadurch erheblich zur Implementierung neuer Technologien und damit zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft bei. Auch im aktuellen Datenreport wird dabei im Bereich der ÜBS ein spezieller Fokus auf den Bereich der Elektromobilität gelegt. Zum einen gilt dies für das 2013 gestartete Programm „Spannende Ausbildung! – E-Mobilität in überbetrieblichen Berufsbildungszentren“, das seine Wirkung 2014 entfaltete. Hier wurden aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung 5 Mio. Euro zur Entwicklung neuer Qualifizierungsangebote für Auszubildende sowie die zur Vermittlung des Themas erforderliche Ausstattung in ÜBS zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Elektromobilität das Projekt NQuE (Netzwerk Qualifizierung Elektromobilität) etabliert, das gemeinsam von der RWTH Aachen, der TH Ingolstadt und dem BIBB durchgeführt wird. In diesem Zusammenhang spielen Qualifizierungsmaßnahmen in ÜBS eine wichtige Rolle.

(Michael Heister)