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Bei den in den vorangegangenen Kapiteln genannten Quoten handelt es sich jeweils um eine Momentaufnahmen der unmittelbaren Situation nach Abschluss einer dualen Ausbildung, und zwar aus Sicht der Betriebe (direkte Übernahme nach Ausbildungsende, Kapitel A10.1.1) sowie aus Sicht der ausgebildeten Personen (Arbeitslosmeldung bei der BA und Kapitel A10.1.2). Von diesen Ergebnissen sind die Erwerbs- bzw. Arbeitslosenquoten dualer Absolventinnen und Absolventen in mittelfristiger oder langfristiger Perspektive zu unterscheiden. So ergibt sich auf Basis der Daten des Mikrozensus für die 18- bis 24-Jährigen, die eine duale Ausbildung abgeschlossen haben206, für das Jahr 2015 eine Erwerbslosenquote von lediglich 4,4 %.

Erwerbslosen- vs. Arbeitslosenquoten

Erwerbslosen- und Arbeitslosenquoten sind mit unterschiedlichen Konzepten verbunden. Die Arbeitslosenquote bezieht sich auf die Summe der registrierten Arbeitslosen. Erwerbslosigkeit wird dagegen über Befragungen ermittelt. Dabei gilt jede Person zwischen 15 und 74 Jahren als erwerbslos, die weniger als eine Stunde pro Woche erwerbstätig ist, sich aber in den 4 Wochen vor der Befragung aktiv um eine Arbeitsstelle bemüht hat und für diese Arbeit binnen zwei Wochen zur Verfügung steht. Tatsächlich unterscheiden sich beide Quoten meist stark voneinander. So lag 2015 die allgemeine Erwerbslosenquote in Deutschland bei 4,6 %, die Arbeitslosenquote aber bei 6,4 %.207 

Wenn man die betrachtete Alterspanne auf die 18- bis 34-Jährigen ausweitet, ist es zudem möglich, anhand der Daten des Mikrozensus die Erwerbslosenquoten für Personen mit unterschiedlichen Ausbildungsabschlüssen zu berechnen und miteinander zu vergleichen208 Tabelle A10.1.3-1: Im Vergleich zur Erwerbslosenquote der nicht formal Qualifizierten (vgl. Kapitel A11), die 2015 bei 20,4 % lag, fällt die Quote für Personen mit einer dualen Ausbildung sehr niedrig aus. Denn mit abgeschlossener dualer Ausbildung lag die Erwerbslosenquote in dieser Altersgruppe im Jahr 2015 bei 4,7 %. Mit Berufsfachschulabschluss209 waren es 3,2 % und mit einem Meister- oder Technikerabschluss210 1,4 %. Für Personen mit einem Fachhochschulabschluss, Universitätsabschluss oder einer Promotion ergibt sich eine Erwerbslosenquote von 2,7 %; hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese Personengruppe durchschnittlich älter ist und ihr Abschluss zumeist weniger lange zurückliegt. Verglichen mit anderen Ausbildungsabschlüssen erweist sich für Personen mit dualer Ausbildung die Erwerbslosenquote als etwas höher. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass schulische und akademische Berufsabschlüsse für andere Berufsbereiche qualifizieren und meist mit einer höheren Schulbildung einhergehen.211 Personen mit Fortbildungsabschlüssen (z. B. Meister/-in, Techniker/-in etc., vgl. Kapitel B4.3 und Kapitel B4.4), also Abschlüssen, die in der Regel auf einer dualen Berufsausbildung aufbauen, haben derzeit die geringsten Erwerbslosenquoten.212

Tabelle A10.1.3-1: 18- bis 34-Jährige nach beruflichem Abschluss und Erwerbsstatus 2015 (Hochrechnungen in Tsd.) und Erwerbslosenquote (in %)

In den nächsten Ausgaben des Datenreports soll die Darstellung der Arbeitslosenquoten junger Erwachsener mit unterschiedlichen beruflichen Abschlüssen fortgesetzt und durch Zeitreihen ergänzt werden.

(Ralf Dorau)