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Im Vergleich zum Beginn der 2000er-Jahre findet die Berufsorientierung von Jugendlichen heute in einem anderen gesellschaftlichen Kontext und institutionellen Setting statt. Deutlich gewandelt haben sich Zahl und Zusammensetzung der Ausbildungsstellenbewerber/-innen, insbesondere im Hinblick auf ihre schulische Vorbildung (vgl. Kapitel A1.1.4 und Kapitel A5.5). Verändert hat sich aber auch das institutionelle Setting, in welchem Berufsorientierung und Berufswahl stattfinden. Dies betrifft zum einen eine wachsende Vielfalt und Dichte berufsorientierender Maßnahmen (vgl. Kapitel C2) und zum anderen die Lage auf dem Ausbildungsmarkt (vgl. Kapitel A1.1). Zugenommen haben die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt: Während sich in den meisten Regionen die Versorgungsprobleme von Jugendlichen mit Ausbildungsstellen, die Mitte der 2000er-Jahre im Zentrum der bildungspolitischen Aufmerksamkeit standen, verringert haben, sind die Schwierigkeiten von Betrieben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, deutlich gestiegen (vgl. Kapitel A1.1.3).

Das BIBB-Forschungsprojekt „Bildungsorientierungen und -entscheidungen Jugendlicher im Kontext konkurrierender Bildungsangebote“ (kurz: BIBB-Forschungsprojekt „Bildungsorientierungen“) betrachtet daher – ausgehend von den Passungsproblemen auf dem Ausbildungsmarkt – den Berufsfindungsprozess von Schulabsolventen und -absolventinnen. Untersucht wird, welchen Bildungsangeboten Jugendliche ihre Aufmerksamkeit zuwenden und welchen nicht, und welche individuellen und sozialen aber auch institutionellen Faktoren bei ihren Bildungsentscheidungen und ihrer Berufswahl eine Rolle spielen.

Das vorliegende Kapitel stellt ausgewählte Ergebnisse des Forschungsprojekts vor. Neben den Bildungsorientierungen am Ende der Schulzeit konzentriert es sich auf die Frage, welche Merkmale Jugendliche bei Berufen und Betrieben im Rahmen ihrer Berufsfindung als relevant erachten und welche Faktoren die Bildungspräferenzen am Ende der Sekundarstufe I sowie die als bedeutsam erachteten Berufs- bzw. Betriebsmerkmale beeinflussen können (vgl. Kapitel C3.1). Im weiteren Fokus der Aufmerksamkeit steht dabei insbesondere die Frage, welche Bedeutung das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung bei der Berufswahl von Jugendlichen hat (vgl. Kapitel C3.2).

Forschungsprojekt „Bildungsorientierungen und -entscheidungen Jugendlicher im Kontext konkurrierender Bildungsangebote“ (kurz: „Bildungsorientierungen“)

Das BIBB-Forschungsprojekt „Bildungsorientierungen“ untersucht den Berufsfindungsprozess von Schulabsolventen und -absolventinnen. Vorrangiges Ziel ist es, jene individuellen, sozialen und kontextuellen Faktoren zu identifizieren, die Jugendliche dazu bewegen, Ausbildungsangebote des dualen Systems aufzugreifen, außer Acht zu lassen oder sich Angeboten anderer Bildungssektoren zuzuwenden. Für die Analysen werden unterschiedliche Datenquellen genutzt, z. B. BA/BIBB-Bewerberbefragung 2016, Nationales Bildungspanel sowie amtliche Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesinstituts für Berufsbildung. Zudem beteiligt sich das Forschungsprojekt an eigenen Erhebungen, z. B. BA/BIBB-Bewerberbefragung 2014 und BIBB-Schülerbefragung NRW 2015 (vgl. Erläuterung in Kapitel C3.2). Für weitere Informationen siehe: https://www.bibb.de/de/8475.php.