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Textil- und Modeschneider/ Textil- und Modeschneiderin - SP Prototypen und Serienfertigung, - SP Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung, - SP Schnitttechnik (Ausbildung)


Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit

Anfertigen von Bekleidungsartikeln und sonstigen textilen Artikeln, Auswählen von textilen Werkstoffen, Hilfsstoffen und Zubehör nach Verwendungszweck und Wirtschaftlichkeit, Zuschneiden und Fügen von Teilen, Formgeben durch Bügeln und Fixieren, Einrichten, Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und Anlagen, Durchführen von Modellprüfungen und- optimierungen, Durchführen modelltechnischer Bearbeitungen und Erstellen von Schnittbildern, Festlegen von Verarbeitungstechniken und Arbeitsgängen, Erstellen von technischen Unterlagen für die Arbeitsvorbereitung und Produktion, Erfassen des Zusammenhangs zwischen Gestaltung, Konstruktion und Verarbeitung, Kommunizieren mit Mitarbeitern und Vorgesetzen, Beurteilen von Qualität und Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen, Beachten von Grundsätzen der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes.

Berufliche Tätigkeitsfelder

Textil- und Modeschneider und Textil- und Modeschneiderinnen arbeiten hauptsächlich in Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie im In- und Ausland. Es besteht auch die Möglichkeit sich selbstständig zu machen. Die Ausbildung bereitet auf den Einsatz in der Prototypen und Serienfertigung, in der Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung sowie in der Schnitttechnik vor und bietet eine gute Voraussetzung für einen Einstieg in die mittlere Führungsebene.

Hintergrund der Neuordnung (2015)

Die Berufsausbildung in der Bekleidungsindustrie mit dem zweijährigen Ausbildungsberuf Modenäher/-in und dem dreijährigen Ausbildungsberuf Modeschneider/-in aus dem Jahre 1997 wurden als Stufenausbildung konzipiert. Dieses Konstrukt ist nach dem novellierten Berufsbildungsgesetz im Jahre 2005 in dieser Form nicht mehr anwendbar. Aus diesem Grund wird für beide überarbeiteten Ausbildungsberufe jeweils eine eigene Ausbildungsordnung erlassen.
Neben den stattgefundenen technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in der Branche haben sich im letzten Jahrzehnt zusätzlich erhebliche strukturelle und organisatorische Veränderungen in den Unternehmen ergeben, die sich auch auf die beruflichen Anforderungen und Tätigkeiten der Beschäftigten auswirken. Die nähintensiven Tätigkeitsbereiche wurden zunehmend ins Ausland verlagert, so dass die klassische Bekleidungsfertigung nur noch in Ansätzen in den Musterabteilungen der Unternehmen vorhanden ist (Produktion von Kleinserien, Prototypen, Musterteile). In den Unternehmenszentralen sind heute vor allem die sog. „Systemkopffunktionen“ wie Entwicklung, Design, Fertigungssteuerung, Einkauf, Vertrieb, Verwaltung, Marketing und Logistik zu finden. Es sind allerdings auch neue berufliche Einsatzgebiete entstanden, z.B. im Bereich der Konfektion technischer Textilien und von Gesundheitsprodukten.
Zur Ermittlung des Qualifikationsbedarfs wurde vor der Neuordnung vom BIBB eine Befragung bei den Unternehmen und den berufsbildenden Schulen der Bekleidungsindustrie durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Befragung sind in dem Bericht „Befragung von Unternehmen der Bekleidungsindustrie und berufsbildenden Schulen zur Überarbeitung der Ausbildungsberufe Modenäher/-in und Modeschneider/-in“, Februar 2012, aufgeführt.
Der Ausbildungsberuf erhält die neue Berufsbezeichnung „Textil- und Modeschneider und Textil- und Modeschneiderin“. Dadurch soll zum einen deutlich werden, dass nicht nur Oberbekleidung, sondern auch andere textilen Artikel wie z.B. Krawatten, Mützen, Unterwäsche, Heimtextilien, Rucksäcke oder Kompressionsstrümpfe in diesem Berufsbild gefertigt werden, und zum anderen auch vermieden werden, dass falsche Berufsvorstellungen bei den Jugendlichen geweckt werden.
In den ersten beiden Ausbildungsjahren sind die nähtechnischen Ausbildungsinhalte konzentriert. Ausbildungsinhalte, die sich bisher auf die industrielle Serienproduktion bezogen, werden reduziert und stattdessen um Ausbildungsinhalte der Musterfertigung, der Schnitttechnik, der Qualitätssicherung und der Logistik erweitert und die Fügetechniken Schweißen und Kleben, das Durchführen von Materialprüfungen sowie betriebliche Kommunikation und internationale Geschäftsbeziehungen neu aufgenommen. Im dritten Ausbildungsjahr werden die drei Schwerpunkte „Prototypen und Serienfertigung“, „Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung“ und „Schnitttechnik“ mit der Dauer von jeweils einem halben Jahr angeboten, um somit bereits während der Ausbildung eine Spezialisierung in diesen Bereichen zu ermöglichen. Diese drei Schwerpunkte wurden als Einsatzbereiche in den Unternehmen für die zukünftigen Textil- und Modescheider/-innen identifiziert.
Neu ist die Einführung der Gestreckten Abschlussprüfung bei der dreijährigen Ausbildung. Im Teil 1 der Abschlussprüfung werden zwei Arbeitsaufgaben durchgeführt und durch ein situatives Fachgespräch ergänzt. Ein Bekleidungsstück oder ein textiler Artikel ist ganzheitlich anzufertigen. Im Teil 2 der Abschlussprüfung haben der/die Auszubildende und der Ausbildungsbetrieb die Wahl entweder einen realen betrieblichen Auftrag oder ein konzipiertes Prüfungsprodukt anzufertigen (Variantenmodell). Auch hier ist jeweils ein auftragsbezogenes Fachgespräch zu führen. Teil 1 geht mit einer Gewichtung von 35 % in die Abschlussnote ein.
Die Prüfungsaufgaben werden zentral von der PAL (Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle) in Stuttgart erstellt.
Die Ausbildungsinhalte des/der zweijährigen Textil- und Modenäher(s)/-in entsprechen den Ausbildungsinhalten der ersten beiden Ausbildungsjahre des/der dreijährigen Textil-und Modeschneider(s)/-in. Wird nach Abschluss der Berufsausbildung Textil- und Modenäher/-in die Ausbildung zum/zur Textil- und Modeschneider/-in fortgesetzt, können die zwei Jahre auf die Ausbildung angerechnet werden (Anrechnungsmodell). Dabei wird die bestandene Abschlussprüfung Textil- und Modenäher/-in als Teil 1 der Abschlussprüfung zum Textil- und Modeschneider/-in gewertet. Damit werden sich de facto keine großen Veränderungen in der Ausbildungspraxis für die Unternehmen durch den Wegfall der klassischen Stufenausbildung ergeben. Sollte ein Prüfling Teil 2 der Abschlussprüfung nicht bestehen und hat er Teil 1 der Abschlussprüfung bestanden, so hat er den Berufsabschluss Textil- und Modenäher/-in erreicht.
Für beide Ausbildungsberufe wurde ein gemeinsamer schulischer Rahmenlehrplan erstellt. Die Lernfelder der ersten beiden Ausbildungsjahre sind identisch. Die Schwerpunkte werden im Rahmenlehrplan nicht berücksichtigt. Eine gemeinsame Beschulung mit dem Ausbildungsberuf „Maßschneider/-in“ ist möglich.

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Struktur der Ausbildung

Schwerpunkte

  • Prototypen und Serienfertigung
  • Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung
  • Schnitttechnik

Rechtsgrundlagen

Rahmenlehrplan

Zeugniserläuterungen

Berufsklassifikation nach KldB 2010

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Statistik

Genealogie