X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte des Internetauftritts www.bibb.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen zu können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

Orthopädieschuhmacher/ Orthopädieschuhmacherin (Ausbildung)


Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit

Herstellen von orthopädischen Maßschuhen, Ausführen von orthopädischen Zurichtungen an Konfektionsschuhen, Modellieren und Herstellen von Einbauelementen, Anfertigen von Einlagen, Innenschuhen, Unterschenkel- und Fußorthesen und Fußprothesen, Anmessen und Anpassen von konfektionierten Bandagen, Unterschenkel- und Fußorthesen und Hilfsmitteln zur Kompressionsversorgung, Vermessen von Fuß und Bein und Anwenden von manuellen und digitalen Abformtechniken, Anmessen und Anpassen von teilkonfektionierten Schuhen, Korrigieren und Instandhalten von orthopädischen Hilfsmitteln, Betreuen und Beraten von Patienten und Kunden, Erfassen von orthopädischen Krankheitsbildern, Erarbeiten von technischen Unterlagen und Festlegen von Arbeitsabläufen, Ermitteln von Kosten für orthopädische Hilfsmittel und Dienstleistungen, Ausführen von medizinischen Fußpflegemaßnahmen, Beurteilen von Produktqualität und Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen.

Berufliche Tätigkeitsfelder

Orthopädieschuhmacher und Orthopädieschuhmacherinnen arbeiten zumeist in Fachbetrieben des Orthopädieschuhmacher-Handwerks, in Kliniken und in Sanitätshäusern. Sie sind in der Werkstatt und im Maß- und Verkaufsbereich tätig. Sie entwickeln in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten, Therapeuten und den Patienten orthopädische Versorgungen.

Hintergrund der Neuordnung (2015)

Die Ausbildungsordnung des Gesundheitsberufes Orthopädieschuhmacher / Orthopädieschuhmacherin aus dem Jahre 1999 wurde aufgrund von technischen, strukturellen und organisatorischen Veränderungen und Entwicklungen in den Betrieben überarbeitet. U.a. wurden Qualifikationen zur Anatomie, Physiologie und Pathologie der Stütz- und Bewegungsorgane, zur Biomechanik, zur Verarbeitung neuer Materialien, zur Struktur des Gesundheitswesens und der sozialen Versorgungssysteme, zum Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen und dem Patientendatenschutz neu aufgenommen.
Die Anfertigung individuell angepasster orthopädischer Maßschuhe nimmt tendenziell ab, da ärztliche Verordnungen zunehmend aus Kostengründen vorsehen, industriell gefertigte Konfektionsschuhe entsprechend der Verordnung umzuarbeiten und anzupassen. Aus diesem Grund wird die Ausbildung um Ausbildungsinhalte erweitert, die sich mit der Materialkunde und den Fertigungsverfahren von Konfektionsschuhen sowie dem Anmessen und Anpassen von konfektionierten Schuhen beschäftigen.
Die Beratung und Betreuung von Kunden und Patienten nimmt einen höheren Stellenwert ein. Neben der Handhabung und Wirkungsweise von orthopädieschuhtechnischen Hilfsmitteln werden zukünftig auch Vorschläge zur orthopädieschuhtechnischen Versorgung sowie zu vorbeugenden und gesundheitsverbessernden Maßnahmen einbezogen. Ebenfalls wurde das Präsentieren und Verkaufen von Dienstleistungen, Waren und Produkten in den Geschäftsräumen in die Ausbildung aufgenommen.
Neu eingeführt wurde die Gestreckte Gesellenprüfung. In Teil 1 der Gesellenprüfung sind im Prüfungsbereich „Planen und Anfertigen von orthopädischen Schuhzurichtungen“ in höchstens sieben Stunden zwei Arbeitsproben durchzuführen und schriftliche Aufgaben in 90 Minuten zu bearbeiten. Auf einen eigenständigen schriftlichen Prüfungsbereich wird verzichtet.
Im Teil 2 der Gesellenprüfung sind neben dem Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozial¬kunde drei weitere Prüfungsbereiche festgelegt: als praktischer Prüfungsbereich „Anfertigen von orthopädischen Hilfsmitteln“, als mündlicher Prüfungsbereich „Beratung“ und als weiterer schriftlicher Prüfungsbereich „Orthopädieschuhtechnik“.
Im Prüfungsbereich „Anfertigen von orthopädischen Hilfsmitteln“ wird zum einen als Prüfungsstück in 12 Stunden ein Paar Maßschuhe angefertigt und zu anderen als Arbeitsaufgabe in vier Stunden eine Sondereinlage nach Indikation durchgeführt und in den Schuh eingepasst. Die Gewichtung für das Prüfungsstück und die Arbeitsaufgabe wird mit 70% / 30 % festgelegt.
In dem Prüfungsbereich „Beratung“ findet erstmals eine Gesprächssimulation in höchstens 15 Minuten statt. Mit einem fiktiven Kunden/Patienten ist ein Beratungsgespräch über z.B. orthopädieschuhtechnische, vorbeugende und gesundheitsverbessernde Maßnahmen oder die Einweisung in die funktionsgerechte Handhabung der Hilfsmittel zu führen und im Rahmen einer Arbeitsprobe das Maßnehmen und Anpassen von orthopädischen Hilfsmitteln nachzuweisen.
In dem schriftlichen Prüfungsbereich „Orthopädieschuhtechnik“ werden in 180 Minuten Aufgaben schriftlich bearbeitet.
Gewichtungs- und Bestehensregelung: Der Prüfungsbereich „Planen und Anfertigen von orthopädischen Schuhzurichtungen“ aus Teil 1 wird mit 25 % gewichtet, der Prüfungsbereich „Anfertigen von orthopädieschuhtechnischen Hilfsmitteln“ mit 30%, der Prüfungsbereich „Beratung“ mit 10%, der Prüfungsbereich „Orthopädieschuhtechnik“ mit 25% und der Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ mit 10%. Der Prüfungsbereich „Anfertigen von orthopädieschuhtechnischen Hilfsmitteln“ wird als Sperrfach verankert.

vollständigen Text anzeigen langen Text ausblenden

Rechtsgrundlagen

Rahmenlehrplan

Zeugniserläuterungen

Berufliche Fortbildung

Berufsklassifikation nach KldB 2010

28332

Statistik

Genealogie

Weiterführende Informationen