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Zahntechniker/ Zahntechnikerin (Ausbildung)


Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit

Herstellen von festsitzenden Zahnersatz, indirekten Füllungen, Kronen und Brücken aus unterschiedlichen Werkstoffen nach zahnärztlichem Auftrag , Herstellen von herausnehmbarem Zahnersatz aus unterschiedlichen Werkstoffen , Herstellen und Verarbeiten von feinmechanischen Hilfsteilen zur Befestigung von Zahnersatz, Herstellen von Implantatsuprakonstruktionen, Herstellen von kieferorthopädischen Geräten, Schienen und Defektprothesen, Ändern, Ergänzen und Reparieren von Zahnersatz aller Art, Ändern, Ergänzen und Reparieren von kieferorthopädischen Geräten, Schienen und Defektprothesen, Beraten der Auftraggeber über Werkstoffe und deren Biokompatibilitäten sowie über technische und statische Möglichkeiten einer geplanten Prothetik, Anfertigen von Modellen unter Verwendung übermittelter Arbeitsunterlagen, Übertragen von Kiefermodellen in Bewegungssimulatoren, Vermessen und Analysieren der Kiefermodelle, um darauf Rekonstruktionen vorzubereiten, farbgerechtes Auswählen von künstlichen Zähnen und Aufstellen nach funktionellen, phonetischen und ästhetischen Richtlinien, Modellieren von Zähnen, Teilen von Zähnen, Zahngruppen und zu ersetzenden Gewebeteilen nach anatomischen und funktionellen Gegebenheiten, Herstellen von Verbindungs-, Halte- und Stützelementen für Zahnersatz, Anfertigen von Prothesen, Kronen und Brücken sowie Geräten für kieferorthopädische Korrekturen in handwerklicher Einzelfertigung, Schmelzen, Gießen, Ver- und Bearbeiten von Metallegierungen und Kunststoffen, die in der Zahnprothetik verwendet werden, farbgerechtes Schichten, Brennen und Bearbeiten von keramischen Werkstoffen, Schweißen, Löten und Kleben von Werkstoffen, die in der Zahnprothetik verwendet werden, , Gewährleistung von hoher Produktqualität auch bei engen zeitlichen Terminvorgaben.

Berufliche Tätigkeitsfelder

Beschäftigungsmöglichkeiten finden Zahntechniker/innen vor allem in gewerblichen Dentallabors und bei Zahnärzten, aber auch in Zahnkliniken oder Betrieben der zahntechnischen Industrie.

Hintergrund der Neuordnung (1997)

Dem technologischen Fortschritt der Zahntechnik und den Entwicklungen in der Zahnmedizin wurden die alten Regelungen aus dem Jahre 1969 nicht mehr gerecht. Die neue Ausbildungsordnung schließt nunmehr moderne Technologien, als auch neue berufliche Qualifikationen zu veränderten Qualitäts- und Umweltanforderungen ein. Weiterhin wird den betrieblichen Notwendigkeiten für eine zeitgemäße inhaltliche und zeitliche Strukturierung der Ausbildung und Prüfung Rechnung getragen. Dazu zählt insbesondere auch der neue betriebsbezogene Ausbildungsrahmenplan mit seiner sachlichen und zeitlichen Gliederung und der darauf abgestimmte bundeseinheitliche Rahmenlehrplan der Länder.
Nach der neuen Verordnung werden - wie in allen modernen neugeordneten Berufsausbildungen - alle beruflichen Qualifikationen in der Ausbildung unter Einbeziehung des selbständigen Planens, Durchführens und Kontrollierens vermittelt, welches gerade für diesen Handwerksberuf vor dem Hintergrund der ab Juni 1998 geltenden Maßnahmen des Medizinproduktegesetzes (MPG) eine besondere Bedeutung gewinnt. Danach besteht auch in der Zahntechnik die gesetzliche Pflicht, die Herstellung sowie die Verfahrens- und Endkontrolle zahntechnischer Produkte zu dokumentieren.
Das Informieren und Beraten der Behandler (Zahnärzte) über Werkstoffeigenschaften sowie über technische Möglichkeiten der Werkstückkonstruktion durch Zahntechniker sind integrative Bestandteile der Ausbildung. Weiterhin gehören auch Planung und Vorbereitung von Arbeitsabläufen, betrieblicher Umweltschutz sowie die gesamte Qualitätssicherung eines modernen Dentallabors (z.B. Dokumentation der Herstellung, Verfahrens- und Endkontrollen) zu den verbindlichen Ausbildungsthemen.
Alle Arbeiten der ausgebildeten Fachkräfte schließen die Beachtung der für die zahntechnischen Arbeiten vielfältigen, wechselseitigen Einfluss- und Beziehungsgrößen ein; diese können z.B. aus den Bereichen Anatomie, Physik, Chemie, Ästhetik, Phonetik und Mundhygiene kommen und beinhalten entsprechende Werkstoffkenngrößen und -technologien.
Die Ausbildungsinhalte und Prüfungsanforderungen sind weitgehend technik-offen formuliert und ermöglichen es, sich verändernden Entwicklungen flexibel anzupassen und somit bedarfsgerecht auszubilden. Die Notwendigkeit hierfür ergibt sich aus der stetigen Verbesserung und Weiterentwicklung der Dentaltechnik/-medizin, insbesondere hinsichtlich neu entwickelter Dentalwerkstoffe mit ihren spezifischen Ver- und Bearbeitungstechnologien sowie im Fortschritt der zahnmedizinischen Versorgungsmöglichkeiten mit einhergehenden höheren Präzisionsanforderungen.
So müssen Qualifikationsvermittlungen in der Ausbildung auf Innovationen reagieren, wie z.B. auf moderne digitale Verfahren zur Programmierung bzw. Steuerung von Anlagen und Geräten oder auf neueste Techniken hinsichtlich Oberflächenverbundsystemen (Metall-Kunststoff, Metall-Keramik) und anderen Verbundsystemen.
Der Zahntechnikerberuf umfasst einen sehr umfangreichen Aufgabenbereich, denn es werden fast keine vorgefertigten Teile verwendet. Aus Grundwerkstoffen werden überwiegend in Handarbeit sehr differenzierte, hoch präzise, feinmechanische Werkstücke hergestellt, welche dann durch Ärzte z.B. als Körperersatzteile in den menschlichen Organismus eingegliedert werden. Hierbei müssen einerseits funktionelle Gesetzmäßigkeiten beachtet werden, andererseits werden auch hohe kosmetisch-ästhetische Anforderungen gestellt, um einem Patienten sein natürliches Aussehen zu erhalten.
Sehr unterschiedliche Materialien können zum Einsatz kommen, wie z.B. Gipse, Kunststoffe, Wachse, Keramiken und unterschiedliche Metalle. Vielerlei Technologien der Be- und Verarbeitung von Werkstoffen kommen zur Anwendung, insbesondere Gießen, Brennen, Polymerisieren, Biegen, Schleifen, Fräsen und Polieren.
Die handwerkliche Technik erfordert aufgrund der geforderten exakten Formgebung und Präzision - neben hohem technischen Verständnis - ein gutes Feinhandgeschick ebenso wie ein volles räumliches Vorstellungs- und Sehvermögen. Um den funktionellen und ästhetischen Ansprüchen der Werkstücke zu genügen, müssen Zahntechniker absolut farbtüchtig sein und über ein gutes gestalterisches Geschick verfügen, welches z.B. bei der harmonischen Gestaltung, Farbgebung und Schichtung von Frontzahnersatz notwendig ist.
Die Arbeit im zahntechnischen Labor erfolgt überwiegend im Sitzen, sie erfordert Ausdauer, Geduld, eine rasche und trotzdem präzise Arbeitsweise. Weil aus Termingründen die Tätigkeit oft unter Zeitdruck erfolgt, muss eine hinreichende physische und psychische Belastbarkeit gegeben sein.
Generell gilt, dass zahntechnische Arbeiten mit höchster Verantwortung gegenüber der Gesundheit der - durch Zahnärzte behandelten - Patienten gefertigt werden müssen. Diese individuellen Arbeiten sind stets als Unikate anzusehen und sind Medizinprodukte, die nur in höchster Präzision und Verträglichkeit zum Einsatz kommen dürfen.

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Rechtsgrundlagen

VO-Berufsausbildung zum Zahntechniker/ zur Zahntechnikerin (PDF, 649 kb)
Ausbildungsordnung vom 11.12.1997 / Seite 3182 in Teil I BGBl / Ausbildungsdauer 42 Monate

Rahmenlehrplan

Zeugniserläuterungen

Berufliche Fortbildung

Berufsklassifikation nach KldB 2010

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Statistik

Genealogie