Warum wurde die Ausbildung zum Schornsteinfeger modernisiert?

Die Reihe Data Stories möchte die Statistiken des Berufe- und Kompetenzradars näher vorstellen. Diese Data Story befasst sich mit der Veränderung des Berufsbilds des Schornsteinfegers. Zum 01.08.2025 wurde der Beruf modernisiert. Ein Blick in die Statistiken zeigt wie sich dieser Beruf in den vergangenen zehn Jahren verändert hat.

Das Kompetenzprofil in der interaktiven Grafik 1 zeigt Tätigkeitsveränderungen der Berufsgruppe "Umweltschutztechnik", zu welcher auch der/die Schornsteinfeger/-in gehört. Der Beruf ist vielfältiger geworden. Dies wird daran ersichtlich, dass sich die Anzahl der Befragten verdoppelt hat, welche angaben häufig "etwas neues auszuprobieren" (10 auf 20 Prozent). Vor allem in den Bereichen "Beraten" (plus 8 Prozentpunkte) und "Informationen sammeln" (plus 18 Prozentpunkte) gibt es umfangreiche Veränderungen. Diesen trägt die modernisierte Ausbildungsordnung Rechnung, indem "die Themen Kommunikation und Kundenorientierung in der neuen Ausbildungsordnung noch stärker betont werden". 

Das Berufsbild des Schornsteinfegers/der Schornsteinfegerin gehört zu den Schlüsselberufen der ökologischen Transformation (vgl. BIBB Datenreport 2024, S. 407ff). Die interaktive Grafik 2 zeigt dies anhand von online Stellenanzeigen von Betrieben, die Auszubildende für den Beruf Schornsteinfeger/-innen zwischen 2011 und 2022 suchten. Innerhalb der Ausbildungsstellenanzeigen-Texte suchten wir mit komplexen Suchalgorithmen nach Begriffen, welche mit der ökologischen Transformation zusammenhängen (z. B. "Windkraft" oder "Energieeffizienz"). Grafik 2 zeigt einen Anstieg der "grünen" Ausbildungsstellenanzeigen von 7 Prozent in 2011 auf 76 Prozent in 2022. Der starke Anstieg bis etwa 2017 geht vor allem auf die Zunahme der Begriffe "Energieeffizienz" und "umweltgerecht" zurück. Auch der Begriff "Umweltberatung" findet sich in den Treffern und deutet auf die zunehmende Wichtigkeit der Beratungstätigkeit von Schornsteinfeger/-innen hin. Ab 2018 findet sich im Vergleich zu davor deutlich häufiger der Begriff "Umweltschutz" in den Ausbildungsgesuchen (2014 mit 3 Prozent ab 2019 mit etwa 23 Prozent). Dies deutet darauf hin, dass Betriebe in ihren Stellenanzeigen explizit damit werben, dass dieser Beruf einen sinnvollen Beitrag für den ökologischen Wandel leistet.

Betrachtet man nicht Ausbildungs-Stellenanzeigen, sondern jene für Erwerbstätige, so lässt sich mit ihnen etwas über die berufliche Flexibilität aussagen. Damit gemeint ist, wie offen eine Tätigkeit ist, von verschiedenen Berufen ausgeübt zu werden. Diese Analysen können Betrieben helfen, passende Arbeitskräfte zu finden, außerhalb der gewohnten Berufsbilder. Grafik 3 zeigt, dass der/die Schornsteinfeger/-in ein geringes Maß beruflicher Flexibilität besitzt: Wenn Betriebe Schornsteinfeger/-innen suchen, dann suchen sie in über 90 Prozent der Fälle innerhalb dieses Berufsbildes. Alternativberufe wie Anlagenmechaniker und Gas- und Wasserinstallateure werden nahezu nicht gesucht. Das deutet auf die weiterhin hohe Wichtigkeit des Berufsbildes hin, welches nicht durch andere Berufe substituiert werden kann.

Durch die Modernisierung des Berufsbildes wird sichergestellt, dass die Kompetenzen von angehenden Schornsteinfeger/-innen zukunftssicher aufgestellt sind. Für einen Überblick über die Entwicklung der Ausbildungszahlen sowie der Erwerbstätigkeit besuchen Sie gerne das entsprechende Berufsprofil des BKR.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Pressemitteilung zur Modernisierung des Ausbildungsberufs Schornsteinfeger

BIBB Datenreport 2024