Qualifizierungsberatung im Kontext der Berufsanerkennung – Bericht unseres ersten Werkstattgesprächs
19.03.2026
Im Rahmen des ersten Werkstattgesprächs der SWBA kamen Weiterbildungsberatende zusammen, um sich zum Thema „Qualifizierungsberatung im Kontext der Berufsanerkennung“ auszutauschen. Deutlich wurde vor allem die Bedeutung funktionierender Netzwerke für eine wirksame Qualifizierungsberatung.
Im Rahmen des ersten Werkstattgesprächs der Servicestelle Weiterbildungsberatung (SWBA), kamen am 10. März 2026 rund 30 Fachleute aus der Weiterbildungsberatung zusammen, um sich zum Thema „Qualifizierungsberatung im Kontext der Berufsanerkennung“ zu informieren und auszutauschen. Mit unseren Werkstattgesprächen verfolgen wir das Ziel, aktuelle Herausforderungen in der Weiterbildungsberatung sowie Ansätze guter Praxis vorzustellen und den informellen, lösungsorientierten Austausch dazu zu befördern.
Im ersten Teil der Veranstaltung referierte Dr. Rebecca Atanassov (BIBB) zu den Grundlagen der Anerkennung von Berufsqualifikationen aus dem Ausland. Am Beispiel des reglementierten Pflegeberufs erläuterte sie die große Bedeutung von Qualifizierung im Kontext der Anerkennung. Im Anschluss daran stellte Cemalettin Özer (MOZAIK gGmbH) die „IQ Anerkennungs- und Qualifizierungsfachberatung“ am Praxisbeispiel von MOZAIK in Ostwestfalen/Bielefeld vor. Die Präsentationen dieser beiden spannenden Einblicke haben für Sie hier bereitgestellt.
Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden in zwei parallel stattfindenden Gruppen über die Herausforderungen und Bedarfe im Kontext der Qualifizierungsberatung und tauschten sich zum großen Mehrwert von Netzwerken aus. Deutlich wurde dabei: die Beratung internationaler Fachkräfte im Bereich der Anerkennung und damit einhergehenden Qualifizierung bewegt sich in einem komplexen System aus unterschiedlichen Zuständigkeiten, Verfahren und Qualifizierungswegen. Lange Verfahrenszeiten, fehlende Kontinuität in Strukturen sowie unzureichende Informationen vor der Migration erschweren den Prozess zusätzlich. Umso größer ist die Bedeutung funktionierender Netzwerke für eine wirksame Qualifizierungsberatung. Die Teilnehmenden betonten, dass die Beratung häufig über mehrere Institutionen, Zuständigkeiten und Prozessschritte hinweg erfolgt. Eine enge Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure kann daher entscheidend dazu beitragen, Beratungsprozesse transparenter, effizienter und verlässlicher zu gestalten.
Netzwerke ermöglichen insbesondere:
- bessere Abstimmung entlang der Beratungs- und Qualifizierungsprozesse, etwa zwischen Beratungsstellen, Bildungsträgern, Unternehmen und Behörden,
- transparente und funktionierende Verweisstrukturen, damit Ratsuchende schneller zur passenden Unterstützung gelangen,
- Austausch von Erfahrungen und Wissen aus der Praxis, wodurch Beratungsqualität und Problemlösungsstrategien verbessert werden können,
- gemeinsames Lernen und regionale Koordination, insbesondere auf kommunaler Ebene,
- mehr Transparenz über Angebote, Programme und Fördermöglichkeiten,
- sowie Rückmeldungen aus der Praxis an politische Entscheidungsträger, um Verfahren und Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus betonten die Teilnehmenden, dass Netzwerke auch Vertrauen zwischen den beteiligten Institutionen schaffen, Parallelstrukturen vermeiden und Synergien ermöglichen können. Gerade im komplexen Feld der beruflichen Anerkennung leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Begleitung internationaler Fachkräfte auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihr Interesse, den regen und fruchtbaren Austausch und freuen uns auf das nächste Werkstattgespräch im Mai!