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Mein Praktikum an der University of Warwick

12.08.2015

Das größte Klischee gegenüber den Einwohnern Großbritanniens konnte ich bereits innerhalb der ersten Tage meines Aufenthalts an der University of Warwick bestätigen: Die Briten sind überaus nett und höflich! Ich fühlte mich sehr herzlich aufgenommen und bei Problemen und Fragen standen die Türen meiner Kolleginnen und Kollegen jederzeit offen.

Diese Erkenntnis ist eine von vielen, die ich während meines dreiwöchigen Praktikums vom 22.06.2015 -10.07.2015 am „Warwick Institute for Employment Research“ (IER) der University of Warwick machen durfte. Zusammen mit meiner Mitauszubildenden, Meike Thellmann, hatte ich die Chance, Land und Leute kennenzulernen und einen Einblick in das britische Arbeitsleben zu bekommen.
Das IER ist ein seit 1965 bestehendes Institut, das auf dem Universitätscampus angesiedelt ist.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen sich, ähnlich wie das BIBB, mit der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung. Die Aufträge erhalten sie hauptsächlich von staatlichen Institutionen und Behörden, aber auch von Bildungseinrichtungen und Universitäten. Anders als das BIBB muss sich das Institut allerdings selbst finanzieren und erhält nur wenig finanzielle Unterstützung vom Staat.
Unsere Aufgaben waren ähnlich zu unseren im BIBB: Wir unterstützten hauptsächlich die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren Forschungsaufgaben. Konkret beinhaltete dies das Anfertigen von Transkripten und Literaturrecherche mit Datenbanken. Die Interviews, die wir transkribierten, gehörten zu einer Absolventenbefragung des internationalen Bildungsprogramms „IBCC“. Somit kamen auch die Absolventen aus den unterschiedlichsten, europäischen Ländern, was das Transkribieren jedes Mal zu einer Herausforderung machte. Mit der Literaturrecherche hatten wir die Möglichkeit, den Wissenschaftlern ein solides Fundament für ihr Forschungsprojekt zu schaffen, damit sie gut informiert mit ihren Forschungsaufgaben beginnen können.

Außerdem führten wir viele Fachgespräche mit den Wissenschaftlern über die Bildungssysteme und den Arbeitsmarkt in Großbritannien, auch im Vergleich mit Deutschland. Dabei hatten wir manchmal sogar die Möglichkeit, unseren britischen Kollegen etwas aus Deutschland zu berichten, über das sie vorher nicht informiert waren.
Die Belegschaft des Instituts besteht im Vergleich zum BIBB „nur“ aus ca. 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit unterschiedlichsten Nationalitäten, dennoch waren sogar ein paar deutsche Wissenschaftlerinnen vertreten. Dies war einer der Gründe, warum ich nie das Gefühl hatte, fremd zu sein und auf ein perfekt formuliertes Englisch kam es deshalb auch nicht an.
Die Menschen harmonisierten unheimlich gut miteinander, was für eine tolle Arbeitsatmosphäre sorgte.
Selbstverständlich haben wir unsere Zeit nicht nur im Institut verbracht, ein Auslandspraktikum ist natürlich auch dafür da, das Land und die Kultur kennenzulernen.
Deshalb machten wir Tagesausflüge zu den umliegenden Ortschaften Coventry, Birmingham und Stratford-opon-Avon (die Geburtsstadt Shakespeares). Und natürlich durfte bei unserem Aufenthalt auch ein Ausflug nach London nicht fehlen. Hierfür nahmen wir uns sogar ein ganzes Wochenende Zeit, um alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen zu können. Das war das absolute Highlight unserer Reise, aber auch die anderen Erlebnisse haben wir sicherlich nicht bereut.
Jeder, der die Chance auf solch ein Auslandspraktikum erhält, sollte sie, meiner Erfahrung nach, nutzen! Denn die dort erworbenen Fremdsprachen- und Fachkenntnisse, aber vor allem die kulturellen und persönlichen Eindrücke und Erfahrungen, kann einem im Nachhinein niemand mehr nehmen und ich habe das Gefühl, daran ein Stück gewachsen zu sein. Somit würde ich mich gerne an dieser Stelle bei allen Beteiligten sowohl für die Chance und die motivierenden Worte als auch für die finanzielle und vor allem mentale Unterstützung bedanken!

Nicole von dem Bach, Auszubildende zur Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (1. Lehrjahr)

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