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„Wir müssen die Veränderungen aktiv angehen!“

© BMWi

Bei einem Kongress in Berlin sprach sich BIBB-Präsident Esser dafür aus, die mit Wirtschaft 4.0 einhergehenden Veränderungen für die berufliche Bildung aktiv anzugehen. Herausforderungen gelte es als Chancen zu nutzen.

Beim Kongress „Arbeiten in der digitalen Welt“, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam veranstalteten, setzte sich BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser dafür ein, die mit Wirtschaft 4.0 einhergehenden Veränderungen aktiv anzugehen. „Das gilt zumal für die berufliche Bildung“, sagte er vor 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung in Berlin. „Denn die Digitalisierung ist längst Gegenstand eines wichtigen Prozesses, in den das Bundesinstitut für Berufsbildung umfassend involviert ist — ich spreche von der Neuordnung von Berufen.“

Ob es um die Selbststeuerung von Produktionsprozessen gehe, um die eigenständige Reparatur von Anlagen oder um effiziente Einzelfertigung; ob die Integration des Kunden in die Produktionsprozesse in den Fokus rücke oder die vollständige Vernetzung von Wertschöpfungsketten: „All das betrifft die Arbeit von Ministerien, Sozialpartnern, Kammerorganisationen und Wissenschaftlern, die das Ziel haben, aus der Praxis für die Praxis zukunftsfähige Berufsbilder zu entwerfen“.

© Weiss/BMWi

In Essers Augen müssten ferner Betriebe und Berufsschulen ihr Ausbildungsverhalten ändern, um sich an die neuen Qualifikationsbedarfe anzupassen. „Und klar ist: Berufliche Handlungsfähigkeit sichert langfristige Beschäftigungsfähigkeit“. Wichtig sei es, auf Grundlage breiter Kenntnisse und Fähigkeiten zumal junge Menschen zu befähigen, komplexe Aufgaben zu meistern: sei es selbstständig, im Team, in veränderten Kontexten, und nicht zuletzt durch permanentes Weiterlernen.

Der BIBB-Präsident verwies darauf, dass der Begriff „Industrie 4.0“, der häufig als Synonym für die Digitalisierung verwendet werde, zu kurz greife. „Wir sollten besser ´Wirtschaft 4.0´ verwenden – und zum Beispiel das Handwerk nicht außer Acht lassen. Denn „Smartes“ wie „smart building“ gebe es auch im Bauhandwerk; von „smart mobility“ spreche man nun im Kfz-Handwerk; von „smart grid“ sei im Elektrohandwerk die Rede; und „smart health“ präge zunehmend das Gesundheitshandwerk.

Abschließend regte BIBB-Präsident Esser den weiteren Ausbau der überbetrieblichen Bildungs- und Kompetenzzentren sowie der beruflichen Schulen zu starken Lernumgebungen an. Entscheidend hierfür sei die Weiterqualifizierung des ausbildenden Personals hinsichtlich ihrer IT-Kompetenzen. Ebenso bedeutsam sei es aber auch, für einen verlässlichen informationstechnischen Bildungsstandard zu sorgen, mit dem die Jugendlichen die allgemeinbildende Schule verließen, um in die berufliche Bildung zu wechseln.

Last but not least bildet nach Auffassung des BIBB-Präsidenten das Thema Wirtschaft 4.0 eine hervorragende Grundlage, um die berufliche Bildung gegenüber der hochschulischen Bildung wieder attraktiver zu gestalten.