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„Mehr Kultur des Gemeinsamen entwickeln“

Berufsbildungsausschuss IHK Halle-Dessau im BIBB

Zu Gast im BIBB: Informationen über die Aufgaben und die Forschungsarbeit des BIBB, über aktuelle Chancen und Probleme dualer Berufsausbildung in Deutschland sowie ein Gespräch mit BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser standen im Mittelpunkt eines Besuchs des Berufsbildungsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau.

Dabei nannte der BIBB-Präsident als vorrangige aktuelle Herausforderungen der beruflichen Bildung die vier Themen Digitalisierung/Industrie 4.0, Akademisierung, Internationalisierung und die Integration Geflüchteter.

Zum Thema der Bewältigung der Herausforderungen durch die Digitalisierung / Industrie 4.0 betonte er vor den rund 20 Gästen aus Sachsen-Anhalt: „Es gilt, das Thema „4.0“ nicht nur mit der „Betriebsbrille“ zu sehen, sondern insbesondere auch die Ausbildungsstellen, die Berufsschulen und das Lehrpersonal mit in den Blick zu nehmen." Er plädiere dafür, „mehr Kultur des Gemeinsamen zu entwickeln.“

In der Diskussion wurden dann einerseits die guten Chancen angesprochen, die eine duale Ausbildung in Deutschland eröffne, andererseits die Sorge verdeutlicht, dass die Möglichkeiten durch Aufstiegsfortbildungen immer noch nicht genug wahrgenommen würden. Dieses „muss mehr in die Köpfe“, betonte BIBB-Präsident Esser, unterstützt durch die Gäste, die sich eine stärkere Beachtung der zertifizierten Berufsschulen in Sachsen-Anhalt und deren wichtiger Angebote wünschten. Als zentral wurde in der Runde einvernehmlich betont, dass der hohe Stellenwert dualer Ausbildung und entsprechender Facharbeiterschaft attraktiver dargestellt und stärker wahrgenommen werden müsse –
von Jugendlichen, aber auch Eltern und Lehrenden an Schulen.

Impulse und Unterstützung bei der Gewinnung von Fachkräften seien hier gerade für kleine Unternehmen von großer Bedeutung, so BIBB-Präsident Esser, der auch neue Ansätze aus der Gemeinschaft der kleinen und mittleren Unternehmen erhofft.

Einigkeit bestand in der Runde, dass es wichtig sei, aufzuzeigen, welche guten beruflichen Perspektiven durch Berufsschulen gesichert werden – von der Technikerausbildung bis hin zur Integration von Flüchtlingen. Der BIBB-Präsident richtete hier auch einen Appell an die Kammern.

Die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses unter Leitung von Frau Dr. Simone Danek, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK Halle-Dessau, brachten insbesondere auch Interesse an der Forschung im BIBB und deren Evaluation mit. Hierzu erläuterte Frau Dr. Sandra Liebscher, Leiterin der BIBB-Stabsstelle „Forschungskoordination“, wesentliche Elemente der Forschungsstruktur und eigenständigen Forschungsarbeit im BIBB sowie deren Bedeutung als „Brennstoffzelle“ für die Positionen des BIBB und seiner wissenschaftlichen Politikberatung.

Auch Fragen nach der Zahl der Ausbildungsberufe und nach kompetenzbasierten Ausbildungsordnungen wurden besprochen; die IHK Halle-Dessau ist am Verbundprojekt „ValiKOM“ zur abschlussbezogenen Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen beteiligt.