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Fachforum 5: Öffentlichkeitsarbeit – intensivieren, informieren, Nachfrage generieren

© Heidi Scherm, BIBB

Wie kann man die Öffentlichkeit für Alphabetisierung sensibilisieren? Was sind die zentralen Botschaften? Und welche Zielgruppen sind besonders relevant? Die Auswertung von zwei sehr unterschiedlichen Kampagnen setzten Impulse für die anschließende Diskussion mit sehr konkreten Handlungsempfehlungen.

Wie erfolgreich und motivierend ist die aktuelle Kampagne „Nur Mut! Der nächste Schritt lohnt sich“?
In einem Impulsvortrag stellte Dr. Holger Liljeberg die Auswertung der BMBF-Kampagne vor. Er kam zu dem Schluss, dass die Kampagne zwar sensibilisiert, jedoch wenig motivierend wirkt. Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts empfahl, zukünftig eine positive Handlungsempfehlung in den Fokus zu stellen, zum Beispiel den Mehrwert Lesen und Schreiben zu lernen. Auch eine realitätsnahe und verständliche Darstellungsweise ist wichtig, damit sich funktionale Analphabeten und ihr mitwissendes Umfeld auch angesprochen fühlen und mit den Inhalten identifizieren können.

© Heidi Scherm, BIBB

Wie platziert man ein Tabuthema erfolgreich in der Öffentlichkeit?
Vor der Herausforderung, das weitgehend tabuisierte Thema Geschlechtskrankheiten in die Öffentlichkeit zu bringen, stand Claudia Corsten von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie stellte die öffentlichkeitswirksame Aufklärungs-Kampagne Liebesleben vor. Kern aller Maßnahmen sind zwei zentrale, einfache Botschaften: Pass auf dich auf (Prävention) und Geh zum Arzt (Handlungsaufforderung). Dargestellt werden sie anhand einer Comic-Kampagne, die eine humorvolle Brücke zum „unangenehmen“ Thema baut. Ein zentraler Erfolgsfaktor: Vor Veröffentlichung wurde die Kampagne an Teilzielgruppen sowie an der Gesamtbevölkerung auf ihre Wirkung hin getestet. Auf diese Weise fallen aktuell kaum Nachbesserungen an.

© Heidi Scherm, BIBB

Worauf kommt es bei der Öffentlichkeitsarbeit zur Alphabetisierung an?
In der anschließenden Expertendiskussion wurde die hohe Bedeutung zentraler Botschaften hervorgehoben. Als zentrale Zielgruppe wurde das mitwissende Umfeld benannt, da sie den höchsten Einfluss auf die funktionalen Analphabeten haben. Die Berichterstattung sollte auf die positiven Auswirkungen einer verbesserten Grundbildung abzielen und zum Handeln motivieren. Im Gespräch wurde auch deutlich, wie wichtig die Einbeziehung von Lernenden in die Öffentlichkeitsarbeit sei. Denn nur sie machen die Berichterstattung lebhaft und authentisch.

Beteiligte

Einführung und Moderation
Heidemarie Stuhler, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Input 1: Ergebnisse der Kampagne zur Alphabetisierung „Nur Mut – Der nächste Schritt lohnt sich“
Dr. Holger Liljeberg, INFO GmbH Markt- und Meinungsforschung

Input 2: Aufklärungskampagne „Liebesleben“ – Von der Ansprache eines Tabuthemas bis zur Aktivierung
Claudia Corsten, Fachreferat zur Prävention von HIV und anderen STI, BZgA

Diskussionsrunde zum Thema „Ansprache“
Dr. Roland Peter, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Jan-Peter Kalisch, Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung
Jens Nieth, DGB Bildungswerk
Tanja Hildebrandt, Geschäftsleiterin Arthen Kommunikation
Jutta Stobbe, alfa Selbsthilfe
Peggy Gaedecke, Lerner-Expertin