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Pressemitteilung

BIBB-Präsident Esser: „Berufliche Bildung muss resilienter werden“

BIBB veröffentlicht Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026

11/2026 | Bonn, 06.05.2026

Frau mit Warnweste und Handschuhen bedient einen Industrieroboterarm in einer Fabrikumgebung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat seinen Datenreport 2026 veröffentlicht. Er enthält umfassende Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung in Deutschland und ergänzt den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. Dieser ist am heutigen Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet und vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) veröffentlicht worden.

Wie die umfassenden Daten und Analysen des BIBB zeigen, spiegelt sich die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland auch auf dem Ausbildungsmarkt wider. Nach den Ergebnissen der BIBB-Erhebung zum 30. September 2025 wurden bundesweit insgesamt rund 476.000 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das entspricht einem Rückgang um 10.300 Verträge (-2,1 Prozent) im Vergleich zu 2024. Damit setzte sich – nach dem coronabedingten Einbruch im Jahr 2020 – die zunächst positive Entwicklung der Vertragszahlen in den Jahren 2021 bis 2023 auch im zweiten Jahr in Folge nicht weiter fort.

Zugenommen hat die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerber/-innen, die zum Stichtag 30. September 2025 noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der unversorgten Bewerber/-innen, die weder in eine Ausbildung noch in eine Alternative eingemündet ist, um 8.700 (+28,0 Prozent) auf 39.900 gestiegen. Das ist ein neuer Höchststand seit 2007. Die Zahl der Bewerber/-innen mit Alternative zum 30. September und weiterem Vermittlungswunsch in Ausbildung lag mit 44.500 ebenfalls über dem Vorjahresniveau (+5.300 beziehungsweise +13,4 Prozent). In der Summe waren somit noch 84.400 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 14.000 (+19,9 Prozent). 

Auch der Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss liegt trotz leichter Rückgänge weiterhin auf hohem Niveau. BIBB-Berechnungen auf Basis des Mikrozensus weisen für 2024 einen Anteil von 18,8 Prozent aus (2023: 19,0 Prozent). Hochgerechnet waren dies 2,76 Millionen nicht formal qualifizierte junge Erwachsene (2023: 2,79 Millionen).

Zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser: „In Zukunft muss es uns besser gelingen, die Angebote der beruflichen Bildung zielgenauer auf die Lernvoraussetzungen derer auszurichten, die wir in Aus- und Weiterbildung bringen wollen. Insbesondere modular anschlussfähige Qualifizierungsstrukturen und damit bessere Übergänge, Ausbildungsbausteine beziehungsweise geförderte Teilqualifikationen auch für junge Menschen unter 25 Jahren, wenn die Instrumente der Ausbildungsgarantie keinen vollqualifizierenden Weg eröffnen konnten, eine stärkere Verzahnung von Aus- und Weiterbildung, die Aufwertung der höheren Berufsbildung sowie die systematische Förderung von Schlüsselqualifikationen als Zukunftskompetenzen sind konkrete Maßnahmen, das Berufsbildungssystem resilienter und damit zukunftsfähiger zu machen. Nicht statisches Beharren auf bisher Bewährtem, sondern die Bereitschaft zur Veränderung als Voraussetzung für mehr systemische Resilienz auf Grundlage des Berufsprinzips muss Leitprinzip unseres Berufsbildungssystems werden, um besser auf aktuelle Unsicherheiten, Krisen und Schocks sowie zukünftige Herausforderungen reagieren zu können.“

Das Schwerpunktkapitel des BIBB-Datenreports widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Künstliche Intelligenz in der Berufsbildung“. Die Beiträge nehmen verschiedene Perspektiven in den Blick und bilden sowohl die längerfristige Durchdringung der Arbeitswelt durch KI-Technologien als auch die jüngere, durch generative Systeme geprägte Umbruchphase ab, in der sich Nutzungspraktiken, Erwartungen und institutionelle Rahmungen erst herausbilden. Die Darstellung erfolgt dabei anhand eines typischen Berufsbildungsverlaufs: von Berufsorientierung und Beratung über berufliche Bildung und Ordnungsarbeit bis hin zu KI-Nutzung in der Erwerbstätigkeit und ihren Auswirkungen auf die berufliche Weiterbildung.

Der BIBB-Datenreport kann als vorläufige Fassung im PDF-Format unter www.bibb.de/datenreport-2026 kostenlos heruntergeladen werden.

Der Berufsbildungsbericht ist im Internetauftritt des BMBFSFJ unter www.bmbfsfj.bund.de/berufsbildungsbericht2026 abrufbar.

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.