Zusatzqualifikationen stärken die duale Ausbildung und fördern die Fachkräfteentwicklung
BIBB-Auswertung liefert bundesweite Übersicht der Angebote
13/2026 | Bonn, 20.05.2026
Zusatzqualifikationen sind ein flexibles Instrument der Qualifizierung. Sie ermöglichen es Betrieben, bereits während der beruflichen Erstausbildung gezielt auf spezifische Anforderungen zu reagieren. Auszubildenden eröffnen sie die Chance, frühzeitig Spezialkenntnisse und zusätzliche Kompetenzen zu erwerben und ihre Ausbildung individuell mitzugestalten. Eine neue Auswertung vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Fachportal „AusbildungPlus“ verdeutlicht die breit gestreute Verankerung von Zusatzqualifikationen im deutschen Berufsbildungssystem und unterstreicht ihre Bedeutung für die Fachkräftesicherung und die individuelle Kompetenzentwicklung.
Zum Stichtag 30. Oktober 2025 sind in der BIBB-Datenbank „AusbildungPlus“ 2.165 Angebote erfasst. Den größten Anteil stellen Berufsschulen (1.329), gefolgt von sonstigen Bildungsanbietern und -trägern (271) sowie von Ausbildungsbetrieben (242). Auch Industrie- und Handelskammern einschließlich ihrer Bildungszentren tragen mit 210 Angeboten wesentlich bei. Weitere Beiträge leisten Fachverbände (45), Handwerkskammern (40) sowie Hochschulen (28).
Inhaltlich dominieren internationale Qualifikationen wie zum Beispiel Fremdsprachen oder Auslandspraktika (rund 700 Angebote). Mit deutlichem Abstand folgen kaufmännische Qualifikationen (338) sowie die Bereiche Technik/Technologie (234), Informationstechnologie (221), Gesundheitswesen (139) und fachübergreifende Kompetenzen (119). Geringere Angebotssegmente finden sich unter anderem in Tourismus und Gastronomie (76), Bau- und Ausbau (43), Medien und Telekommunikation (22) sowie in Agrar- und Sozialberufen (10).
Die meisten Zusatzqualifikationen sind in Nordrhein-Westfalen (623) und Baden-Württemberg (428) verzeichnet. Danach kommen Niedersachsen (222) sowie Hessen und Bayern (jeweils 147), das Saarland (97), Berlin (85), Thüringen (84), Sachsen (68), Rheinland-Pfalz (66) und Schleswig-Holstein (61). Für Hamburg sind 46 Zusatzqualifikationen erfasst, gefolgt von Brandenburg (28), Mecklenburg-Vorpommern (26), Sachsen-Anhalt (22) und Bremen (18).
Seit 2015 dient das vom BIBB betriebene Fachportal „AusbildungPlus“ als Informations- und Serviceplattform. Anbieter können ihre Zusatzqualifikationen im Rahmen der dualen Ausbildung kostenfrei in der Datenbank einstellen, um ihre Angebote bundesweit sichtbar zu machen. Gleichzeitig bietet die Datenbank für interessierte Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, nach passenden Zusatzqualifikationen und ihren Anbietern – auch mit regionalem Bezug – schnell und unkompliziert zu suchen.
Die BIBB-Datenbank umfasst ausschließlich Zusatzqualifikationen, die klar definierten Qualitätskriterien entsprechen. Dazu zählen Angebote, die sich an Auszubildende in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen im dualen System richten, zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln und die reguläre Ausbildung inhaltlich erweitern. Darüber hinaus müssen die Qualifikationen während der Ausbildungszeit – spätestens bis sechs Monate nach deren Abschluss – stattfinden, einen Mindestumfang von 40 Unterrichtsstunden aufweisen und mit einer Teilnahmebescheinigung, einem Zertifikat oder einem Prüfungszeugnis abschließen.
Weitere Informationen:
- Online-Publikation: AusbildungPlus. Zusatzqualifikationen in Zahlen 2025
- Fachportal www.AusbildungPlus.de mit bundesweiter Datenbank für Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen
Kontakt:
Silvia Hofmann; hofmann@bibb.de
Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.