Fußnoten
01 Auch wenn die Arbeitslosenquoten aufgrund der wirtschaftlichen Erholung in letzter Zeit rückläufig waren, ist von einer grundlegenden Veränderung der unterschiedlichen qualifikationsspezifischen Arbeitsmarktrisiken keinesfalls auszugehen.
02 Bei Berechnung der Ungelerntenquote (Jugendliche ohne Ausbildung * 100 / Gesamtzahl der Jugendlichen) sind sie im Nenner jedoch enthalten.
03 Personen ohne beruflichen Abschluss, die sich in einer Anlerntätigkeit befanden, wurden dabei als Ungelernte eingestuft.
04 Andererseits ist jedoch auch damit zu rechnen, dass von den als ausbildungslos definierten Jugendlichen ein Teil später doch noch einen Berufsabschluss erwirbt. Angesichts der inzwischen zeitlich oft stark ausgedehnten Übergangs-, Ausbildungs- und Nachqualifizierungsprozesse wäre daher zu überlegen, ob es nicht angemessener wäre, die Altergrenze künftig erst bei 35 Jahren zu ziehen.
05 Der Mikrozensus dürfte aufgrund der umfangreichen Stichprobengröße sowie der Auskunftspflicht der Befragungspersonen die zuverlässigste Datenquelle zur Ermittlung der Ungelerntenquote darstellen.
06 Dies erfolgte in den bislang vorliegenden neueren Studien zu den Jugendlichen ohne Ausbildung in dieser Weise noch nicht (vgl. Wagner 2005, Troltsch 1999). Der Mikrozensus liefert hierzu keine Daten.
07 Einbezogen sind jedoch alle Jugendlichen mit maximal mittlerem Schulabschluss, die nachträglich an einer Fachoberschule oder einem Fachgymnasium die Hoch- oder Fachhochschulreife erworben haben, da diese Schulformen nicht den allgemeinbildenden, sondern den beruflichen Schulen zuzurechnen sind.
08 Auf Basis der BIBB-Übergangsstudie errechnet sich für die Gesamtgruppe der 20- bis 24-Jährigen (unter Einschluss der Personen mit Hoch- oder Fachhochschulreife) eine Ungelerntenquote von 15,8% (gewichtet), die damit nicht wesentlich von der anhand des Mikrozensus 2005 ermittelten Quote von 16,7% abweicht. Für die Jugendlichen, die die allgemeinbildende Schule mit maximal mittlerem Schulabschluss verließen, liegt die gewichtete Ungelerntenquote nach der BIBB-Übergangsstudie bei 14,8%.
09 Ausgegangen wurde hierbei von dem beruflichen Status des Vaters (bzw. der Mutter, wenn diese alleinerziehend war) zu dem Zeitpunkt, als der Jugendliche 15 Jahre alt war.
10 Daneben ist auch die Korrelation der Einzelmerkmale mit der abhängigen Variablen "ausbildungslos" des Regressionsmodells ausgewiesen. Hier wird deutlich, welche Zusammenhänge sich jeweils bivariat, also ohne Kontrolle der übrigen Einflussvariablen, ergeben.
11 Von den im Folgenden beschriebenen Merkmalen gingen jeweils signifikante eigenständige Einflüsse auf das Risiko der Ausbildungslosigkeit aus.
12 Allerdings ist dies als eigenständiger Einfluss im Regressionsmodell nur auf dem 10%-Niveau signifikant.
13 Hierzu ist anzumerken, dass ausschließlich Jugendliche befragt werden konnten, die über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügten.
14 Anders ist dies jedoch in der bivariaten Betrachtung. Hier sind die Zusammenhänge zwischen Ausbildungslosigkeit und Migrationshintergrund unabhängig von der Aufenthaltsdauer in Deutschland gleich stark ausgeprägt.
15 Hierunter werden verstanden: berufsvorbereitende Lehrgänge, Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr, teilqualifizierende Berufsfachschule (BFS), Praktikum, Einstiegsqualifizierung (EQJ).
16 Allerdings mündeten aufgrund des Ausbildungsplatzmangels in den vergangenen Jahren auch sehr viele Jugendliche in Maßnahmen des Übergangssystems ein, die bei besserer Lage auf dem Lehrstellenmarkt durchaus unmittelbar eine Ausbildung hätten beginnen können. Relativ vielen dieser Jugendlichen gelang im Anschluss an eine solche Maßnahme die Aufnahme einer Berufsausbildung (vgl. Beicht/Friedrich/Ulrich 2008).
17 Einschließlich Berufsoberschulen und technischen Oberschulen.
18 Bei den im Folgenden ausgewiesenen Verteilungen handelt es sich jeweils um gewichtete Werte. Durch die Gewichtung nach wichtigen Merkmalen, insbesondere Alter und Schulabschluss, wurde die Stichprobe an die Strukturen der Grundgesamtheit angepasst (vgl. Beicht/Friedrich/Ulrich 2008).
19 Zu den Details der durchgeführten Analysen vgl. Beicht/ Friedrich/Ulrich 2008, Kap. 4.3.3; es wurde hier in analoger Weise vorgegangen. Bei zeitlich parallelen Aktivitäten wurde jeweils der prioritäre Status festgelegt, wobei Bildungsaktivitäten immer Vorrang vor anderen Aktivitäten (z.B. Jobben) hatten. In der Substitutionskostenmatrix wurden alle Kosten auf den Wert 1 gesetzt, lediglich Substitutionen der beiden letzten Aktivitätenarten untereinander wurden (wegen der Ähnlichkeit der Kategorien, d.h., in beiden Fällen befanden sich die Jugendlichen zu Hause) lediglich mit Kosten von 0,5 veranschlagt.
20 Es handelt sich auch hier um gewichtete Anteilswerte.
21 Es konnten mehrere Gründe für den Ausbildungsabbruch genannt werden.
22 Manchmal wurde vorab noch ein Bildungsgang des Übergangssystems durchlaufen, in einigen Fällen wurde auch nach einer Unterbrechung der Besuch einer allgemeinbildenden Schule wieder aufgenommen.
23 Chi-Quadrat-Test.
24 Anfang der 1990er-Jahre hatten die Anteile lediglich 9% (Fachoberschule) bzw. 11% (Fachgymnasium) betragen. Offenbar sind wegen des zwischenzeitlichen Lehrstellenmangels verstärkt Realschulabsolventen in die Fachoberschulen bzw. Fachgymnasien eingemündet, die die entsprechenden Voraussetzungen hierfür zwar formell mitbrachten, aber gleichwohl Schwierigkeiten hatten, den Anforderungen zu entsprechen.
25 Umfangreiche Informationen zum Thema "Nachqualifizierung" finden sich in den Internetportalen, die in der Rubrik "weiterführende Literatur" am Ende aufgeführt sind.