BP:

Schlagworte A-Z. Bitte wählen Sie einen Anfangsbuchstaben:

 

Digitaler Wandel in der Abwassertechnik

Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Um den Blick auf die kritischen Wasserthemen unserer Zeit zu lenken, veranstalten die Vereinten Nationen jährlich am 22. März den Weltwassertag. Auch in der dualen Ausbildung finden sich einige Berufe mit Wasserbezug.

Der Beruf „Fachkraft für Abwassertechnik“ ist einer von vierzehn Berufen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hinsichtlich der Auswirkungen der Digitalisierung untersucht hat. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Publikation „Berufsbildung 4.0 – Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen: Der Ausbildungsberuf ‚Fachkraft für Abwassertechnik‘ im Screening“ veröffentlicht.

Die Initiative „Berufsbildung 4.0"

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BIBB im Rahmen der Initiative „Berufsbildung 4.0 – Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen“ unterschiedliche Berufsbereiche. Ziel der systematischen Untersuchungen war es, exemplarisch festzustellen, wie die Digitalisierung die jeweiligen Berufe verändert, welche Fertigkeiten und Fähigkeiten künftig notwendig sind, um die berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen, und wie eine erfolgreiche Ausbildung von morgen gestaltet werden kann.

Der Ausbildungsberuf „Fachkraft für Abwassertechnik“

In der Kläranlage wird das Abwasser gesammelt und aufbereitet. Die "Fachkräfte für Abwassertechnik" überwachen die Abläufe während der Wiederaufbereitung des Wassers und die Funktion der Abwasserkanäle. Außerdem warten und reparieren sie die technische Ausstattung wie Maschinen, Pumpen und Motoren, nehmen Proben und untersuchen diese im Labor. Als Weiterentwicklungsmöglichkeit kann eine Weiterbildung zum "Abwassermeister"/zur "Abwassermeisterin" absolviert werden. 

Aufgaben werden durch den Einsatz digitaler Technologien anspruchsvoller

Die Studie zeigt, dass die Ausgangslage in den Betrieben heterogen ist. Dennoch sind nahezu im gesamten Feld Tendenzen der Zunahme digitaler Technologie erkennbar. Die Vernetzung von IT ist ein wesentlicher Faktor des digitalen Wandels in der Abwasser­technik. Netzwerke ermöglichen einen Zugriff auf Daten und Maschinentechnik über Anla­gengrenzen hinweg und führen zu einer Flexibilisierung von Arbeitsorten. So ist es bereits heu­te möglich, Überwachungs- und Steuerungsaufgaben IT-basiert von beliebigen Orten aus via Fernzugriff wahrzunehmen.

Als wesentliches Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die Annahme einer Tätigkeitsverände­rung im Zuge der Digitalisierung bestätigt hat. Berufliche Arbeitsaufgaben, die einen Umgang der Fachkraft für Abwassertechnik mit digitalen Technologien erfordern, haben zugenommen und zu Verschiebungen im Arbeitskontext geführt. Die Arbeitsaufgaben wandeln sich zuneh­mend von einfachen, körperlich fordernden hin zu komplexeren, geistig fordernden Tätigkei­ten, wobei einfachere handwerkliche Tätigkeiten, trotz ihrer quantitativen Abnahme, auch weiterhin von Bedeutung sind und bleiben werden.