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Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Eine starke Berufsbildung in der Corona-Krise

Am 1. Juli 2020 hat Deutschland turnusgemäß für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. "Gemeinsam. Europa wieder stark machen." lautet das Motto. Im Mittelpunkt der europäischen Zusammenarbeit in den nächsten sechs Monaten werden die Themenfelder Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Post 2020-Strategie für die Berufsbildung stehen. Denn nur mit einer starken Berufsbildung können die europäischen Länder den Herausforderungen der Zukunft begegnen.

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Eine starke Berufsbildung in der Corona-Krise

Rolle der Berufsbildung zur Stärkung der Resilienz der Europäischen Union

Die Auswirkungen der Corona-Krise stellt alle Länder in der Europäischen Union vor große bildungs- und beschäftigungspolitische Herausforderungen. Es ist zu befürchten, dass die europaweite Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation erhebliche Folgen auf die Jugendarbeitslosigkeit und den Fachkräftemangel in Europa haben wird. Umso wichtiger ist es jetzt, die Berufsbildung zu stärken und die Betriebe dabei zu unterstützen, sich in der Ausbildung weiter zu engagieren. Denn nur mit einer starken Berufsbildung kann Europa stärker, inklusiver und nachhaltiger aus der derzeitigen Corona-Krise kommen.

Übergang zu einer neuen Phase in der europäischen Strategie für die Berufsbildung

2020 markiert einen wichtigen Wendepunkt in der europäischen Berufsbildungspolitik: Vor zwei Dekaden wurde die Lissabon Strategie verabschiedet, vor zehn Jahren die Nachfolgestrategie „Europa 2020“ und die Kommissionsstrategie zur Förderung der Berufsbildung. Die Post 2020-Strategie für die Berufsbildung soll nun während der deutschen Ratspräsidentschaft vorgestellt werden. Dabei ist zu erwarten, dass die Themenfelder Digitalisierung und Nachhaltigkeit erheblich an Bedeutung gewinnen werden.

Die Kommission von der Leyen (2019-2024) bereitet derzeit die künftigen Prioritäten vor. Ziel dabei ist, dass die Berufsbildungssysteme die soziale Gerechtigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsansätze in Europa verstärkt unterstützen. Zur Post 2020-Strategie gehören u.a. die Aktualisierung der europäischen Agenda für Kompetenzen (engl. European Skills Agenda) sowie eine neue EU-Ratsempfehlung zur Zukunft der beruflichen Bildung (engl. Proposal for a Council Recommendation on vocational education and training), dessen Entwurf am 01. Juli 2020 veröffentlicht wurde. Diese EU-Empfehlung soll in den nächsten Monaten verhandelt und verabschiedet werden. Durch die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission, der deutschen EU-Ratspräsidentschaft und den europäischen Akteuren der Berufsbildung soll ein reibungsloser Übergang zwischen den bisherigen und den künftigen Berufsbildungsprioritäten sichergestellt werden.

Europäische Woche der Berufsbildung geht in die nächste Runde

Unter dem Motto #DiscoverYourTalent findet vom 9. bis zum 13.11.2020 bereits zum fünften Mal die Europäische Woche der Berufsbildung (European Vocational Skills Week - EVSW) in ganz Europa statt. Die Woche umfasst europaweit Aktivitäten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Damit sollen positive Aspekte der beruflichen Bildung aufgezeigt und konkrete Beispiele für Exzellenz und Qualität präsentiert werden. Die Europäische Kommission ruft Akteure der Berufsbildung in ganz Europa dazu auf, in diesem Zeitraum Veranstaltungen und Aktivitäten zu organisieren. Dazu zählen etwa Tage der offenen Tür, die Bekanntmachung erfolgreicher Berufsbildungsprogramme und andere Sensibilisierungsmaßnahmen. Ab sofort können Aktivitäten auf der Kampagnenseite der Europäischen Kommission angemeldet werden.

Das Highlight der EVSW wird die europäische Berufsbildungskonferenz unter dem Titel „VET Excellence for Green and Digital Transitions“ am 11. und 12.11.2020 in Berlin sein. Die Konferenz wird in Kooperation mit dem BMBF im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft durchgeführt. Sie soll live übertragen werden, um auf diese Weise eine möglichst große Beteiligung in ganz Europa und weltweit sicherzustellen. Geplant sind zudem eine Konferenz zur Rolle der Kammern und der Sozialpartner in Deutschland und in Europa sowie Online-Events zu verschiedenen Themen der Aus- und Weiterbildung. Die Online-Anmeldung zu den Veranstaltungen der EVSW wird in den nächsten Wochen freigeschaltet.

Unterstützende Rolle des BIBB

„Berufsbildung gemeinsam stärken“ steht im Mittelpunkt der Zusammenarbeit zwischen BMBF und BIBB im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. In diesem Kontext ist das BIBB beauftragt worden, die Aktivitäten des BMBF im Bereich der Berufsbildung durch seine Expertise zu unterstützen. Damit verfolgen das BMBF und das BIBB das Ziel, das Ansehen der Berufsbildung in Deutschland und Europa zu stärken sowie die Zusammenarbeit zwischen den nationalen und europäischen Akteuren zu intensivieren. Ein Projektteam im BIBB, das im Arbeitsbereich 3.1 „Berufsbildung im internationalen Vergleich, Forschung und Monitoring“ angesiedelt ist, steht dem BMBF beratend zur Seite.