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Werte und Normen als Bedingungen betrieblichen Entscheidens

Das Forschungsprojekt untersucht, wie normative Überzeugungen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen das betriebliche Handeln beeinflussen und welche Folgen sich daraus für Beschäftigte ergeben. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für Politik, Praxis und die Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems.

Hintergrund und Zielsetzung

Der Wandel gesellschaftlicher Werte und Normen wird aktuell intensiv diskutiert. Studien zeigen, dass individuelle Werte und normative Überzeugungen Entscheidungen im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich beeinflussen können. Für betriebliche Qualifizierungs- und Rekrutierungsentscheidungen wurde bislang jedoch vor allem auf individuelle Präferenzen und Persönlichkeitsmerkmale von betrieblichen Entscheidungsträger/-innen geschaut. Die Bedeutung von Werten und normativen Einstellungen für betriebliches Entscheiden ist dagegen bislang kaum erforscht. Ebenso unklar ist, welche langfristigen Folgen Werte und Normen - über Qualifizierungs- und Rekrutierungsentscheidungen hinaus - für die Erwerbsverläufe der Beschäftigten besitzen.

Forschungsansatz

Das Forschungsprojekt untersucht die Rahmenbedingungen betrieblichen Entscheidens auf mehreren Ebenen und berücksichtigt neben strukturellen und normativen Einflussfaktoren auch individuelle Werthaltungen.

Strukturelle Rahmenbedingungen, z. B.

  • Lokales Arbeitsangebot
  • Technologische Entwicklungen im Betrieb (z. B. Einsatz von KI)

Normative Einflussfaktoren, z. B.

  • Regionale Wertorientierungen (z. B. Konservatismus)
  • Betriebliche Organisationskultur

Individuelle Werthaltungen, z. B.

  • Leistung vs. Gleichbehandlung
  • Konformismus vs. Hedonismus

 

Methodisches Vorgehen

Das Projekt kombiniert mehrere methodische Zugänge:

  • Eigene Erhebungen zu Werten und normativen Einstellungen betrieblicher Entscheider/-innen
  • Survey-Experimente zu betrieblichen Qualifizierungs- und Rekrutierungsentscheidungen
  • Verknüpfung mit administrativen Daten zur Analyse langfristiger Erwerbsverläufe 

 

Einordnung und Mehrwert

Das Projekt knüpft an das Themenclusterprojekt Betriebliche Qualifizierungs- und Rekrutierungsentscheidungen: Ein Mehrebenen-Ansatz zur Analyse von (potenziellen) Einflussfaktoren (1.1.010) an. zum Themenclusterprojekt

Das Projekt ermöglicht die Untersuchung des Zusammenspiels von strukturellen Rahmenbedingungen, Werten und Normen auf unterschiedlichen analytischen Ebenen und seiner Auswirkungen auf betriebliche Qualifizierungs- und Rekrutierungsentscheidungen sowie die nachgelagerten Erwerbsverläufe der jeweiligen Beschäftigten. Die Ergebnisse erlauben einen differenzierten Blick auf mögliche Stellschrauben für Politik und Praxis und liefern somit Ansatzpunkte, um betriebliches Handeln im Sinne der Beschäftigten weiterzuentwickeln.

Das Projekt ist thematisch dem Themencluster Betriebliches Entscheiden und Handeln – Einflussfaktoren betrieblicher Qualifizierung und Rekrutierung zugeordnet. zum Themencluster

1.1.026 - Werte und Normen als Bedingungen betrieblichen Entscheidens: Determinanten und Konsequenzen für individuelle Erwerbsverläufe

Laufzeit I-25 bis IV-28

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