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KIgÜBA gibt Einblick in KI-Lernanwendung

Das Projekt „KIgÜBA“ präsentierte auf dem Kongress „Zukunft Handwerk“ eine durch künstliche Intelligenz unterstützte Lerneinheit. Besuchende – u. a. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär – konnten einen Türgriff montieren und erleben, wie eine Tutoring- und eine Tracking-KI zusammenarbeiten.

Das Bild zeigt ein Foto einer Frau, die mithilfe von KI einen Türgriff montiert.
Eine Besucherin montiert – KI-gestützt – am Stand des Projekts „KIgÜBA“ einen Türgriff.

Im Projekt „KIgÜBA“ werden zwei KI-Systeme entwickelt und miteinander verbunden: eine „Tracking-KI“, die die Bewegungen der Auszubildenden erfasst, und eine „Tutoring-KI“, die die getrackten Daten in Feedback und individualisierte Lernempfehlungen umwandelt. Wie dieses Zusammenspiel funktioniert, konnten die Besucherinnen und Besucher des Kongresses „Zukunft Handwerk“ am 4. und 5. März 2026 in München selbst erleben: An einer Brandschutztür konnten sie einen Türgriff montieren und dabei das Objekt- und Bodytracking auf Monitoren live mitverfolgen. Die Tracking-KI erfasste dabei mit Hilfe von 16 am Messestand installierten Kameras, welche Werkzeuge die übende Person eingesetzt hat und welche Handlungen sie durchführte. Die Tutoring-KI reagierte darauf hin beispielsweise bei Fehlern mit Hilfestellungen (z. B. „Nutze anderes Werkzeug“) oder Anweisungen (z. B. „Mache jetzt einen Funktionstest“).

Transferleistung der Ausbildenden stärken

Uljana Bauer, stellvertretende Leiterin des projektführenden Bildungszentrums Schweinfurt, erklärte, dass die Monitore lediglich zur Visualisierung der komplexen KI-Systeme eingesetzt würden. In der überbetrieblichen Ausbildung der Metallbauer/-innen, für die das Projekt die KI entwickelt, laufen diese Prozesse unsichtbar im Hintergrund. Die Auszubildenden werden weiterhin wie gewöhnlich ihre Übungsaufgaben erledigen – mit dem kleinen Unterschied, dass die Tracking-KI ihre Bewegungen, Gesten und Mimik erfasst und die Tutoring-KI darauf basierend an den individuellen Lernstand angepasste intelligente Unterstützung anbietet.

Im Mittelpunkt stehe laut Uljana Bauer die Stärkung der Transferleistung der Auszubildenden und nicht eine KI, die jeden Arbeitsschritt vorgibt. Statt detaillierter Anweisungen erhalten Lernende bei Abweichungen individuelle, an ihr Lernniveau angepasste Unterstützung – entweder nur durch ein akustisches Signal oder durch klare Hinweise. Dadurch sollen sie selbstständig Lösungen entwickeln und über eigene Arbeitsschritte reflektieren. „Unsere Vision ist eine echtzeitgesteuerte Lernumgebung, in der Auszubildende individuell unterstützt werden“, so Bauer.

Das Projekt verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, indem es neben den Auszubildenden auch das Ausbildungspersonal in den Blick nimmt: Geplant ist, dass die KI-Systeme die Ausbildenden entlasten und sie dabei unterstützen, stärker auf die individuellen Bedarfe der Auszubildenden einzugehen. So sollen die Ausbildenden zum Beispiel geräte- und stationsbezogene Fehlerübersichten erhalten, was es ihnen ermöglicht, gezielter auf die Defizite der Auszubildenden einzugehen.

Zukunft der praktischen Berufsbildung im Handwerk

Nicht zuletzt verzeichnete das Projekt auch zwei prominente Gäste am Stand: Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, und Hubert Aiwanger, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Technologie, informierten sich darüber, wie die Zukunft der praktischen Berufsbildung im Handwerk aussehen könnte und ließen es sich nicht nehmen, die KI-Anwendung live zu testen.

Eine Frau testen eine KI-Anwendung.
Bundesforschungsministerin Bär testet die KI-gestützte Lerneinheit des Projekt KIgÜBA.

Beide auf dem Kongress vorgestellten KI-Systeme befinden sich noch im Aufbau und werden vom Bildungszentrum Schweinfurt der Handwerkskammer für Unterfranken gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (dfki) entwickelt. Neben der Visualisierung auf den Monitoren bot das Projektteam am Messestand auch Einblick in die technische Seite der KI-Systeme und informierte in vielen Gesprächen über die Entwicklungen im Projekt. Viele Kammern und Betriebe zeigen dabei großes Interesse.