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Gemeinsame BMBF/BIBB-Initiative widmet sich den Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt

Teilnehmer in Konferenzsaal

Ein Fachgespräch mit Vertretern und Vertreterinnen aus Bund und Ländern, der Sozialpartner sowie aus Innungen und Kammern bildete den Startschuss für einen neuen Forschungsansatz innerhalb der gemeinsamen Initiative „Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des BIBB.

Ziel der bis Oktober 2018 laufenden Initiative ist es, durch einen branchen- und berufeübergreifenden Ansatz auf die vielfältigen Herausforderungen der Digitalisierung der Arbeitswelt für die berufliche Bildung zu reagieren und Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung des Berufsbildungssystems in Deutschland zu entwickeln.

Präsident Esser vor Rednerpult

In seinen einleitenden Worten vor mehr als 70 Expertinnen und Experten der beruflichen Bildung betonte der Präsident des BIBB, Friedrich Hubert Esser, die große Bedeutung der gemeinsamen Initiative. Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfasse über kurz oder lang alle Branchen und Betriebsgrößen, auch die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Alle müssten auf die Veränderung von Produktion und Arbeitsprozessen sowie den Einsatz neuer Technologien passende Antworten finden. „Ich begrüße es daher, dass angesichts der Bedeutung inzwischen viele in der beruflichen Bildung bei der Digitalisierung unterwegs sind. Unsere Initiative soll die vielfältigen Ansätze zusammenführen und für das gesamte Berufsbildungssystem nutzbar machen.“ Das „faszinierende Thema“, so der BIBB-Präsident, biete durch seine neue Dynamik die einmalige Chance, die berufliche Bildung noch attraktiver zu gestalten und im zunehmenden Wettbewerb mit der akademischen Bildung zu bestehen.

Thomas Sondermann vor Rednerpult

Thomas Sondermann, Leiter der Unterabteilung „Berufliche Bildung“ im BMBF, betonte die bildungspolitische Dimension der gemeinsamen Initiative, die sich in die vielfältigen Digitalisierungs-Aktivitäten des Ministeriums einfüge und ideal zur „Digitalen Agenda 2014-2017“ der Bundesregierung passe. „Wir wollen mit der Initiative Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Qualifikationsanforderungen in der Welt von morgen gebraucht werden – auch in Branchen und Berufen, die auf den ersten Blick nicht so stark von der Digitalisierung betroffen sein könnten. Aufgrund dieser Erkenntnisse wollen wir entscheiden, welche Entwicklungen und Strukturen Eingang ins Berufsbildungssystem finden sollen.“ Auch er stellte dabei heraus, dass die Initiative branchen- und berufeübergreifend ansetze und keinen ordnungspolitischen Charakter habe.

Inhaltlich stützt sich die gemeinsame BMBF/BIBB-Initiative auf drei Schwerpunktbereiche – die sogenannten Säulen:

In der Säule 1 findet anhand von bis zu dreizehn exemplarisch ausgewählten Berufen ein Screening statt, um der Frage nachzugehen, wie sich Digitalisierung und Qualifizierung konkret auf die künftige Ausbildung auswirken. Ziel dieses Ansatzes ist es, durch die ausgewählten Berufe möglichst viele Wirtschaftsbereiche und Branchen abzudecken, mögliche Bedarfe für eine Weiterentwicklung der Berufsausbildung zu identifizieren und diese Erkenntnisse in die Fortschreibung der Berufe einfließen zu lassen. Durch einen konstruktiven Dialog mit den anwesenden Berufsbildungsexpertinnen und -experten wurde in mehreren Workshops die Liste der exemplarisch ausgewählten Berufe weiter fortentwickelt, so dass alle Beteiligten anschließend ihre Unterstützung signalisierten.

In der Säule 2 wird seit April dieses Jahres der Frage nachgegangen, welche Medien- und IT-Kompetenz eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt bei Lehrenden und Lernenden erfordert und welche Auswirkungen dies auf die Organisation und Gestaltung von Lernen und Unterricht hat. Alle Teilnehmenden waren sich einig darin, dass es hier insbesondere auf das Ausbildungspersonal in Betrieben und Berufsschulen ankomme, denn von ihrer Qualifizierung hänge es entscheidend ab, wie schnell die neuen Anforderungen auch tatsächlich Eingang in die Praxis fänden.

Quantitative und qualitative Projektionen zum künftigen Fachkräftebedarf bilden den Schwerpunkt der Säule 3. Hier wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen durch Wirtschaft 4.0 sich verändernde Qualifikationsanforderungen auf den künftigen Bedarf und das Angebot von Fachkräften in den unterschiedlichen Branchen und Berufshauptfeldern haben und wie sich Angebot und Nachfrage nach beruflichen und akademischen Qualifikationen insgesamt voraussichtlich weiterentwickeln.

Um den Transfer der Ergebnisse zu fördern, sieht die Meilensteinplanung der gemeinsamen BMBF/BIBB-Initiative bis 2018 mehrere Expertenworkshops pro Säule sowie jeweils eine größere Fachtagung pro Jahr vor. Hinzu kommt ein bundesweiter Kongress, der voraussichtlich im Frühjahr 2017 stattfinden wird.

7.8.154 - Berufsbildung 4.0 - Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen

Laufzeit II-16 bis IV-18