X

Sie verwenden einen veralteten Browser, mit dem nicht alle Inhalte des Internetauftritts www.bibb.de korrekt wiedergegeben werden können. Um unsere Seiten in Aussehen und Funktion in vollem Umfang nutzen zu können, empfehlen wir Ihnen, einen neueren Browser zu installieren.

Rekrutierung von Auszubildenden

Betriebliches Rekrutierungsverhalten im Kontext des demografischen Wandels

In den letzten Jahren ist ein Aufwuchs bei den unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen zu verzeichnen.

Eine Ursache hierfür ist in der demografischen Entwicklung zu suchen, insbesondere den rückläufigen Zahlen bei den Abgängerinnen und Abgängern sowie Absolventinnen und Absolventen allgemeinbildender Schulen. Aber auch der Trend zu höheren Schulabschlüssen, eine steigendes Interesse junger Menschen an einem Studium und ein verändertes Berufswahlverhalten derjenigen, die sich für eine duale Berufsausbildung entscheiden, spielen eine Rolle.

Durch diese Entwicklungen ist es bislang zwar zu keinem generellen Mangel bei der Nachfrage nach Ausbildung gekommen, wohl aber zu einer - je nach Region und Beruf mehr oder minder stark ausgeprägten – Veränderung und teilweise auch deutlichen Einengung des Bewerberspektrums, aus dem Betriebe ihre zukünftigen Auszubildenden auswählen können.

Im Projekt wurde untersucht, ob und unter welchen Bedingungen sich demografie- und interessenbedingte Veränderungen in der Nachfrage nach Ausbildung auf das betriebliche Vorgehen bei der Rekrutierung von Auszubildenden auswirken und worin diese Auswirkungen bestehen.

Um hierüber Aufschlüsse zu gewinnen, wurden in einem ersten empirischen Schritt zwischen November 2012 und März 2013 explorativ angelegte qualitative Interviews mit Personalverantwortlichen in 48 Betrieben geführt, die zum Zeitpunkt der Untersuchung Ausbildungsplätze anboten.

Die Interviews verteilten sich auf die folgenden Berufe:

  • Bäcker/Bäckerin
  • Kaufmann für Versicherungen und Finanzen/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen
  • Mechatroniker/Mechatronikerin
  • Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau

Die Auswahl der Berufe erfolgte unter anderem unter dem Gesichtspunkt unterschiedlicher Nachfragebedingungen.

Die anhand der Interviews gewonnenen Erkenntnisse wurden im Rahmen einer quantitativen telefonischen Betriebsbefragung (CATI), die den zweiten empirischen Schritt darstellte, überprüft. Sie richtete sich an Betriebe, die in einem der vier zuvor bereits genannten oder einem der sechs folgenden dualen Ausbildungsberufe im Herbst 2015 oder dem im Vorjahr begonnenen Ausbildungsjahr Ausbildungsplätze angeboten haben:

  • Anlagenmechaniker/Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Handwerk
  • Elektroniker/Elektronikerin für Betriebstechnik im Industriebereich
  • Fachinformatiker/Fachinformatikerin
  • Friseur/Friseurin
  • Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel
  • Zahnmedizinischer Fachangestellter/Zahnmedizinische Fachangestellte

Ziel ist es gewesen, für jeden der zehn genannten Berufe Interviews mit (netto) rund 200 klein- und mittelständischen Betrieben aus dem gesamten Bundesgebiet zu führen.

Auch hier erfolgte die Festlegung der Berufe insbesondere anderem unter dem Gesichtspunkt der Nachfragebedingungen.

Neben der Gewinnung von Auszubildenden für angebotene Ausbildungsplätze stellt die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung aktuell eine große Herausforderung dar. Daher wurde die telefonische Betriebsbefragung um ein Zusatzmodul ergänzt, um erste Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und inwieweit Ausbildungsbetriebe für Flüchtlinge Praktikums- und Ausbildungsstellen zur Verfügung stellen (können), welche Herausforderungen aber auch Chancen aus betrieblicher Sicht hiermit verbunden sind und wodurch die Möglichkeiten, Geflüchtete in Ausbildung zu integrieren, gefördert werden könnten.

Ergebnisse

2.1.305 - Rekrutierung von Auszubildenden - Betriebliches Rekrutierungsverhalten im Kontext des demografischen Wandels

Laufzeit I-12 bis IV-16

Betriebliche Rekrutierungslogiken und die Frage der Diskriminierung. Fallanalysen zur Auswahl von Auszubildenden in Bäckerhandwerk und Versicherungswesen.

Bahl, Anke; Ebbinghaus, Margit | Weinheim | 2015

In: Scherr, A. (Hrsg.): Diskriminierung migrantischer Jugendlicher in der beruflichen Bildung. - S. 170-189

Image der dualen Berufsausbildung in Deutschland : Ergebnisse aus dem BIBB-Expertenmonitor 2012

Ebbinghaus, Margit; Gei, Julia; Hucker, Tobias u.a. | 2013

Ohne Ausbildung erfolgreich zum Berufsabschluss - Eine Analyse potenzieller Einflussfaktoren auf das Bestehen der Externenprüfung

Ebbinghaus, Margit; Krekel, Elisabeth M. | 2013

Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik. - 109 (2013), H. 1, S. 46-66

Besetzung von Ausbildungsstellen : Welche Betriebe finden die Wunschkandidaten - welche machen Abstriche bei der Bewerberqualifikation - bei welchen bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt? ; Eine Untersuchung zum Einfluss von Struktur- und

Ebbinghaus, Margit; Loter, Katarzyna; Bundesinstitut für Berufsbildung [Hrsg.] | 2010

Unterschiedliche Wege - ein Ziel: Wie Betriebe Auszubildende rekrutieren

Ebbinghaus, Margit | 2010

Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis : BWP. - 39 (2010), H. 3, S. 35-39

Unbesetzte Ausbildungsplätze - warum Betriebe erfolglos bleiben : Ergebnisse des BIBB-Ausbildungsmonitors

Gericke, Naomi; Krupp, Thomas; Troltsch, Klaus u.a. | 2009