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Pressemitteilung

Wohin der technologische Fortschritt führen könnte

Video-Interviews des BIBB mit renommierten Forscherinnen und Forschern

25/2019 | Bonn, 02.08.2019

Wohin der technologische Fortschritt führen könnte

Technologischen Fortschritt gab es schon immer. Doch was verursacht ihn? Wer oder was treibt ihn an? Und welche Wirkungen hat er? Antworten auf diese zentralen Fragen geben zwölf Video-Interviews des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), die weltweit mit renommierten Forscherinnen und Forschern entstanden sind. Die Videos bieten theoretische Sichtweisen unterschiedlicher Disziplinen und leisten einen Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über die Zukunft von Gesellschaft und Arbeit im digitalen Zeitalter. Das BIBB-Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das Projekt ergänzt den derzeit in der Forschung favorisierten Erklärungsansatz, demzufolge es aufgrund eines Tätigkeitswandels in einer digitalisierten Arbeitswelt zu einer Beschäftigungs- und Lohnpolarisierung kommen kann. Bei der Beschäftigungspolarisierung sinkt, so die Annahme, der Anteil der Beschäftigten im mittleren Lohnsegment relativ zu den Beschäftigtenanteilen am unteren und oberen Ende des Segments. Bei der Lohnpolarisierung indes wachsen die Löhne im mittleren langsamer als im unteren und oberen Segment. Nach Ansicht des BIBB greift dieser Ansatz aber zu kurz: Denn er reduziere die Betrachtung auf die tätigkeitsbezogene Ersetzbarkeit, beachte zumeist nur die aktuelle wirtschaftliche Situation – und blende alle anderen Wirkungen aus.

Diesem Defizit wollen sich die jeweils etwa 25 Minuten langen Filme annehmen. „Die Interviews setzen wichtige Meilensteine, um aufzuzeigen, welches Terrain es künftig noch zu erforschen gilt,“ sagt Prof. Dr. Hubert Ertl, Forschungsdirektor des BIBB. „Wir erfahren von den Interviewpartnern nicht nur, welche Folgen neue Technologien für Politik und Ökonomie bereits haben und noch haben können: Wir erkennen aus unterschiedlichen Perspektiven auch, inwiefern das menschliche Zusammenleben betroffen ist. Die Interviews geben also Anreize, darüber nachzudenken, was zwar nicht mehr aufzuhalten, aber noch gestaltbar ist.“

In den Videos, die 2018 und 2019 in Frankreich, in Großbritannien, in Österreich, in den USA und in Deutschland aufgenommen wurden, kommen vor dem Hintergrund ihrer wissenschaftlichen Expertisen zu Wort:

  • David Bates/Berkeley (künstliche Intelligenz und Automatisierung aus kulturtheoretischer Sicht)
  • Yochai Benkler/Harvard (soziale Produktionen in Netzwerken und dezentrale Zusammenarbeit zur Innovation und Produktion von Information aus juristischer Sicht)
  • Martina Heßler/Hamburg (Technikgeschichte)
  • Hartmut Hirsch-Kreinsen/Dortmund (Digitalisierung industrieller Arbeit)
  • Heinz D. Kurz/Graz (Geschichte des ökonomischen Denkens und ökonomische Theorie)
  • Bruno Latour/Paris (Akteur-Netzwerk-Theorie)
  • Frédéric Lebaron/Paris (Bourdieu und Datenanalyse, Bourdieusche Theorie)
  • Richard Münch/Bamberg (globale Arbeitsteilung, Bildung und akademischer Kapitalismus)
  • Sabine Pfeiffer/Nürnberg (Mensch und Technik, Digitalisierung und Arbeitsvermögen)
  • Joachim Renn/Münster (Übersetzungen in systemtheoretischer Sicht)
  • Uwe Schimank/Bremen (soziologische Theorie der modernen Gesellschaft)
  • Trebor Scholz/New York (Plattformen und Kooperativen).

 

Weitere Informationen:

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Robert Helmrich, E-Mail: helmrich@bibb.de

Dr. Michael Tiemann, E-Mail: tiemann@bibb.de

 

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.