Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung: Drei Projekte ausgezeichnet
Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises auf KI-Bildungskonferenz in Bonn
04/2026 | Bonn, 28.01.2026
v.l.n.r.: Dr. Nicole Hanewinkel-Strücker, Dr. Bernd Rupprecht, Anne Stein, Martin Bechtold, Johanna Sieling, Dr. Marietta Menner, Wilhelm Schüttler, Volker Zimmermann, Raul Gonzales, Dr. Christian A. Fischer, Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser
„Künstliche Intelligenz (KI) in der beruflichen Bildung – Innovationen für Aus- und Weiterbildung“: so lautete das Thema des Wettbewerbs um den „Hermann-Schmidt-Preis 2025“. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) identifizierte und prämierte drei herausragende Projekte aus Augsburg, Weinheim und Troisdorf, die beispielhafte Konzepte und Modelle entwickelt und in der Praxis erfolgreich umgesetzt haben.
Die Wahl des Wettbewerbsthemas erfolgte vor dem Hintergrund, dass KI längst in der Arbeits- und Berufswelt angekommen ist – von automatisierten Assistenzsystemen über intelligente Wartungssoftware bis hin zur datengetriebenen Produktionssteuerung. Die berufliche Bildung steht somit vor der Herausforderung, Auszubildenden und Fachkräften die entsprechenden Kompetenzen und Qualifikationen frühzeitig zu vermitteln.
Mit dem seit 1996 verliehenen Hermann-Schmidt-Preis hat sich das BIBB das Ziel gesetzt, auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und als gute Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Institut von 1977 bis 1997 leitete. Die Preisverleihung fand vor mehr als 150 Teilnehmenden aus Politik, Wissenschaft und Praxis am 27. Januar 2026 auf der Bildungskonferenz „Zukunft gestalten: Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung“ im BIBB in Bonn statt.
Aus den 24 zum Wettbewerb eingereichten Projekten gingen als Sieger hervor:
Hermann-Schmidt-Preisträger 2025 (3.000 Euro): „KI-Zusatzzertifikat für Auszubildende“ – KI-Produktionsnetzwerk / Universität Augsburg in Kooperation mit der IHK Schwaben und der HWK für Schwaben
Um neueste KI-Anwendungen in die betriebliche Praxis zu transferieren und den Wissenstransfer zu unterstützen, beschäftigt sich das KI-Produktionsnetzwerk seit 2022 mit den Möglichkeiten des KI-Einsatzes in der Produktion. Ein Ergebnis ist das in Kooperation mit der IHK Schwaben und der HWK für Schwaben entstandene Projekt „KI-Zusatzzertifikat für Auszubildende“, das 2024 in den Regelbetrieb startete. Dabei handelt es um einen modular aufgebauten Lehrgang bestehend aus einem interaktiven Online-Kurs sowie zwei Praxistagen. Diese finden in einer speziell für das Zertifikat konzipierten Lernumgebung statt, die in eine 5.300 m2 große KI-Erlebniswelt eingebettet ist. Hier lernen die Teilnehmenden Grundlagen, Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen der KI kennen, die sie anschließend in eigene KI-Projekte umsetzen. Aufgrund der bisherigen Erfolge ist eine Ausweitung des Projektes auf andere Regierungsbezirke Bayerns angedacht.
Kontakt: Dr. Marietta Menner, 0821 / 598 3598; marietta.menner@uni-a.de
Sonderpreis (1.000 Euro): „Lernimpulse durch KI – Adaptives Feedback in der Ausbildungspraxis“ – Freudenberg Service KG, Weinheim
Im Zentrum des prämierten Projektes steht die Integration adaptiver Feedbacksysteme in digitale Lernumgebungen zur Förderung individueller Lernprozesse in der beruflichen Bildung. Hierzu wurden unterschiedliche KI-Anwendungen miteinander verknüpft. Diese Form der automatisierten, adaptiven Rückmeldung unterstützt die Selbstreflexion, stärkt die Eigenverantwortung und fördert die Verknüpfung von bekannten mit neuen Inhalten. Das Ausbildungspersonal ist eng in die Konzeption und Weiterentwicklung der Inhalte eingebunden und erhält gezielte Weiterbildungen zur didaktischen Nutzung der eingesetzten Technologien. Die modulare Struktur des Projektes gewährleistet eine hohe Skalierbarkeit und Transferfähigkeit auf andere Ausbildungsberufe und Bildungseinrichtungen. Das Projekt zeichnet sich durch seinen hohen Innovationsgrad in der didaktischen und technologischen Umsetzung aus.
Kontakt: Martin Bechtold, 06201 / 80 25 21; martin.bechtold@freudenberg.com
Sonderpreis (1.000 Euro): „Künstliche Intelligenz (KI) am Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg“, Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises, Troisdorf
Herzstück des prämierten Projektes innerhalb eines überzeugenden Gesamtkonzepts ist eine „Technik Scout AG“, in der Schüler/-innen eigene KI-Projekte entwickeln – von Avataren über Songs bis hin zu interaktiven Karten. Ergänzt wird dies durch spezielle Differenzierungskurse, datenschutzkonforme KI-Umgebungen und die Entwicklung modularer digitaler Assistenten (Co-Worker), die schulisches Fachwissen unterstützen, Lernprozesse vertiefen und Lernergebnisse qualitativ verbessern. Gezielt werden dabei technische, pädagogisch-didaktische und ethische Fragen miteinander verknüpft. Lehrkräfte erhalten Fortbildungen, Handouts und Workshops, um den kritischen und kreativen Umgang mit KI zu fördern.
Kontakt: Dr. Nicole Hanewinkel-Strücker, 02241 / 96410; n.hanewinkel@bk-troisdorf.de
Eine Broschüre mit Kurzdarstellungen der prämierten sowie weiterer Best-Practice-Projekte kann unter www.bibb.de/hermannschmidtpreis-2025 kostenlos heruntergeladen werden.
Bilder von der Preisverleihung stehen unter www.bibb.de/pressefotos zur Verfügung.
Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.