Ideen präzise in Form bringen
Ausbildungsberuf Technischer Modellbauer/Technische Modellbauerin modernisiert
27/2026 | Bonn, 25.08.2026
Ob Gießerei- oder Karosseriemodelle, Formen oder Prototypen – Technische Modellbauer und Technische Modellbauerinnen bringen Ideen präzise in Form. Dabei verbinden sie technisches Verständnis und handwerkliches Geschick zunehmend mit digitalen Verfahren und modernen Fertigungstechnologien. Seit der letzten Modernisierung hat sich das Berufsfeld erheblich verändert: Digitale Prozessketten prägen Planung und Fertigung immer stärker, Verfahren wie der 3D-Druck haben an Bedeutung gewonnen. Zugleich führen strukturelle Veränderungen im Modellbauhandwerk und in der Industrie zu neuen Anforderungen an die Fachkräfte.
Gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien, den Sozialpartnern sowie Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) daher im Auftrag der Bundesregierung die Ausbildungsordnung zum Technischen Modellbauer und zur Technischen Modellbauerin modernisiert. Die neue Ausbildungsordnung tritt zum 1. August 2027 in Kraft.
Inhaltlich reagiert die Neuordnung auf die genannten Veränderungen, indem der bislang in drei Fachrichtungen gegliederte Ausbildungsberuf zu einem Monoberuf mit Einsatzgebieten weiterentwickelt wird. Grundlegende Kompetenzen wie das Konstruieren, Planen, Fertigen und Kontrollieren werden damit für alle Bereiche gemeinsam vermittelt. Zugleich bleibt Raum für betriebliche Spezialisierungen, beispielsweise im Karosseriemodellbau, im Gießereimodell- und Formenbau oder im Anschauungsmodellbau. Auch die additive Fertigung erhält als eigenes Einsatzgebiet ein stärkeres Gewicht. Außerdem sind die modernisierten Standardberufsbildpositionen Bestandteil der neuen Ausbildungsordnung.
Technische Modellbauer und Technische Modellbauerinnen arbeiten in Handwerk und Industrie. Sie planen und fertigen unter anderem Modelle, Formen, Werkzeuge und Prototypen für die Entwicklung und Herstellung unterschiedlichster Produkte. Dabei setzen sie nicht nur vorgegebene Planungen um, sondern nehmen auch die für die Fertigung notwendigen technischen Anpassungen an Konstruktionen vor. Dafür benötigen sie neben einem ausgeprägten technischen Verständnis vor allem räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität, Präzision und handwerkliches Geschick. Die modernisierte Ausbildung verbindet diese Kompetenzen stärker mit den Anforderungen digitaler Arbeits- und Fertigungsprozesse.
Die breit angelegte Ausbildung und die verschiedenen Einsatzgebiete eröffnen Fachkräften Beschäftigungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen des Modellbaus in Handwerk und Industrie. Für die Auszubildenden bestehen sehr gute Übernahmechancen. Nach der Ausbildung stehen ihnen verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten offen, etwa zum staatlich geprüften Techniker beziehungsweise zur staatlich geprüften Technikerin oder zum Modellbauermeister beziehungsweise zur Modellbauermeisterin.
Die modernisierte Ausbildungsordnung und der darauf abgestimmte, von der Kultusministerkonferenz (KMK) für den schulischen Teil der dualen Ausbildung entwickelte Rahmenlehrplan lösen die bisherigen Regelungen aus dem Jahr 2009 ab.
Das BIBB entwickelt derzeit gemeinsam mit Sachverständigen aus der Praxis eine Umsetzungshilfe, in welcher Neuerungen erläutert und praktische Tipps für die Planung und Durchführung der Ausbildung gegeben werden. Die Publikation wird in der BIBB-Reihe „Ausbildung gestalten“ veröffentlicht und kostenlos über die BIBB-Webseite abrufbar sein.
Weitere Informationen:
- Zum neugeordneten Berufsbild
- Zu neugeordneten Berufen www.bibb.de/neue-berufe2027
- Portal für Ausbildungs- und Prüfungspersonal Leando
- Erklärvideo „Wie entsteht ein Ausbildungsberuf?“
Kontakt:
Dr. Inga Schad-Dankwart: schad-dankwart@bibb.de
Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.