Berufsbildungskooperation mit Iran

BIBB unterstützt Berufsbildungsreformen – Workshop in Teheran

Der deutsche Botschafter Michael Klor-Berchtold, BIBB-Präsident Professor Dr. Friedrich Hubert Esser, TVTO-Präsident Dr. Soleiman Pakseresht© iMOVE/BIBB

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wird den Iran bei den geplanten Berufsbildungsreformen beraten. Auf einem vom BIBB mit organisierten Workshop in Teheran unterzeichneten Deutschland und der Iran eine entsprechende Absichtserklärung über die künftige deutsch-iranische Berufsbildungskooperation. Die gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des iranischen Ministeriums für Genossenschaften, Arbeit und Soziales (MCLS) wurde im Beisein des iranischen Vize-Arbeitsministers, des deutschen Botschafters in Iran sowie hochrangiger Berufsbildungsexpertinnen und -experten aus beiden Ländern unterzeichnet.

Ein zentrales Vorhaben der iranischen Reformpläne stellt die Einrichtung des „High Council of Technical and Vocational Education and Training“ („High Council of TVET“) dar, an dem Ministerien, weitere Regierungsvertreter sowie Kammerorganisationen und ausgewählte Fachleute beteiligt sind. Aufgabe dieses nationalen Gremiums ist es, die gemeinsame Steuerung und Koordinierung in der iranischen Berufsbildung zu fördern. Die verstärkte Zusammenarbeit der iranischen Berufsbildungsakteure soll dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit junger Iranerinnen und Iraner zu erhöhen und bei der Qualifizierung von Fachkräften den Anforderungen der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts gerecht zu werden. Mit der Unterstützung des High Council ist die Technical & Vocational Training Organization (TVTO) betraut.

„Die iranische Seite hat das BIBB darum gebeten, bei der Entwicklung des High Council unterstützend und beratend tätig zu sein“, erklärte BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser in Teheran. „Wir greifen dabei auf unsere Erfahrungen aus der gemeinschaftlichen Gestaltung und Weiterentwicklung des dualen Systems mit Wirtschafts- und Sozialpartnern, aber auch auf unsere Erfahrungen aus der internationalen Beratung zurück. Auf dieser Grundlage sind wir davon überzeugt, dass wir Impulse für die Entwicklung des iranischen Berufsbildungsansatzes geben können.“

Der BIBB-Präsident würdigte die erheblichen Anstrengungen der iranischen Regierung, die Berufsbildung weiterzuentwickeln. Sie zeige großes Interesse an den deutschen Erfahrungen und sei bereit, in einen offenen Dialog mit den deutschen Partnern einzutreten. Die Vorschläge zur Umsetzung eines einheitlichen Berufsbildungssystems seien vielversprechend.

Die Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung durch BMBF und MCLS ist das Ergebnis intensiver Gespräche zum Ausbau der deutsch-iranischen Kooperation in der Berufsbildung, die seit dem Ende der Sanktionen gegen Iran im Jahr 2016 wiederbelebt wurden. Die Kooperationsvereinbarung sieht vor, dass GOVET – die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation im BIBB – den Aufbau des High Council of TVET durch Beratungsdienstleistungen begleitet. Zudem umfasst sie im BIBB die weitere Zusammenarbeit mit der BMBF-Initiative iMOVE – Training made in Germany, die deutsche Bildungsanbieter beim Markteintritt in andere Länder unterstützt und seit 2017 eine Kontaktstelle in Teheran unterhält.

Weitere Informationen unter www.bibb.de; www.govet.international sowie www.imove-germany.de

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

Bildmaterial steht unter www.bibb.de/pressefotos zur Verfügung.